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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Alles für den kleinen Sonnenschein

Holzminden (09.12.00). Das kleine Paradies im Holzmindener Krankenhaus liegt im dritten Stock. Keine strahlend-weißen Wände, kein gleißendes Licht. Dafür aber jede Menge Wohlfühl-Atmosphäre. Hier kam vor fünf Tagen Elisa zur Welt. Heute lächelt Elisa, wie so oft. Und Katrin und Peter Schein sind glücklich über ihren keinen Sonnenschein. Das Ehepaar aus Lügde hat, wie rund 620 Eltern Jahr für Jahr, das Krankenhaus Holzminden gewählt - weil das Erlebnis Geburt hier so wenig wie möglich mit Krankenhaus und so viel wie möglich mit Erleben zu tun hat.

Das das so ist, dafür sorgen das Team um Dr. Schatz. Insgesamt neun Ärzte, 15 Hebammen, sechs Kinderkrankenschwestern und die Krankenschestern auf der Gynäkologie sind für die werdenden Eltern da. Und dafür sorgt das Angebot, dass das Krankenhaus den Schwangeren macht.
Viel wurde investiert in den letzten Jahren, ständig wird - auch heute noch - aus- und umgebaut. So entstanden zwei Kreißsäle, die mehr gemütlichen Wohn- und Schlafzimmern als medizinischen Hochtech-Einrichtungen gleichen. Dabei ist, versteckt hinter Schranktüren und warmen Vorhängen alles da, um helfen zu können. Ein dritter Kreißsaal ist geplant. "Im März", hofft Dr. Schatz, werden alle Umbauarbeiten abgeschlossen sein.
Schon jetzt aber haben die werdenden Mütter nicht nur die Möglichkeit, zwischen den beiden Kreißsälen zu wählen. Auch eine Wassergeburt ist im Evaneglischen Krankenhaus möglich. "Seit Juli 1999 bereits bieten wir die Wassergeburt an", erklärt der Chefarzt. "Schon heute kommen bei uns bereits fast zehn Prozent der Kinder im Wasser zur Welt". Denn viele Frauen können sich im Wasser besser entspannen, so kann der Geburtsschmerz reduziert werden und es kommt seltener zu Dammrissen.
Bislang wurde für die Wassergeburt eine große Krankenhaus-Badewanne genutzt, jetzt steht eine große Gebärwanne zur Verfügung. "Das ist schon fast ein Pool", schmunzelt Dr. Schatz. Sogar mit einer Tür, um im Notfall schnell helfen zu können. "Wir haben das gestetet. In weniger als einer Minute ist das Wasser so weit abgeflossen, das die Badwannentür geöffnet werden kann". Der Chefarzt blickt sich in dem Raum um. "Die Fliesen hier", erklärt er, kommen noch weg. Noch mehr Kerzen sollen in den Raum. Und, Dr. Schatz lacht, "ich habe hier noch einige Highlights geplant. Darüber wird aber noch nichts verraten".
Das erste Baby, ein Mädchen, kam in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember in der neuen Wanne zur Welt. "Das war schon ein ganz besonderes Baby", erinnert sich der Gynäkologe. Die Mutter, sie kommt aus Emmerthal, hat sich ganz bewusst für das Holzmindener Krankenhaus entschieden. Ihr Kind lag in Steißlage - das heißt also mit den Beinchen nach unten im Bauch der Mutter. In den meisten Fällen raten die Ärzte dann zum Kaiserschnitt. Im Holzmindener Krankenhaus aber versuchen die Ärzte, zwei Wochen vor dem Geburtstermin, das Kind mit Handgriffen und mit Hilfe von medikamenten, die die Gebärmutter entspannen, ganz vorsichtigin die richtige Lage zu drehen. "Natürlich unter Kaiserschnittbedingungen", erklärt Dr. Schatz.
Das ist bei der jungen Mutter aus Emmerthal geglückt. Zwei Wochen später reiste sie mit ihrer Hebamme - auch das ist im Holzmindener Krankenhaus nach Absprache möglich - an und schenkte in der Gebärbadewanne einem gesunden Mädchen das Leben.
Zwei Stunden später war die stolze Mutter mit Tochter und der Hebamme bereits wieder auf dem Weg nach Hause. (bs)

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Täglicher Anzeiger Holzminden

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