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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Heimatmuseum Bevern breitet seine Schätze aus

Vor die Schlossmodell-Vitrine wurde ein Podest gebaut – für die kleinen Gäste. Foto: nig

Bevern (14.03.09). Unzählige Arbeitsstunden haben die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Bevern bereits in die Neugestaltung des Heimatmuseums im Schloss Bevern investiert. Auch wenn die Neueröffnung noch einige Wochen auf sich warten lässt, nehmen die renovierten Museumsräume allmählich Gestalt an. Die ersten restaurierten Möbelstücke werden eingeräumt, einzelne Exponate für die Dauerausstellung gesichtet.
Die erste gravierende Neuerung fällt schon beim Betreten des Heimatmuseums auf: Der Eingang ist woanders. Wer das Museum besuchen möchte, nutzt künftig das zentrale Foyer rechts im Schloss-Innenhof, in dem auch das Tourismusbüro eingerichtet wurde. Dort können Besucher wählen: Die linke Treppe  zu den  Ausstellungsräumen der Erlebniswelt Renaissance, oder der rechte Gang zum Heimatmuseum?
„Wir wollen den Zugang möglichst einladend gestalten“, erklärt Dieter Baller. Bis zur Eröffnung werden zwar noch rund drei Monate ins Land gehen, gerne zeigt aber der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Bevern den Vertretern des Fleckens Bevern bei einem Rundgang die unfertigen Räume. Es lässt sich schon deutlich erahnen, wie das Heimatmuseum eines Tages aussehen kann.
Nach dem Durchschreiten des (Ein-)Gangs, der optisch noch mit Plakaten und Schildern aufgewertet werden soll,  gelangt man –  aus Brandschutzgründen abgeteilt durch zwei Glastüren, die der Flecken Bevern zur Neueinrichtung des Heimatmuseums beisteuert – in den ersten Ausstellungsraum. „Den wollen wir der Geschichte des Schlosses widmen“, erklärt Dieter Baller. Passend dazu wurde in der Raummitte die Glasvitrine mit dem Modell des Schlosses postiert. Damit auch Kinder einen guten Blick darauf werfen können, wurde eigens ein kleines Podest angefertigt.
Eingerahmt wird der Raum von alten, wuchtigen Möbelstücken, die liebevoll und aufwändig restauriert wurden. Die fünfjährige Lagerzeit ist den Jahrhunderte alten Schränken gar nicht gut bekommen. „Die Möbel waren in desolatem Zustand, als wir sie zurückgeholt haben. Zum Glück haben wir in unserem Verein genügend Fachleute, die solche Stücke aufarbeiten können“, bedankt sich Baller bei den fleißigen Helfern. Ein Schrank aus dem Jahre 1737 besitzt noch ein sogenanntes Sternschloss, das heute nur noch selten zu finden ist und sogar funktioniert.
Der zweite Raum des 140 Quadratmeter großen Heimatmuseums wird den Beveranern gewidmet. Es zeigt Gegenstände, die den einst mühsamen Alltag der Menschen des Dorfes symbolisieren.
Ein Raum weiter hat die Schriftsetzerei, die Erich Zabel hier aufgebaut hat, ihren neuen Platz gefunden, zusammen mit einem Modell der Telegrafenstation Nummer 28, die einst auf dem Burgberg in Betrieb war.
Eine Schmiede soll im vierten Raum des Heimatmuseums aufgebaut werden. Den alten Handwerksberufen will der Heimatverein dieses Zimmer widmen. Stellmacher, Tischler, Schreiner – diese Berufe mit ihren traditionellen Werkzeugen sollen hier ausgestellt werden.  Neben den historischen Werkzeugen ist noch etwas auffallend in dem Raum: Ein mächtiger Fachwerkbalken aus dem Jahre 1819, in dem eine vollständige Inschrift zu sehen ist.
Neben den beruflichen Tätigkeiten, die einst das Leben der Beveraner bestimmten, soll auch die alltägliche Arbeit in den Bauernhäusern gewürdigt werden. Ein Vorläufer des Spinnrades ist zu bewundern, und sogar ein alter, funktionstüchtiger Webstuhl, der hier an  bestimmten Tagen sogar in Betrieb zu sehen sein soll. „Was hier an Wäsche produziert wurde, war ein Schatz“, findet Dieter Baller, der auch eine Wäschetruhe aus dem Jahre 1870 präsentiert. Auch sie musste aufwändig restauriert wurden, weil ihr der Holzwurm während der Einlagerung so sehr zugesetzt hatte.
„Unsere Aufgabe ist es, das ehemalige Leben der Beveraner zu zeigen“, fasst es Heidrun Löhr als Leiterin der AG  Museum zusammen. Und dieser Aufgabe habe man sich erfolgreich gestellt, auch wenn die Mittel des Vereins sehr begrenzt seien. Dafür aber engagieren sehr viele Mitglieder des Vereins ehrenamtlich, um „ihr“ Museum nach fünfjähriger Zwangspause wieder zu einem Glanzstück herauszuputzen. „Mehr als 1.000 Arbeitsstunden wurden hier bereits investiert“, lobt Bürgermeister Ernst Warnecke.
Zwar hat sich die Grundfläche des Museums von einst 250 Quadratmetern auf nun 140 reduziert, aber in einer zweiten Phase sollen 150 Quadratmeter im Obergeschoss hinzukommen. „Am Anfang war es zum Verzweifeln“, gibt Dieter Baller zu, „aber nun sehen wir wieder einen roten Faden.“ Ein Problem war es, dass das Zwischenlager ohne Plan vollgestellt wurde. „Luft gab es erst wieder, als die Möbelstücke zur Restauration gebracht wurden.“
Beim Einrichten der neuen Museumsräume hat man sich nun bemüht, mit weniger Exponaten als bisher thematische Schwerpunkte zu setzen.
So wie im letzten Museumsraum, der der Arbeitsgruppe Archäologie zur Verfügung gestellt wurde. Hier sind Ausgrabungsfunde zu sehen, die in der Nähe von Bevern entdeckt wurden. In einer neu eingerichteten „Kommunikationsrunde“ können sich Kleingruppen, zum Beispiel Schulklassen bei Führungen, niederlassen.
Mit der Eröffnung des neu gestalteten Heimatmuseums rechnet der Verein Ende Mai. „Passend dafür wäre der ,Tag des Museums‘“, hofft Baller. Die Öffnungszeiten sollen denen der Erlebniswelt Renaissance angepasst werden. (nig)

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