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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Die Stadt Holzminden stellt die Weichen für 2025

Holzminden (18.09.2010). Holzminden im Jahr 2025: Wie sich die Stadt wirtschaftlich, städteplanerisch und in ihrer sozialen Struktur entwickelt haben wird, ist kein Zufall. Viele Faktoren und ihre Auswirkungen sind bekannt, der Entwicklungsprozess ist durch geplantes Handeln steuerbar. Es kommt darauf an, den Prozess zu gestalten und als Chance zu definieren. Die Stadt Holzminden hat diesen Prozess angestoßen und stellt sich dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung. Mit der Auftaktveranstaltung am Mittwoch (der TAH berichtete gestern) fiel der Startschuss auf dem Weg nach „Holzminden 2025“.
Eine Stadt, die ein Stadtentwicklungskonzept aufstellt, wie jetzt nach rund zehn Jahren die Stadt Holzminden wieder, zeigt Mut für die eigene Zukunft, zeigt, dass sie aktiv ist, ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt und frühzeitig die Weichen stellt. Die von der Stadt mit der fachlichen Begleitung beauftragte Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH und Professor Martin Hoelscher sieht Stadtentwicklung als Herausforderung, als „lernendes System“ mit ganzheitlicher Strategie, offen für veränderte Anforderungen und lebend auch von den Impulsen aus Bevölkerung und Kommunalpolitik. Stadtentwicklung ist aber auch Prozess: Es gibt kein finales Bild der Stadt und wird nicht mit einem Plan abgeschlossen, sie ist vielmehr ein „räumlich flexibles Instrument“, gleichwohl selbst auferlegte Handlungsanweisung für städtebauliche und politische Entscheidungen.
Ein Stadtentwicklungskonzept lebt davon, wenn zum fachlichen „Blick von außen“ die Ortskenntnis möglichst vieler lokaler Akteure hinzu kommt, wenn gemeinsam Ziele formuliert und vereinbarte Maßnahmen von allen Handelnden gestützt werden: Politik und Verwaltung, Geschäftsleute und Unternehmer, Vereine und Verbände, Schulen und alle Bürger gehören ins Boot. Schon lange vor der Auftaktveranstaltung am Mittwoch haben sich die Stadtplaner mit den Strukturen der Stadt Holzminden befasst. Sie haben Baustruktur, Siedlungsfläche, Verkehrsinfrastrukturen, Freiflächen, Gewässer und die Altstadt unter die Lupe genommen, eine Menge Daten über Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur und Wohnungsmarkt gesammelt und die Entwicklung für die kommenden Jahre prognostiziert.
Der Wohnungsmarkt in 20 Jahren
Für den Holzmindener Wohnungsmarkt wird beispielsweise erwartet, dass in zehn bis 20 Jahren die Nachfrage nach Wohneigentum an Ein- und Zweifamilienhäusern in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen deutlich zurückgehen wird. Für die 60- bis 75-Jährigen wird die Rückkehr in die Stadt wegen der kurzen Wege und der (sozialen) Infrastruktur von Bedeutung sein. Entsprechend in ausreichender Anzahl vorhanden und wohnqualitativ in hohem Standard ausgebaut müssen die Wohnungen sein.
Die Initialphase beginnt mit der Bestandsaufnahme und
-analyse. Diese beinhalten die Erfassung der stadtentwicklungsrelevanten Daten, Strukturen und Planungen, die Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die Prognose umfasst Bedarfsprognosen für Wohnungsbau, Gewerbe und Infrastruktur auf Grundlage einer plausiblen demografischen Entwicklung. Für ein Leitbild und Leitziele werden elementare räumliche und thematische Punkte der Stadtentwicklung erarbeitet. Wesentliche Aufgaben der Konzeptphase sind die Erstellung eines Strukturkonzeptes, eines Handlungskonzeptes und einer Förderstrategie. Hier erfolgt die Umsetzung des Leitbildes in einem räumlichen Bild Holzmindens mit Potenzialflächen, räumlichen und thematischen Schwerpunkten.
Das Handlungskonzept setzt thematische und zeitliche Prioritäten. Impulsprojekte finden statt, die Kosten werden ermittelt und Verfahrensvorschläge zur Umsetzung gemacht. Schließlich erfolgt die Zuordnung der Maßnahmen zu maßgeschneiderten Förderprogrammen, werden Vorschläge für privates Engagement erarbeitet. Der Rat der Stadt Holzminden soll zur „Halbzeit“ die erklärten Leitbilder und -ziele beschließen, das schließlich erarbeitete Handlungskonzept aber nur zur Kenntnis nehmen. So bleibt das Stadtentwicklungskonzept stets flexibel anpassbar. Die Stadt kann Veränderungen berücksichtigen und auf neue Herausforderungen reagieren, ohne „beliebig“ entscheiden zu müssen.
Die Mitarbeit der Holzmindener Bürger wird insbesondere gesucht an vier Terminen. Ein Leitbildworkshop findet Ende November statt, die Zwischenpräsentation Ende Februar, der Konzeptworkshop Ende April, und die Abschlusspräsentation ist für Mitte Juli nächsten Jahres geplant.

