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Donnerstag, 17. Mai 2012




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In drei bis vier Minuten ist der Spuk schon wieder zu Ende

Der Rookies-Cup in Winterberg ist ein gesellschaftlich-sportlicher Höhepunkt.

Silberborn (22.01.2011). Wenn es draußen kalt wird und der erste Schnee fällt, dann wird es ruhiger. Bei Schnee und Eis kann Philip Macke nicht fahren. Dann bleibt sein Downhill-Rad stehen. Aber sobald die weiße Pracht verschwunden ist, geht es wieder rund. Dann geht der 15-Jährige voll in seinem Hobby auf. Downhill ist seine Leidenschaft, dafür nimmt er so einige Entbehrungen in Kauf. Gemeinsam mit seinem Vater Carsten Macke bilden die beiden ein richtig gutes Gespann. Während sich der Vater um die organisatorischen Dinge kümmert, nimmt Sohn Philip die sportlichen Dinge in die Hand.  Und so ist den beiden kein Weg zu weit und kein Berg zu steil.
Es  dauert nur drei bis vier Minuten. Dann ist der Spuk schon wieder vorbei. Aber dann haben die Downhill-Fahrer eine Strecke von etwa zwei Kilometer hinter sich gelassen. 40 bis 50 Stundenkilometer schnell. Und diese Strecken haben es normalerweise in sich. Für gewöhnlich geht es irgendwo steil bergrunter. Scharfe Kurven, Wurzeln, Steine oder andere Hindernisse sollen dem Fahrer das Leben schwer machen.  Hin und wieder wird gesprungen – meterweit. Für Beobachter sieht das alles schon abenteuerlich aus. Aber die Fahrer sind bestmöglich gegen Verletzungen geschützt. Helm und jede Menge Protektoren verhindern das Schlimmste. Und wenn hin und wieder was passiert? „Auch nicht mehr als bei anderen Sportarten“, sagt Carsten Macke. Er ist Mäzen, gute Seele, Fahrer, Organisator und quasi das Mädchen für alles. Und hin und wieder klebt er den jungen Fahrern auch mal ein Pflaster auf.  So hält der Senior seinem Junior den Rücken frei, damit dieser in seinem Sport aufgehen kann. Und Philip dankt es seinem Vater mit Erfolgen.
Eigentlich war der junge Silberborner im Motocross zu Hause. Irgndwann machte er Bekanntschaft mit dem Bikepark in Hahnenklee im Harz. Da kam er auf den Geschmack. Heute ist es ein bisschen verkehrte Welt, denn nun steht Downhill an erster Stelle und das Motocross ist nur noch eine Art Ausgleichssport. Schnell reifte der Entschluss, im Rookies-Cup zu starten. Die Serie setzt sich aus vier Rennen, drei davon in Deutschland, eins in der Schweiz, zusammen. Rang zwei der Gesamtwertung 2010 war der Lohn der Arbeit. Seit 2011 startet der Realschüler im German-Cup. „Das ist noch eine Stufe höher angesiedelt“, erzählt er. „Die Konkurrenz wird härter“, sagt Philip Macke, um gleich hinterherzuschieben: „Aber nur auf der Strecke. Abseits herrscht ein tolles kameradschaftliches Verhältnis. Jeder hilft jedem und respektiert die Leistung des anderen, ohne Neid“.
„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, sonst geht gar nichts“, sagt der junge Silberborner schmunzelnd. Und sein Vater ergänzt: „Die Abfahrten sind Materialschlachten für Körper und Bike. Wenn man manche Fahrer sieht, wie sie ihre 6.000-Euro-Bikes zerschroten, da hat man schon Tränen in den Augen“. 
Zugute kommen Philip Macke die Erfahrungen aus dem Motocross. Konzentration, Sprunggefühl und Gleichgewichtssinn,  all das konnte der 15-Jährige mit dem Motorrad schulen. Und heute profitiert er davon, wenn er auf den Abfahrten mit dem Bike springen muss – drei bis zehn Meter weite Sätze sind keine Seltenheit. „Vom Motocross habe ich viel mitgenommen“, sagt er. Und sein Vater muss lachen, wenn er an die Anfänge denkt. „Als Philip viereinhalb Jahre alt war, habe ich ihm ein Motorrad versprochen, wenn er ohne Stützräder Fahrrad fahren kann. Eine halbe Stunde später war es soweit.“
So sind die beiden Mackes während der Saison fast jedes Wochenende im Namen des Downhills unterwegs. Zwischen 4.500 und 5.000 Kilometer fährt Vater Carsten seinen Filius durch die Republik.  Thale im Harz ist die kürzeste Anfahrt, das spektakulärste Event ist aber in Winterberg, wo die Saison traditionell gestartet wird. „Das ist Europas größtes Freeride-Festival. Da ist alles am Start was Rang und Namen hat. 30.000 bis 40.000 Zuschauer unterstützen die Fahrer frenetisch“, schwärmt Philip Macke und freut sich schon auf den Start in die Vorbereitung – sobald der Winter abgerückt ist. (ue)

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