Bevern (25.10.03). Wie viele es sind, das weiß keiner so ganz genau. Im Laufe der vergangenen 25 Jahre wurden für das Heimatmuseum Bevern so viele Stücke zusammengetragen, dass irgendwann der Überblick verloren ging. Das macht aber nichts. Denn durch die Sammelleidenschaft der Beveraner und der Museumsbetreiber entstand in den Schlossräumen eine vielfältige Zusammenstellung mit Zeugnissen örtlicher Zeitgeschichte.
Typische Haushaltsgegenstände von vor 100 Jahren, Werkzeuge aus alten Handwerksberufen oder typische Einrichtungen von anno dazumal drängen sich in den fünf Ausstellungsräumen. „Die Geräte und Gegenstände geben uns Einblicke in die Erschwernisse des Lebens der damaligen Zeiten“, erklärt Dieter Baller als Vorsitzender des Heimatvereins. Geleitet wird das Museum heute von Felicitas Böhm, sie hatte die Aufgabe vor zwei Jahren von Marlene Schmidt übernommen.
Die ganz alltäglichen Gegenstände von früher sind es, die Erinnerungen wecken oder bei jüngeren Besuchern sogar Staunen hervorrufen. Im Heimatmuseum kann man nicht nur sehen, sondern auch fühlen, wie es früher so war, das Leben in Bevern. Fernsehen und Computer gab es noch nicht, an Handys war gar nicht zu denken. Eine Telegraphenstation dagegen war etwas Besonderes zu der Zeit, in der die heutigen Museumsstücke noch im täglichen Gebrauch waren.
Das Butterfass aus Holz zum Beispiel funktioniert heute noch wie damals, und wer es bedient, bekommt eine Ahnung, wie mühevoll es damals war, ein Pfund Butter zu stampfen. „Butter war damals was ganz Wertvolles“, erklärt Felicitas Böhm. Beispiele aus „der guten alten Zeit“ finden sich reichlich im Heimatmuseum. Ein alter Waschplatz ist dort ebenso eingerichtet wie eine alte Küche oder ein Schlafraum mit einem Alten Bett, das noch viel kürzer ist als die heutigen Modelle. Das älteste Stück ist ein Bauernschrank aus dem Jahre 1737.
Auch historische Hochzeitskleider - damals wurde noch in Schwarz geheiratet - sind zu sehen. Zu den besonders seltenen Stücken zählt das fein gestickte Hochzeitskleid aus dem Jahre 1873, das einst Julie Schünemann getragen hat.
Desweiteren wurde im Heimatmuseum eine kleine Schuhwerkstatt eingerichtet, und sogar die ehemalige Setzerei aus dem Hause des Täglichen Anzeigers hat dort einen Ehrenplatz gefunden.
„Es wird mittlerweile eng“, weiß Dieter Baller vom Heimatverein. „Aber wir wollen uns nicht beklagen.“ Denn Bevern kann schon stolz sein auf sein üppig bestücktes Heimatmuseum, das vor 25 Jahren auf Initiative von Erich Sander gegründet wurde. „Mit Zähigkeit, Mut und Beharrlichkeit hat er maßgeblich mit Gleichgesinnten die Gründungsidee verfolgt und in die Tat umgesetzt, würdigt Baller die Leistung des langjährigen Museumsleiters und heutigen Ehrenbürger Beverns. „Museen wie das unsere, entstehen als Keimzelle durch die Sammelleidenschaft Einzelner oder kleiner Gemeinschaften.“ Nach den Phasen der Einrichtung und Selektion könne man heute „Themenvielfalten“ und neue Visionen entwickeln.(nig)