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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Auf den Rennstrecken Deutschlands zuhause

Jubel auf der Ziellinie: Sieg für Maximilian Severin.

Stahle (26.02.2011). Er ist 18 Jahre alt und kann schon auf über zehn Jahre Rennerfahrung zurückblicken: Maximilian Severin. Abiturient, Kartfahrer und vielleicht ein wenig temposüchtig. Der Stahler begann als junger Spund mit Kart-Slalom-Rennen und ist mittlerweile in einigen Ligen weiter oben erfolgreich unterwegs.
Fuhr Maximilian Severin noch im Jahr 2000 Kart-Slalom-Rennen, so begann 2001 seine  eigentliche Rennkarriere mit einem 6,5-PS-Kart auf Norddeutschlands Rennstrecken. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde sicherte sich Severin gleich einen Platz an der Spitze der Kart-Trophy, so dass er im Jahr 2004 im Westdeutschen ADAC Kart Cup (WAKC) mit 13 PS unterm Hintern an den Start ging. In der Klasse VT 400 des WAKC fuhr er auf Strecken in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und erreichte auf Anhieb den siebten Platz von 22 Fahrern.
Ein Aufstieg in die Rotax Max Challenge (RMC) im Jahr 2005 wurde daher nicht in Frage gestellt. Bereits mit 13 Jahren war Severin in einem 22 PS Kart und Spitzengeschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde in der schon sehr professionellen Liga unterwegs. Er kämpfte um die Meisterschaft: Nur durch Pech im letzten Rennen der Saison verpasste er als Dritter die Teilnahme am Weltfinale in Malaysia ganz knapp. Aufgrund seines noch jungen Alters durfte Maximilian Severin in den Saisons 2006 und 2007 noch nicht weiter aufsteigen. Er perfektionierte aber im neuen Rennteam seine Fahrkünste und war unter anderem auch Werksfahrer für den Chassis-Hersteller VRK. „Hart aber fair“ ging es im Team zu, wie Severin sagt. Hin und wieder störten seinen Erfolg jedoch technische Defekte, „aber das gehört ja auch dazu“.
2007 war die Saison der Pleiten, Pech und Pannen. Der Abiturient wurde „von anderen auf der Strecke abgeschossen“, sein Kart hatte technische Probleme und er war „alles – nur nicht schnell und gut“, wie er ganz objektiv feststellt. Doch auch solch eine verkorkste Saison tat Severins Spaß am Kartfahren und den Rennen keinen Abbruch. So erfolgte im Jahr 2008 ein Aufstieg von der Juniorklasse in die Seniorklasse der RMC. „Wir haben uns komplett neu aufgestellt: neues Material, neues Team und neuer Ehrgeiz“, so Severin. Er fuhr im Team „Eurokart“, in dem auch schon Michael Schumacher in den 1980ern Europameister wurde. Severins Kart hatte von da an 28 PS und erreichte auf den renommierten Strecken Deutschlands, wie Oschersleben, Kerpen, Hahn, Ampfing und Wackersdorf, eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Trotz der starken Reglementierung der Liga, die für Chancengleichheit sorgt, kämpfte er in den Saisons 2008 und 2009 beide Male um die Meisterschaft. Besonders ärgerlich war sein Abschneiden 2009, denn nur um einen einzigen Punkt verfehlte Severin das Weltfinale in Italien. Trostpflaster war der dritte Platz der Meisterschaft.
Eine riesige Veränderung erfolgte letztes Jahr: Maximilian Severin startet seitdem in der Klasse KZ2 in einem Kart mit einem 6-Gang-Getriebe und 45 PS – zuvor waren die Karts immer getriebelos. Das Schalten lernt man nach Aussage von dem Abiturienten „sehr schnell“, doch die Art zu fahren ist in dieser Klasse eine komplett andere. „Vorher musste ich sehr sauber fahren, um Schwung mitzunehmen, doch jetzt muss ich spitzer und eckiger fahren“, erklärt Severin. „Diese Technik muss man erst erlernen, denn man kann nicht von heute auf morgen seinen Fahrstil ändern.“ Nicht ohne Grund gilt das erste Jahr als Lehrjahr. So hieß es für den Abiturienten neben den vielen Klausuren, die ihn oft zeitlich einschränkten: Viel trainieren! Doch der Spaß steht ohne Frage im Vordergrund, das wird deutlich, als er erläutert, dass solch ein Flitzer mit Fahrer nur 175 Kilogramm wiegt und somit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern erreicht werden. Denn er sagt mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht: „Das geht gut vorwärts!“
Nicht nur Maximilian Severin hat die Freude am Rennsport gepackt, sondern seine ganze Familie hat Benzin im Blut. Sein Vater ist von Anfang an sein Mechaniker. „Da passt die Chemie einfach und er kennt mein Fahrverhalten, das ist sehr hilfreich“, so der 18-Jährige. Für das Organisatorische, wie Anmeldungen an den Rennwochenenden, ist seine Mutter zuständig. Seine Eltern sind ihm eine große Stütze, denn nur mit ihrer Hilfe kann er neben dem Abitur auch weiterhin seiner großen Leidenschaft, dem Rennsport, nachgehen. Auch wenn Severin noch nicht genau weiß, wie seine berufliche Zukunft aussieht, eines ist klar: Das Kartfahren bleibt immer ein wichtiger Teil in seinem Leben. (sev)

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