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Sonntag, 5. Februar 2012




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Der Weserlauf durch den Landkreis auf 15 Metern

Detailgetreue Nachbildung der Klippen im Bereich Steinmühle. Foto: nig

Holzminden (10.07.2010). 40 Quadratmeter Spanplatten, 16 Liter Farbe, 60 Kilo Gips – das alles und viel Liebe zum Detail waren nötig, um den kompletten Weserlauf durch den Kreis Holzminden im Modell nachzubilden. Die Beschäftigungsgesellschaft Holzminden hat sich dieser Mammutaufgabe gestellt – und kann nun im Lichthof der Fachhochschule Holzminden voller Stolz ein 15 Meter langes Modell der Weserregion präsentieren. Maßstabsgetreu im Verhältnis 1:6.200. 5.800 Arbeitsstunden haben zwölf Langzeitarbeitslose in das Modell investiert. Die Beschäftigungsgesellschaft Holzminden hatte im Rahmen des Integrationsprojektes 50+ die Idee. Mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaft zur Arbeitsvermittlung Holzminden (ARGE) mit deren Leitern Jörg Eschenhagen und Eckehard Hesse konnten zwölf Bewerber der Beschäftigungsgesellschaft vermittelt werden.
Zu Beginn, erzählt Heinz-Georg Maßenberg, zuständig für die Planung und Organisation bei der Beschäftigungsgesellschaft, hätten sich die Teilnehmer die Umsetzung nicht zugetraut. Der Satz „Das kann ich nicht!“ war anfangs häufig zu hören. Doch die Skepsis wandeltete sich in Zuversicht, die Einstellung der Teilnehmer wechselte zu einem „Ich probier‘s!“. Am Ende des Projektes konnten alle Beteiligten voller Stolz behaupten: „Ich kann‘s doch!“ Die anfängliche Angst ist jedoch verständlich, wenn man berücksichtigt, dass nur einer der zwölf Langzeitarbeitslosen gelernter Tischler ist und die übrigen mehr oder weniger handwerkliche Laien sind, wie Maßenberg erklärt.
Das Modell des Weserlaufes, das bei Lauenförde beginnt und bei Daspe endet, wurde schließlich mit viel Kreativität und Liebe zum Detail angefertigt. Viele markante Gebäude wurden dabei nachgebildet: Das Holzmindener Silo, Schloss Corvey, das Münchhausenhaus Bodenwerder, das Hehlener Schloss und vieles mehr sind zu entdecken. Die Fabrikschornsteine qualmen, sogar Flugzeuge und Wolken am Himmel sind zu sehen.
Die Entstehung des Dioramas begann im Juli 2009 damit, eine Karte des Katasteramtes  – aufgeteilt in kleine Quadrate –  auf die Grundfläche zu übertragen. Dazu gehört auch das Höhenprofil, denn die Erhebungen des Weserberglandes sind ebenfalls maßstabsgetreu nachgebildet. Diese dritte Dimension wurde zunächst – entsprechend der Höhenlinien aus der Karte – mit kleinen Rundhölzern abgesteckt. Auf diese Hölzer wurde Kaninchendraht gespannt, in  die größeren Zwischenräume Bauschaum und Pappmachee gepresst, die Oberfläche schließlich aus Gips modelliert. Bei der Farbgestaltung der Landschaft ließen sich die Teilnehmer durch Satellitenfotos von Google Earth inspirieren. In mühevoller Kleinarbeit wurden Felder, Flüsschen und die Weser auf die Platten gepinselt.
Bäume, Sträucher, Windkrafträder, Gebäude und Schiffe wurden komplett in Handarbeit hergestellt. „Alles ist selbst gemacht, es wurde höchstens mal ein Zahnstocher gekauft, sonst nichts“, sagt Maßenberg. Den letzten Schliff bekam das Diorama schließlich, als die vielen kleinen Objekte ihren festen Platz auf den Platten fanden.
Heinz-Georg Maßenberg ist besonders stolz, dass die Langzeitarbeitslosen während des Projekts „den Landkreis Holzminden und ihre eigene Umwelt neu wahrgenommen haben“. Um die Gebäude möglichst realistisch darzustellen, wurden die wichtigsten Bauwerke extra fotografiert, was die Leidenschaft an diesem Projekt verdeutlicht.
Beim genauen Hinsehen sind auf dem Modell kleine verspielte Details zu entdecken, aber auch kleine Fehler, die man aus technischen Gründen in Kauf nehmen musste. Die meisten Gebäude sind nicht maßstabsgetreu (Maßenberg: „Das hätte man nicht mehr darstellen können“) und das Schloss Corvey zum Beispiel steht verkehrt herum zur Weser, da es sonst nicht an der richtigen Stelle hätte stehen können.
Das Diorama ist bis zum 5. August (montags bis donnerstags 7 bis 17 Uhr, freitags 7 bis 14 Uhr) im Lichthof der Fachhochschule zu bewundern. (Jasmin Severin)

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