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Sonntag, 5. Februar 2012




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Der Papageitaucher aus Island bringt „Junior Award“ nach Heinsen

Das prämierte Foto von Kristin Schrader, das den „Junior Award“ erhielt. Foto: Kristin Schrader

Heinsen (12.06.2010). „Eigentlich hatten wir den Tag schon abgehakt“, erinnert sich Hartmut Schrader. Frühmorgens war es in Island dunstig und nebelig. Kein gutes Wetter zum Fotografieren. Schade, dachten Hartmut Schrader und seine Tochter Kristin. Denn die Beiden aus Heinsen waren extra auf die Vulkaninsel im Atlantik gereist, um dort Naturfotos zu machen. 2009 verbrachten sie ihren Sommerurlaub auf Island, um Fotos zu schießen. Fotografieren ist sowohl von Vater Schrader als auch von seiner Tochter die große Leidenschaft.
„Ich habe es schon immer geliebt, Fotos von Tieren und der Natur zu machen“, erzählt Hartmut Schrader, der als Elektromeister bei Stiebel Eltron in Holzminden arbeitet. Schon als kleines Kind habe ihn seine Tochter bei seinen Fotogängen an der Weser oder im Solling begleitet. Und schließlich als Achtjährige ebenfalls angefangen, Fotos zu machen. „Sie hat meine Nikon D 70 übernommen“, sagt Hartmut Schrader. Kristin liebt es, auf Bildern Natur und Tiere festzuhalten. Die Schülerin des Campe-Gymnasiums hatte sich wie ihr Vater auf den zweiwöchigen Foto-Urlaub auf Island gefreut.
„Hauptziel war Latrabjarg, der große Vogelfelsen der Insel“, erzählt Kristin. Latrabjarg ist eine 450 Meter hohe Steilklippe und der westlichste Punkt Islands. Dort nisten besonders während der Sommermonate Juni und Juli viele Seevögel. Man findet dort große Kolonien von Papageitauchern, Lummen und Tordalken. „Latrabjarg ist ein Paradies für Fotografen und weltweit bekannt“, erklärt Hartmut Schrader. „Die Tiere haben keine Scheu vor Menschen.“ Man kann mit etwas Glück sogar nah an sie herankommen.
Obwohl an jenem Tag das Wetter nicht „fotofreundlich“ war, beschließen Kristin und Hartmut Schrader, sich dennoch auf den Weg zum Vogelfelsen zu machen. Der Weg ist beschwerlich. Nur über eine Schotterpiste kommt man dorthin. „Da dauert eine Fahrt von 60 Kilometern schon einmal vier oder mehr Stunden.“ Wenn Vater und Tochter Schrader auf Fototour gehen, haben beide Konzepte oder Entwürfe von Bildern im Kopf. „Natürlich kann man nicht jedes Bild planen, manchmal kommt es einfach vor die Linse.“ Als sie am Vogelfelsen angekommen sind, bauen sie ihre Ausrüstung auf. Kristin Schrader packt ihre Nikon D 70 auf ein Stativ und schraubt das 80-200-Objektiv vor die Kamera.
„Warten ist ganz wichtig, und man muss Geduld haben, manchmal sogar viel Geduld.“ An diesem Tag verharren die beiden Fotografen Stunden am Fotofelsen. Gegen Mitternacht war Latrabjarg in ein goldgelbes Licht getaucht. „Ich habe plötzlich den Papageitaucher gesehen, der auf der Suche nach Nistmaterial war. Und dann habe ich das Foto gemacht“, erzählt Kristin. Die Zwölfjährige ist auf ihr Bild so stolz, dass sie bei einem Internationalen Fotowettbewerb mitmacht. Sie reicht das Bild bei den 12. Internationalen Fürstenfelder Naturfototagen ein. Ihr Papageitaucher wird ausgezeichnet, in der Juniorenklasse landet sie auf dem Treppchen und wird ausgezeichnet. Sie erhält den „Junior Award“ für den Papageitaucher.
Die Fotografin und ihr Vater sind auch nach dem Trip nach Island immer wieder in der Natur unterwegs, um Fotos zu machen. Für sie ist es einfach schön, beispielsweise morgens im Winter eine Weserstimmung mit Eisschollen einzufangen oder jetzt im Sommer die Wölfe im Wildpark mit ihren Kameras zu beobachten. „Gerade der Solling ist einfach herrlich für Naturfotografie“, erzählt Hartmut Schrader. Und der Internationale Preis ist für beide Fotoexperten aus Heinsen die zusätzliche Motivation mit ihrem schönen Hobby auf jeden Fall weiterzumachen. Ein Hobby, das viel Fachwissen, Geschick, Geduld und künstlerische Gabe verlangt – und dann herrlich anzusehende Ergebnisse bringt. (fhm)

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