Landkreis Holzminden (24.01.09). „Es fließen schon mal Tränen, wenn sich eine von uns aus ihrem Amt verabschiedet“, erzählt Denise Melching. Seit Mai 2008 reist sie als Kirschblütenkönigin für die Rühler Schweiz durch die Lande, gehört mittlerweile zur Familie der „gekrönten Häupter“ zwischen Flensburg und München. Wenn sie von ihren Auftritten in Bayern oder Brüssel spricht, leuchten die Augen der 18-jährigen Rühlerin. Das Jahr als „Königin“ mache nicht nur Spaß, es habe ihr auch persönlich sehr viel gebracht. Zum Beispiel Selbstbewusstsein: „Bei der Krönung bin ich vor Lampenfieber noch fast ohnmächtig geworden, aber spätestens beim dritten Auftritt war ich schon ganz locker“, plaudert sie im Gespräch mit dem TAH. Damit möchte sie zugleich allen jungen Damen der Region Mut machen, sich auch einmal als Kirschblütenkönigin zu bewerben: Die nächste Kandidatinnen-Kür steht nämlich schon vor der Tür.
Denise und ihre Familie haben seit der ersten Wahl einer Kirschblütenkönigin und dem ersten Kirschblütenfest in der Rühler Schweiz regen Anteil an dieser „Werbekampagne“ für ihre schöne Heimat genommen. Ihre Freizeit widmete die Schülerin des Campe-Gymnasiums in Holzminden jedoch eher dem Sport, sie spielte Handball beim TV Bodenwerder und Fußball beim TSV Kirchbrak. „Meine Oma hatte dann die Idee, dass ich mich einmal als Kirschblütenkönigin bewerben könnte“, erzählt Denise. Und offenbar musste sie nicht lange überredet werden. „Ich wollte unbedingt dazu beitragen, dass unsere Region überall angemessen vertreten wird“, spricht der Tourismus-Profi Denise - und man nimmt der 18-Jährigen diese Intention sofort ab!
Vielleicht war es diese Glaubwürdigkeit, die auch die Jury im Frühjahr 2008 auf dem Kirschblütenball in Golmbach überzeugte. Eine Woche später beim Kirschblütenfest wurde sie offiziell gekrönt. Viel Zeit, sich auf ihren frischen „Lorbeeren“ auszuruhen, blieb ihr allerdings nicht - mit dem Frühjahr beginnt ja stets auch die Hauptsaison der „Königinnen-Treffen“. Unterm Strich halte sich der zeitliche Aufwand für dieses Amt aber in vertretbaren Grenzen, betont sie ausdrücklich. Immerhin werde sie bei einem Teil der Veranstaltungen von ihren „Prinzessinnen“ vertreten.
„Ich bin nie allein auf mich gestellt, es ist immer jemand an meiner Seite“, möchte sie etwaige Ängste potenzieller Nachfolgerinnen ausräumen. Vor allem Kurt Lammert aus Golmbach, unter den Organisatoren des Kirschblütenfestes verantwortlich für die Königinnen-Kür, weicht nicht von der Seite „seiner“ jeweiligen „Queen“. „Und mein Freund war auch immer mit“, freut sich Denise, die nach dem Abitur im Sommer 2009 studieren möchte.
Doch noch ist ihre Amtszeit ja nicht zu Ende. Gerade hat sie die „Grüne Woche“ in Berlin besucht, ein weiteres Highlight jedes Königinnen-Jahres. Am besten hat es ihr allerdings beim mehrtägigen Besuch in Bayern gefallen, gesteht die Rühlerin, der offenbar die „bayerische Atmosphäre“ besonders zusagt. Doch natürlich war auch Brüssel ein tolles Erlebnis, als Denise mit einer Delegation der REK Weserbergland das Europäische Parlament besuchen durfte. Davon erzählt sie fast ehrfurchtsvoll.
Sie hat inzwischen viele, viele „Kolleginnen“ kennengelernt, von deren Existenz sie vorher gar nichts wusste. Zum Beispiel die Hopfen-, die Most- oder die Rhododendron-Königin. Und mit der Sonnenblumen-Königin aus Bad Bederkesa verbindet sie sogar eine echte Freundschaft, sie verabreden sich - wenn möglich - sogar zu besonderen Veranstaltungen. „Ich habe viele schöne Ecken in Deutschland gesehen, in die ich sonst wohl nie gereist wäre“, erzählt Denise weiter. Allein dafür habe sich die Kandidatur vor einem Jahr gelohnt - und die Tatsache, dass man eben mal sonnabends um 5 Uhr in der Früh aufstehen muss, sei im Nachhinein auch nicht mehr so schlimm.
Mit ihrem Charme hat sie in den letzten Monaten viele Menschen verzaubern können - nur ihre beiden jüngeren Schwestern sind offenbar (noch) „immun“: Die 17-jährige Gina hat ihre große Schwester zwar einmal kurzfristig bei einer Veranstaltung vertreten, als ihre „Nachfolgerin“ will sie sich aber nicht bewerben. Aber vielleicht hat die Jüngste, gerade mal 14, in ein paar Jahren Lust dazu.
Aber jetzt geht es erst einmal in die nächste Runde für 2009. Das Kandidatinnen-Karussell ist eröffnet, Kurt Lammert in Golmbach (Telefon 05532/8580) und Ewald Beismann in Rühle (05533/4493) nehmen ab sofort Bewerbungen entgegen. Neu ist in diesem Jahr: Die Bewerberinnen können aus dem gesamten Kreis Holzminden stammen, sie müssen nur ein „Herz für die Rühler Schweiz“ haben. (rei)

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