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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Ein Juwel für die „Schatzkammer des Weserberglandes“

Landkreis Holzminden (13.12.08). Streuobstwiesen in der Rühler Schweiz, Schlüsselblumen auf den Weinbergen, Orchideen am Burgberg, Baumreihen auf der Ottensteiner Hochebene, Felsen am Ith, Moore im Hochsolling, Schwarzstörche im Vogler, Gelbbauchunken in Hohenbüchen oder Wellhecken am Holzberg – der Naturreichtum im Landkreis Holzminden ist unvergleichlich, aber zunehmend gefährdet durch die Aufgabe oder Änderung der Nutzung, mangelnde Pflege oder gedankenlose Zerstörung. Für Landrat Walter Waske trägt die Naturschutzstiftung im Landkreis Holzminden dazu bei, die „Schatzkammer des Weserberglandes“ zu bewahren und durch weitere „Schätze“ immer noch kostbarer zu machen. Seit Gründung der Naturschutzstiftung im Jahr 2000 sind bisher 99 Projekte mit einem Betrag in Höhe von insgesamt fast 200.000 Euro gefördert worden. Gerade sind acht weitere Förderprojekte ausgewählt worden (siehe Kasten). Erhalt, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft und zum Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten will die Stiftung fördern, zum Beispiel die Entbuschung von Kalkmagerrasen, das Pflanzen von Bäumen oder die Anlage von Feuchtbiotopen. Pacht und Ankauf von Grundstücken zu Zwecken des Naturschutzes und der Landschaftspflege, naturangepasste nachhaltige Bewirtschaftungsweisen sowie naturschutzfachliche Kartierungen und Gutachten – das alles ist nach den Richtlinien der Stiftung förderungswürdig. Gefördert wurden in den gut acht Jahren Projekte im Bereich des Natur- und Artenschutzes und Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft im Landkreis Holzminden, so die Anlage von Streuobstwiesen, Artenschutzmaßnahmen für Fledermäuse und Amphibien, die Renaturierung von alten Flachsrotten bei Brökeln und die Renaturierung von Teilflächen in der Weseraue am Heidbrink oder der Dürren Holzminde in Holzminden. Auch die Restaurierung der Sandsteinmauern an den Hengstweiden im Hochsolling, Naturerlebnispfade in Bodenwerder, Eschershausen und Oelkassen, die Nachpflanzung der Lindenallee des Gutes Westerbrak und die Beweidungsprojekte im Hochsolling wurden aus Geldern der Naturschutzstiftung bezuschusst. Gefördert werden Einzelpersonen, Institutionen und Träger öffentlicher Belange. „Privatpersonen, die etwa eine Streuobstwiese mit mindestens zehn Obstbäumen anlegen wollen, können gefördert werden. Dabei muss ein Eigenanteil erbracht werden, der auch durch Arbeitseinsatz erfüllt werden kann“, erklärt Andrea Wessel von der Unteren Naturschutzbehörde, Geschäftsführerin der Stiftung. Bei der Förderung handelt es sich zumeist um eine Anteilsfinanzierung, so dass über die Fördermittel in Höhe von fast 200.000 Euro ein Vielfaches an weiteren Geldern für den Naturschutz und die Landschaftspflege im Landkreis Holzminden in den letzten Jahren eingesetzt worden ist. „Viele Projekte hätten ohne diese Förderung nicht realisiert werden können“, weiß Michael Buschmann von der Unteren Naturschutzbehörde. „Die Anträge haben in der Regel eine hohe Qualität.“ Die Gründung der Naturschutzstiftung und parallel der Kulturstiftung im Jahr 2000 war dem Landkreis Holzminden durch den Verkauf seiner Wesertal- Anteile möglich geworden. Das Stiftungskapital betrug eine Million Euro, das nach einem Jahr auf 1,5 Millionen Euro aufgestockt wurde. Zusammen mit der Kulturstiftung werden jährlich rund 20.000 Euro Fördergelder ausgezahlt. Ein Teil des Erlöses war für die Errichtung der Naturschutzstiftung zur Verfügung gestellt worden. Die Rücklagen betragen zurzeit 25.000 Euro. Die durchgeführten Maßnahmen entsprechen den ursprünglichen Gedanken bei der Gründung der Naturschutzstiftung, nämlich mit Spenden und den aus der Anlage des Stiftungskapitals erwirtschafteten Zinserträgen, den ehrenamtlichen Naturschutz im Landkreis zu unterstützen. Durchschnittlich gehen pro Jahr 15 bis 20 Förderanträge ein. Eine Beratung dieser Anträge erfolgt zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, durch das Kuratorium der Naturschutzstiftung. Das Kuratorium ist besetzt mit Landrat Walter Waske als Vorsitzendem, drei Kreistagsabgeordneten, drei Vertretern von Naturschutzverbänden. „Die Entscheidungen, welche Projekte gefördert werden, fällt fast immer ausgewogen und einstimmig“, so Waske. Förderanträge können jeweils zum 1. Februar und zum 1. September gestellt werden. Zukünftig will die Naturschutzstiftung verstärkt eigene Projekte initiieren, zu deren Realisierung dann Zustiftungen, zum Beispiel durch Erbschaften, aber auch eingeworbene Spenden beitragen sollen. Geplant ist der Aufbau eines Flächenpools für Ausgleichsflächen, der aus Ersatzgeldern für Renaturierungsflächen gespeist wird, die bei Baumaßnahmen als Ausgleich für den Eingriff in die Natur gezahlt werden müssen. Für die Beratung des Kuratoriums im Frühjahr nächsten Jahres können jetzt Anträge abgegeben werden. Die Anträge sind an die Geschäftsstelle der Naturschutzstiftung, Andrea Wessel, Bürgermeister-Schrader- Straße 24, 37603 Holzminden, zu richten. Hier werden sie fachlich geprüft und dann an das Kuratorium weitergeleitet. Bei der Geschäftsstelle sind unter der Telefonnummer 05531/ 707283 oder auf der Internetseite www.landkreis-holzminden.de und dem Stichwort „Naturschutzstiftung“ weitere Informationen zum Thema Naturschutzstiftung erhältlich. (spe)

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