Holzminden (05.03.2011). Die Abfallwirtschaft im Landkreis Holzminden umfasst viele Bereiche und Handlungsfelder. Der Holzmindener Professor Dieter Strümpel kennt sie alle, hat er doch um 1980 die Einführung des Fachs Abfallwirtschaft an der Fachhochschule Holzminden maßgeblich mitgestaltet. Damals entstanden mehrere Diplomarbeiten zum Thema, Ausstellungen und die erste Abfallfibel für den Landkreis Holzminden. Die Gemeinde Polle wurde unter dem Slogan „Vermeiden, Vermindern, Verwerten“ mit dem „Müll-Minimierungs-Modell“ unter Strümpels Führung zur Modellkommune. Heute, längst im Ruhestand, beobachtet Dieter Strümpel die Entwicklung der Abfallwirtschaft im Kreis noch immer mit großem Interesse. Und nicht nur das: Er beschäftigt sich in künstlerischer Form damit, hat zehn Bilder gemalt zu unterschiedlichen Themen, die die Abfallwirtschaft ganz konkret betreffen, sie beschreiben und widerspiegeln. Die Bilder sind entstanden für das neue Gebäude der AWH in der Weseraue (ehemals E.on). Sie wurden angekauft von der AWH und schmücken nun als kleine Ausstellung dauerhaft die Wände des modernen Baus.
Die Bilder, alle im Format 90 mal 90 Zentimeter, sind nicht nur Schmuck und bringen Farbe ins Haus, sondern sind auch informativ. Sie weisen auf Abfallproblematiken hin und geben so manche Informationen über Tätigkeiten der AWH und den Abfallwirtschaftskreislauf. Dieter Strümpel hat das neue Gebäude gemalt, ein Behälterfahrzeug vor dem Wertstoffhof, was Hinweise auf getrenntes Sammeln und die Anlieferung auf den Wertstoffhof gibt. Der Erfassung recyclefähiger Fraktionen finden sich in dem Motiv Papiertonnen wieder. Hier kommt auch der Tägliche Anzeiger zu künstlerischen Ehren. Strümpel stellt die Vorteile des Recyclings heraus und thematisiert den Ressourcenschutz. Eine schematische Übersicht des Kreisgebietes gibt Hinweise auf verschiedene Annahmestellen.
Ein Bild zeigt die Sondermüllerfassung, ein anderes einen Komposthaufen. So wird die Bedeutung der Grüngutsammlung als auch der Kompostierung im eigenen Garten aufgegriffen. Strümpel schenkte dieses Bild der AWH „aus alter Verbundenheit“ zum Einzug in das neue Gebäude in der Weser-aue. Strümpels Ausdrucksweise ist klar und von schematisierter Reduziertheit – und nicht bierernst, sondern oft „mit zwinkerndem Pinsel“ in Szene gesetzt: So der auf einer Biotonne reitende Münchhausen, der aus verrottenden braunen Blättern frühlingshaftes Grün macht. Wer genauer hinsieht, erkennt AWH-Mitarbeiter Joachim Merker, der in der Laienspielgruppe und beim Münchhausen-Musical in Bodenwerder den Baron gibt.
20 bis 30 Arbeitsstunden stecken in jedem Bild. Alle zehn entstanden innerhalb von zwei Monaten. AWH-Leiter Martin Böhner freut sich über Strümpels künstlerische Auseinandersetzung mit seinem Betrieb und die für alle sichtbaren Ergebnisse an den Wänden. Martin Böhner hat einst selbst studiert an der Fachhochschule in Holzminden, bei Professor Strümpel auch das Fach Abfallwirtschaft belegt, das die HAWK noch heute anbietet. So gibt es noch eine Verbindung, die bis heute trägt. Viele Erkenntnisse aus dem Poller Forschungsprojekt sind in die heutige Abfallwirtschaft des Landkreises eingeflossen. So schließt sich der Abfallwirtschaftskreislauf. (spe)

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