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Donnerstag, 17. Mai 2012




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„Ein Ende ist nicht in Sicht!“

Eine faszinierende Sammlung historischer „Schätzchen“ ist im Telefonmuseum zu bestaunen.

Lauenförde (18.12.2010). Auf den Dachböden der Häuser schlummern die unterschiedlichsten und mitunter auch unglaublichsten Gegenstände. So mancher hortet dort einen Teil seiner Kleidung, andere die Weihnachtsdekoration der letzten Jahre und wiederum andere sammeln alte wertvolle Dinge und besitzen ein Museum unterm Dach. Letzteres trifft auf Karl-Heinz Frebold aus Lauenförde zu.  400 Telefone, Telefonzellenapparate, Feldtelefone, Fernschreiber und noch vieles mehr, was nur irgendwie mit Telefonen zu tun hat, hat der 70-Jährige in den letzten 45 Jahren gesammelt.
Der einstige Telekombeamte erspähte 1965 auf dem Schrottplatz in Eschershausen einen kleinen hölzernen Kasten. Er wusste sofort, welchen Schatz er da in den Händen hielt und fragte den – zum Glück von Frebold – unwissenden Schrotthändler, wie viel er dafür haben möchte. Was das denn sei, fragte der Verkäufer, doch Frebold wollte erst den Preis wissen, bevor er das Geheimnis lüftete. Vier Mark hat er für das Telefon aus dem Jahr 1889 – an dem der Hörer fehlte, wodurch seine einstige Funktion wahrscheinlich nicht erkannt wurde – gezahlt. Heute hat das Telefon von der Firma Mix & Genist Berlin nicht nur einen Hörer, sondern wird auch noch unter Sammlern für ungefähr 800 Euro gehandelt. 30 Jahre war der gelernte Elektriker beim Fernmeldeamt in Göttingen tätig und weitere fünf Jahre für die daraus entstandene Telekom. Er hat Telefone beim Störungsdienst repariert und getestet. Telefone waren und sind sein Leben. Was mit dem kleinen Telefon vom Eschershäuser Schrottplatz begann, ist heute ein beachtliches  Museum, das selbstverständlich – nach vorheriger Anmeldung (Telefon 05273/7553) – in der Langen Straße 69 in Lauenförde, besichtigt werden kann. Karl-Heinz Frebold besitzt nicht nur deutsche Modelle, er nennt auch Fabrikate aus den Niederlanden, Belgien, England, Polen, Russland, Dänemark, Schweden und Italien  sein eigen. So unterschiedlich wie die Herkunftsländer sind, sind auch die Telefone an sich. Das bekannte Mickey-Maus-Telefon befindet sich genauso in Frebolds Museum, wie das von Colani designte Porsche-Telefon mit drehbarer Tastatur. Heute hat fast jedes Kind ein Handy, und man kann zu jeder Tages- und Nachtzeit telefonieren, da ist es schon fast unvorstellbar, dass man einst einem „Fräulein vom Amt“ sagen musste, mit wem man sprechen will. Auch solch eine Vermittlungsstelle zeigt der Lauenförder in seinem privaten Telefonmuseum, damit die vergangenen Zeiten nicht in Vergessenheit geraten.
Mit viel Liebe zum Detail hat Karl-Heinz Frebold die Modelle in seinem Museum beschriftet. Zu jedem kann er auch eine passende Geschichte erzählen und kennt selbstredend auch alle Namen und Typenbezeichnungen. Falls es ihm möglich ist, dann repariert Frebold die Telefone in seiner Werkstatt, so dass vieles in seiner Ausstellung tatsächlich noch funktioniert.
Bei seiner damaligen Arbeit hat er viele Stücke seiner Sammlung gefunden. „Sowas kann man doch nicht wegschmeißen“, dachte er sich und bewahrte einige besondere Exemplare vor dem Müllcontainer. Andere tauschte der passionierte Sammler mit diversen Telefonmuseen. Frebold wird aber auch bei Internetauktionshäusern fündig. Zudem lassen die Zeitungsartikel und Berichte im Fernsehen  seine Sammlung wachsen. „Danach erfolgten Anfragen von Görlitz bis Düsseldorf und von Flensburg bis München“, berichtet Frebold stolz.
Die Passion für Telefone ist auch nach 45 Jahren nicht verebbt. „Ein Ende ist nicht in Sicht“, sagt der 70-Jährige auf die Frage, wie viele Telefone er noch sammeln möchte. „Und wenn ich nicht mehr kann, dann müssen sie mich hier mit einem Fahrstuhl hochbringen.“ Ein paar Einschränkungen hat er dennoch: „Holz- und Blechtelefone von vor 1938, die suche ich hauptsächlich noch.“ Und die wird Karl-Heinz Frebold sicherlich finden, so dass man sie bald in seinem privaten Telefonmuseum unterm Dach bestaunen kann. (sev)

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