Brückenfest in Lauenförde und Beverungen
200 Schafe überqueren
Fähre
Kreis Holzminden (28.11.09). Kreis Holzminden. „Man muss Visionen haben“, versichert Landrat Walter Waske. Vor zwei Jahren noch wurde die Vision der B 240-Initiative belächelt. Kürzere Fahrzeiten nach Hannover? Ein Tunnel durch den Ith? Jetzt wird er geplant, genauso wie sieben weitere Maßnahmen. Wie eine Perlenkette reihen sich die Ortsumgehungen von Negenborn bis Eime auf, für die die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln zurzeit federführend den Planungsstift schwingt. Filetstück ist der Ith-Tunnel, der es bislang, wie eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen des Streckenzuges, nur in den „weiteren Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes geschafft hat. Eigentlich ist damit eine Streckenplanung gar nicht erlaubt. Doch in Zeiten der Krise und dem Konjunktur-Programm sei Dank, hat der Bundesverkehrsminister zugesagt, dass die Planungen vorab erfolgen dürfen. Und das Land stellte fünf Millionen Euro dafür zur Verfügung. Eine Million Euro kommen als Ko-Finanzierung vom Landkreis Holzminden, 500.000 Euro steuert der Landkreis Hildesheim bei.
„Das ist eine historische Stunde“
„Das ist eine historische Stunde“, betont Innenminister Uwe Schünemann in seinem Grußwort zur Jahreshauptversammlung der B 240-Initiative. Im „Hellers Krug“ findet sie statt. Und gekommen sind viele Mitglieder, eine ganze Reihe von Gästen und darunter viele Bürgermeister. Helmut Schneider, Vorsitzender dieser Bürgerinitiative, erinnert in seinem Bericht an die Aktivitäten seit der Gründung im Jahr 2004. Beständig hat die Initiative um Unterstützung geworben, Partner gesucht. In Hildesheim und Hannover wurden Gespräche geführt, Türen geöffnet. Und die beiden Minister Uwe Schünemann und Hans-Heinrich Sander betätigten sich gern als Türöffner.
„In Hannover kennt man Holzminden inzwischen, jetzt müssen wir den Gedanken nach Berlin tragen“, steckt der zweite Vorsitzende Fritz-Gerhard Hamann das nächste Ziel. Denn wenn die Planungen fertig in der Schublade liegen, muss auch das Geld fließen für den Bau. Und da gilt es, den Bundesverkehrsminister in die Pflicht zu nehmen.
Die Planungen laufen
bereits parallel
Dem Ziel verpflichtet, so schnell wie möglich baureife Pläne vorzulegen, hat sich das Team um Markus Brockmann und Uta Weiner-Kohl. Die Hamelner planen gleichrangig den ganzen Streckenzug und stecken bereits voll in der Arbeit. Brockmann: „Alle Planungen laufen parallel mit der größstmöglichen Geschwindigkeit“.
• Der Auftrag für die Planung der Ortsumgehung Eime (eigentlich im weiteren Bedarf) ist erteilt, darf bis zum Raumordnungsverfahren vorangetrieben werden. Voraussichtlich 2011 soll es abgeschlossen werden.
• Für die Ortsumgehung Marienhagen (vordringlicher Bedarf) wurde das Raumordnungsverfahren im Mai abgeschlossen. Vier Varianten wurden untersucht, die Wahl fiel auf die Ostumgehung mit Tunnel. „Wir sind in die Entwurfsphase eingestiegen“, erklärt Brockmann, die Aufträge für die Vermessung sind erteilt. Bis 2011 soll der Vorentwurf stehen, um dann das Genehmigungsverfahren einzuleiten.
• Für die Ortsumgehung Weenzen, nördlicher Abschnitt, wurde der Planungsauftrag erteilt. Die Straße soll an die geplante Umgehung Marienhagens anknüpfen. Zurzeit geht es noch um die Linienfindung.
• Auch für den südlichen Abschnitt der Umgehung Weenzen – vom leidlichen Kreisel bis hin zur Landesstraße – ist der Auftrag zur Planung erteilt worden. Die Vermessungsarbeiten sind abgeschlossen. Die Umweltverträglichkeitsstudie wird erarbeitet, Grundlagenermittlung und Vorplanung haben begonnen.
• Für die Ortsumgehung Capellenhagen und den Ith-Tunnel wurde ebenfalls am 2. April der Planungsauftrag erteilt mit einem ehrgeizigen Ziel: Das Raumordnungsverfahren soll ebenfalls 2011 abgeschlossen werden. Die Umweltverträglichkeitsstudie wurde Anfang Oktober in Auftrag gegeben. „Es gibt eine ganze Reihe von Varianten, die ins Raumordnungsverfahren eingebracht werden, dort soll aussortiert werden, was Sinn macht“, so Brockmann, der von seinen Geologen erfahren hat: „Um den Tunnel müssen wir uns keine Sorgen machen, es sind keine Faltungen zu erwarten“.
• Sehr gut vorangekommen sind die Planungen für die Nordost-Umgehung Eschershausen, die der Landkreis Holzminden und die Stadt Eschershausen vorfinanziert haben. Der Vorentwurf ist fertig, liegt dem Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung vor. „Wir hoffen, im nächsten Jahr die Planfeststellung beantragen zu können“, so Brockmann.
• Am 2. April gestartet wurde mit den Planungen für die Westumgehung Eschershausens. Doch auch hier wird aufs Tempo gedrückt. Die Antragskonferenz zur Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens fand Ende Oktober statt. In den nächsten Monaten soll untersucht werden, wo die Umgehung von der B 64 abzweigt – bereits auf dem Odfeld oder erst in der Spitzkehre der Schelenhufe. „Wir hoffen, in eineinhalb Jahren ein Ergebnis vorlegen zu können“, so Landrat Walter Waske.
• Und schließlich die Umgehung Negenborns. Hier läuft das Planfeststellungsverfahren. 37 Einwendungen hat die Straßenbaubehörde bearbeitet. „Sie liegen der Planfeststellungsbehörde vor“. Erörtert werden sollen sie am 8. und 9. Dezember. „Wir hoffen, das wir 2010 den Planfeststellungsbeschluss bekommen“, so Brockmann. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass auch gebaut wird. Der Planfeststellungsbeschluss hat inzwischen zehn Jahre Gültigkeit. Grund genug also, auch in Berlin für die Dringlichkeit zu werben.
„Das ist für die Region absolut entscheidend“, drückt auch Innenminister Uwe Schünemann aufs planerische Gaspedal. Er will, wenn der Bundesverkehrswegeplan 2012/2012 fortgeschrieben wird, fertige Planungen in der Schublade liegen haben, damit wir 2012/2013 in die Realisierungsphase eintreten können“. Schünemann ist zuversichtlich: „Jetzt ist das Signal da, jetzt kann es Aufbruchstimmung erzeugen“.
Das sieht auch Landrat Walter Waske so. Nach dem ersten Verkehrstag, der so wenig Positives zu bringen schien, soll es 2011 einen zweiten Verkehrstag geben. „Das hat Uwe Schünemann angestoßen, das machen wir gemeinsam“, so Waske, der darauf hofft, so in Berlin gehört zu werden. Der Verkehrstag 2011 böte auch die beste Möglichkeit, weitere Visionen zu entwickeln, betont Walter Waske und blickt auf die B 64 Richtung A 7. (bs)

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