Zum Inhaltsbereich springen
Sonntag, 5. Februar 2012




TAH bei Facebook TAH RSS Feeds

Das Straßendorf Arholzen soll „gemütlicher“ werden

So zeigt sich die Ortsmitte heute: Der dichte Verkehr macht Fußgängern (hier Arbeitskreis-Vorsitzender Jürgen Prasser und Bürgermeister Karl Dehne) das Leben schwer. Foto: nig

Arholzen (06.02.2010). Bäche freilegen, Plätze zum Wohlfühlen schaffen und vor allem die Sicherheit der Menschen erhöhen: Die Dorferneuerung, die in Arholzen startet, bringt einige Herausforderungen mit sich. Die aber nehmen der Arbeitskreis Dorferneuerung und der Planer Dipl. Ing Andreas Jürgens gerne auf sich, um dem Straßendorf in den nächsten Jahren einen gemütlichen Charakter zu geben.
Dass das keine leichte Aufgabe wird, haben die ehrenamtlichen Arbeitskreis-Mitglieder schnell gemerkt. „Mindestens zehn Abende lang haben wir uns viele Gedanken gemacht“, sagen Vorsitzender Jürgen Prasser und Bürgermeister Karl Dehne. Mit den entstandenen Ideen und  Plänen des Architekturbüros Andreas Jürgens aber sind sie zufrieden. „Da sind einige gute Sachen dabei“, findet Dehne nach der ersten Präsentation. Bei den öffentlichen Maßnahmen will man sich auf einige Schwerpunkte konzentrieren. „Wir sind da gebeutelt durch den Verkehr“, sagt der Bürgermeister angesichts der vielbefahrenen L 583, die sich mitten durch den Ort zieht. „Deshalb war uns wichtig, etwas für die Sicherheit der Menschen zu tun.“ So sind in den Plänen gleich mehrere Querungshilfen eingezeichnet, eine Fußgängerampel soll in der Ortsmitte aufgebaut werden. Und in Höhe des Dorfgemeinschaftshauses soll die breite Fahrbahn sogar durch einen Grünstreifen in der Mitte aufgebrochen werden. Ob das alles Realität wird, was in den ersten Entwürfen zu sehen ist, ist noch unklar. „Da werden wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen“, sind sich Dehne und Prasser sicher. Die Bushaltestelle gegenüber des Dorfgemeinschaftshauses und der umliegende Bereich bekommen ebenfalls ein neues Gesicht: Gepflegte Grünanlagen, ein paar gemauerte Sandsteinabgrenzungen und ein sichtbares Teilstück des noch verrohrten Knickbaches sind hier geplant. Die Bushaltestelle soll keine Haltebucht mehr bekommen, die Busse halten dann auf der Straße. „Durch den mittleren Grünstreifen ist für den nachfolgenden Verkehr kein Überholen mehr möglich. Das schafft zusätzlich Sicherheit für die Kinder und ältere Menschen“, erläutert Jürgen Prasser das Vorhaben. Gleiches gilt für die Haltestelle in Gegenrichtung. Verändert wird auch der Vorplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus, auch wenn er nicht die oberste Priorität hat. Er soll eine andere Einfassung bekommen, zur Straße hin offener wirken.
Ein anderer Schwerpunkt der Dorferneuerung ist der Bereich Dorfplatz. Der ist nämlich als solches kaum zu erkennen, da er von der breiten L 582 durchschnitten wird. Durch eine andere Aufteilung der Grün- und Freiflächen, ebenfalls in Kombination mit einem neuen Buswartebereich vor der Kirche, könnte der Platz trotz Straße einen neuen Charakter bekommen, einladender wirken. Auch hier könnte ein Teil des Knickbaches wieder offengelegt werden.
Vor allem die Kirche, die derzeit hinter Büschen versteckt liegt, soll optisch wieder in den Vordergrund rücken. Wünschenswert wäre zudem eine Umgestaltung des Kirchenvorplatzes, wobei der Parkplatz an eine andere Stelle rücken könnte. Das aber ist Sache der Kirche. Die Dorferneuerung fördert nicht nur Projekte der Gemeinde (zu etwa 50 Prozent), sondern auch private Veränderungsmaßnahmen mit rund 30 Prozent, so lange sie einem besseren Ortsbild dienen. Wichtig für alle Interessenten: Vor Baubeginn erst die Genehmigung abwarten, sonst ist die Förderung gefährdet. „Wir wollen auch viel tatkräftige Eigenleistung einfließen lassen“, betont Jürgen Prasser, der auf viele ehrenamtliche Helfer aus dem Ort setzt.
Eine in Arholzen lang geforderte Maßnahme soll nun ebenfalls angegangen werden: Ein zweiter Bürgersteig entlang der Durchgangsstraße (Südseite). Zumindest von der Einmündung Heidbrink bis zur Höhe der Spedition wäre der ohne größere Probleme zu realisieren, schätzt der Dorferneuerungskreis. Und es wäre ein großer Beitrag zur Verkehrssicherheit im Ort. Ebenfalls auf der Wunschliste: Eine Umgestaltung der Ortseinfahrten. Durch Bepflanzungen und eventuell eine Verkehrsinsel soll eine Art Toreffekt entstehen. „Damit Autofahrer überhaupt merken, dass sie in eine Ortschaft einfahren“, findet Jürgen Prasser.
In Planung ist auch noch ein neuer Fußweg. Er soll vom Kinderspielplatz am Dorfgemeinschaftshaus in das Neubaugebiet führen. Hier soll die Zahl der ursprünglich geplanten Bauplätze reduziert werden, wie es der Landkreis den Orten aufgetragen hat. Ein paar bebaubare Flächen stehen aber weiterhin zur Verfügung. „Das ergibt dann ein in sich abgeschlossenes Ortsbild“, findet Bürgermeister Dehne. Die Feld- und Wanderwege rund um den Ort, welche die Bevölkerung schon jetzt gern für Spaziergänge nutzt, sollen noch aufgewertet werden, zum Beispiel durch Randbepflanzungen.
Mit all diesen Maßnahmen  wird ganz Arholzen ein gutes Stück lebenswerter und „grüner“. Die Gemeinde hat sich dazu noch einen weiteren Anreiz ausgedacht, betont der Bürgermeister: „Jeder, der einen Obstbaum am Haus oder auf eine ortsnahe Wiese pflanzen möchte, bekommt die Hälfte des Anschaffungspreises von uns bezuschusst.“ (nig)

zurück
nach oben
Täglicher Anzeiger Holzminden

© Täglicher Anzeiger Holzminden