Themen-Ansätze
für den Prozess
Die Stadtplaner haben bereits vorgedacht und Ansätze für einen Stadtentwicklungsprozess zusammengetragen. Einige Stichworte:
Kernstadt Holzminden: Innenstadt für den demografischen Wandel qualifizieren, Einzelhandel, Kultur und Wohnen sichern, neue Partner für die Stadterneuerung gewinnen.
Demografie: Perspektiven gegen den Trend aufzeigen, Holzminden als junge Stadt positionieren, attraktive Angebote für alle Generationen schaffen.
Wohnungsmarkt Geschosswohnungsbau: Demografische Perspektiven brücksichtigen, Bestände bedarfsgerecht entwickeln, Altbestände energetisch und technisch sanieren.
Wohnungsmarkt Einfamilienhäuser: Demografische Pers-
pektiven berücksichtigen, Neu-
bau und Bestandsentwicklung koordinieren, regionales baukulturelles Know-how nutzen.
Bundeswehrstandort Holzminden: Offene Diskussion über die Perspektiven des Standorts führen, Standortentwicklung alternativ denken, Impulse für Wohnungs- und Arbeitsmarkt nutzen.
Lokale Unternehmen: Räumliche und personelle Voraussetzungen für Prosperität sicherstellen, technologische Kompetenz im Standortprofil nutzen, Unternehmen als Partner in die Stadtentwicklung einbinden.
Großflächiger Einzelhandel: Angebote angesichts der demografischen Perspektiven bedarfsgerecht entwickeln, Zentralität der Innenstadt erhalten, Standortentwicklung regional abstimmen.
Kommunale Infrastruktur: Kultur- und Freizeitangebote als weiche Standortfaktoren stärken, dennoch Tragfähigkeit der Angebote überprüfen, Generationensicherheit sicherstellen.
Mühlenberg, Neuhaus und Silberborn: Versorgungsfunktion der Ortsteile sichern, räumliche und landschaftliche Qualität wahren, neue perspektiven für den Tourismus aufzeigen.
Weserufer: Fluss und Stadt räumlich besser zusammenbringen, Potenziale für Freizeit, Erholung und Wohnen nutzen, regionale Kooperation fördern.
Holzminde- und Hasselbachtal: Bachläufe in der Stadt sichtbar machen, Landschaftsräume als Verbindung in den Solling entwickeln, Freizeit- und Erholungsqualitäten verbessern.
Regionale Integration: Administrative Grenzen im Kopf und im Raum überwinden, Synergien mit den Nachbarstädten entwickeln, regionale Partner für die Standortprofilierung suchen. (spe)

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