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Mittwoch, 1. Juli 2015




Mit feinem Strich die Schönheit der Weserregion auf Papier gebracht

Fürstenberg (07.01.2011). Es wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Großvater war Bildhauer und schleppte den 14-jährigen Jungen in die Galerien und Museen Berlins. Diese Prägung hat Wolfgang Heinrich nie vergessen. Der 1928 geborene Künstler hat schon als Jugendlicher erste Zeichnungen und Aquarelle erstellt. Heute ist der 83-Jährige, der in neun Tagen seinen 84. Geburtstag begeht, ein respektierter und ausgezeichneter Künstler, dem nachhaltig die Weserlandschaft ans Herz gewachsen ist. Besonders seine Aquarelle zeigen eine ganz besondere Sicht auf diese einmaligen Landschaften.

Unter dem Titel „Weserbilder“ sind derzeit im Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg verschiedene Aquarelle Heinrichs mit Landschaftsmotiven zu sehen, die jeweils sonnabends und sonntags zu den bekannten Öffnungszeiten besichtigt werden können. Die Bilder zeigen die besondere Natur Ostwestfalens und des Weserberglandes in der Sichtweise von Wolfgang Heinrich. Die Werke zeugen einerseits von der künstlerischen Kraft des Malers, andererseits von der einmaligen Schönheit und dem besonderen Reiz dieser Region. Den feinen Pinselstrich Wolfgang Heinrichs gelingt es, die Landschaften in manchmal nur angedeuteten Motiven auf das Papier zu bringen. Bekannte Ansichten und gewohnte Blicke bekommen so eine ganz neue Ansicht, erscheinen in einem völlig neuen Bild.

„Ungestört vom Lärm der Zeit genießt man als Landschaftsmaler die bezaubernden Motive. Fast unbewusst nehme ich die Formen und Farben wahr und ordne sie in Gedanken für ein mögliches Bild. Ich gehe ganz in meiner Arbeit auf, bleibe aber hellwach für die Umgebung und genieße die Stille“, beschreibt Heinrich seinen ureigenen Schaffensprozess. Der Künstler studierte nach dem Zweiten Weltkrieg Kunst an der Pädagogischen Hochschule und wurde Kunsterzieher in Ost-Berlin. 1955 stellte er erstmals seine Werke aus. 1958 siedelte Wolfgang Heinrich mit seiner Frau aus der DDR in die Bundesrepublik und fand in Herford eine neue Heimat.

In den ersten Jahren im Westen nutzte Wolfgang Heinrich die neu gewonnene Freiheit und absolvierte viele Studienreisen im Ausland. „Meine Skizzenbücher quollen damals über“, erinnert er sich an den Nutzen der neuen Freiheit. Neben Aquarellen entstehen auch Ölbilder sowie Holz- und Linoleumschnitte. 1970 erhält er ein Stipendium der Aldegrever Gesellschaft und wird ein Jahr später in den englischen Künstlerverband „Free painters and scultors“ aufgenommen. Neben seiner Lehrtätigkeit als Kunsterzieher und Fachleiter für die Ausbildung von Kunstlehrern arbeitet Heinrich konzentriert an seinen eigenen Werken. Immer wieder stellt er aus und veröffentlicht seine Werke in verschiedenen Büchern. Er ist auch Mitglied in mehreren deutschen Künstlerverbänden. Unter anderem wurden seine Werke auch in Schloss Corvey schon gezeigt. Für seine enge Verbindung mit den englischen Truppen in Herford und seine dortigen künstlerischen Bemühungen verlieh ihm Königin Elizabeth II. 1995 den Orden „Member of the British Empire“. Sieben Jahre später bekam er das Bundesverdienstkreuz. Inzwischen hat Wolfgang Heinrich die „Lippische Kunststiftung“ ins Leben gerufen.

Seine „Weserbilder“ im Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg sind noch bis zum 12. Februar zu sehen. (fhm)

 

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Täglicher Anzeiger Holzminden

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