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Samstag, 31. Juli 2010




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Mit über 100 Mitarbeitern in drei Bundesländern aktiv

Ein neues Projekt: Ganztagsbetreuung an Grundschulen in Höxter.

Landkreis Holzminden (19.12.2009). Am Anfang der Erfolgsgeschichte des Projekts Begegnung stand der ehrenamtliche Einsatz für kleine Kinder. Arbeitslose Pädagogen boten im Herbst 1984 kostenlose Hausaufgabenhilfe für junge Schüler an. „Das war eigentlich die Geburtsstunde des Projekts Begegnung“, erinnern sich Vereinsvorsitzender Bernd Wengel und Geschäftsführer Günter Rehling. Am Anfang nutzten gerade Grund- und Hauptschüler sowie Kinder ausländischer Mitbürger in Boffzen dieses Angebot. „Deshalb hatten wir überlegt, einen Verein zu gründen, der im ländlichen Bereich Holzminden/Höxter in sozialen Problemfeldern arbeitet und zugleich Beschäftigungsmöglichkeiten für arbeitslose Lehrer und Pädagogen erschließt“, erinnern sich Wengel und Rehling.
Im Wohnzimmer von Bernd Wengel wurde schließlich vor 25 Jahren im November 1984 der eingetragene Verein „Projekt Begegnung“ gegründet. Schon drei Monate nach der Gründung konnte der Verein erstmals aus Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit die erste hauptamtliche Stelle zur Hausaufgabenbetreuung mit 30 Stunden pro Woche in Boffzen einrichten. Kurz danach gab es schon eine zweite Stelle in Lauenförde. Ab 1985 machte der Verein im Kinderferienpass Boffzen/Höxter mit und 1986 kam ein zweiter Bereich zum Aufgabenfeld hinzu: die Betreuung straffälliger Jugendlicher in Form von sozialpädagogischen Trainingskursen. Im gleichen Jahr wurde erstmals ein Büro angemietet. In der Herrenbache 2 in Holzminden bezog das Projekt einen Büroraum.
In den folgenden Jahren wurden weitere Kräfte auf der Basis von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingestellt. Unter anderem weitere Mitarbeiter für die Hausaufgabenhilfe, für ambulante Maßnahmen und Angebote sowie für den Bereich „Täter-Opfer-Ausgleich“. Auch der Umzug in ein größeres Büro im Oktober 1987 trug der Entwicklung Rechnung. Zuvor hatte der Verein einen wichtigen Markstein seiner Entwicklung erreicht. Im Frühjahr 1987 wurde das Projekt Begegnung vom Landkreis Holzminden als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt.
Im Winter 1990 erfolgte eine weitere Vergrößerung des Aufgabenspektrums der aktiven Vereinsmitglieder. Dem Landkreis wurde das Konzept „Sozialpädagogisches Einzelwohnen (SPEW)“ vorgestellt, das im Verein „Projekt Begegnung“ entwickelt wurde. Es ist eine Jugendhilfemaßnahme, die für Jugendliche ab 17 Jahren gedacht ist und im Landkreis als willkommene Entwicklung des bestehenden Jugendhilfeangebotes begrüßt wird. Im Rahmen des SPEW-Projektes wird in der Holzmindener Innenstadt eine Fünf-Zimmer-Wohnung angemietet und ist die Startwohnung für betreutes Einzelwohnen.
Der Verein, der in den ersten Jahren durch die ehrenamtliche Arbeit seiner Mitglieder getragen wird, war und ist auf Spenden und Zuschüsse angewiesen. Immer wieder, so erinnern sich Bernd Wengel und Günter Rehling, habe man durch Zuwendungen von Unternehmen, Kommunen oder Bürgern die Arbeit aufrecht erhalten können. „Es war eng, aber es hat immer funktioniert.“ Beispielsweise wurden die Stellen der Hausaufgabenhilfe Boffzen und Lauenförde zu einer Stelle zusammengefasst. Eng wurde es auch 1992 im bisherigen Büro. Der nächste Umzug stand ins Haus. In der Mittleren Straße 4 in Holzminden wurde eine Wohnung mit drei Büros und einem Gruppenraum bezogen.
1994, im zehnten Jahr des Bestehens, wurden erstmals unbefristete Arbeitsstellen eingerichtet. Mit finanzieller Hilfe der Kommunen wurde für die Hausaufgabenhilfe ein Arbeitsplatz eingerichtet. Beim betreuten Wohnen beschäftigte der Verein eine Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr. Und auch für die Verwaltung wurde erstmals eine Fachkraft eingestellt. In den folgenden Jahren wurden weitere Projekte angestoßen- So etwa der flexible ambulante Kinder- und Jugendservice (heute Erziehungsbeistandschaft und Sozialpädagogische Familienhilfe, 1997), Ambulante Schulsozialarbeit (1997) und sportliche Jugendprojekte (1998).
Neben Boffzen und Holzminden wurden ab 1998 neue Orte dem Tätigkeitsfeld des Projekts Begegnung hinzugeführt. Heinsen,Höxter und Beverungen kamen hinzu. In Höxter eröffnete das Projekt beispielsweise 1998 eine Tagesgruppe mit drei pädagogischen Fachkräften, in Stadtoldendorf wurde eine Stelle für schulbegleitende Hilfen hauptamtlich eingerichtet. Die Keimzelle des Projekts Begegnung, die Samtgemeinde Boffzen, wurde 1999 zum ersten kommunalen Vertragspartner des Projekts Begegnung. Der Verein übernahm als Dienstleister für die Samtgemeinde die Durchführung jugendpflegerischer Arbeiten und die Unterhaltung der in den Mitgliedsgemeinden bestehenden fünf Jugendräumen. Im gleichen Jahr wurde nach Höxter auch Beverungen Standort einer Tagesgruppe, die vom Projekt Begegnung betreut wurde. Das erste Jahr des neuen Jahrtausends war für das Projekt Begegnung ein entscheidendes Jahr. Nicht nur, weil – wieder einmal – neue Büroräume, diesmal in der Oberen Straße 14 in Holzminden, bezogen werden mussten. Mit Gründungsmitglied Günter Rehling wird erstmals ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt. Das Projekt Begegnung, das weiterhin als Verein geführt wird, wurde danach um eine gemeinnützige GmbH (2003) erweitert. Die Angebote wurden seit der Umstrukturierung immer größer. Neben Ferienfreizeiten und Sportangeboten kamen neue Schulbetreuungen wie etwa die Schule an der Weser hinzu.
Bundesland Nummer drei kam im Jahr 2002 für das Projekt Begegnung hinzu. In diesem Jahr wurde an der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen eine Maßnahme für schulbegleitende Hilfen gestartet. Ein Jahr später erlebte das Projekt eine weitere, eminente Vergrößung. Der Verein übernahm vom Landkreis Holzminden die Jugendbildungsstätte in Fürstenberg, zusammen mit den dort beschäftigten sieben Mitarbeitern. Und dort wurde ein Jahr später ein Projekt gestartet, das den Bekanntheitsgrad des Projektes noch steigerte, Die Jugendwerkstatt der Kreisvolkshochschule Holzminden baute mit Unterstützung der Arge und der Agentur für Arbeit und gefördert von der europäischen Union das Mittelalterdorf Bokenrode, das inzwischen für Jugendfreizeiten, Schulungsmaßnahmen und Erlebniskurse ein echter Anziehungspunkt geworden ist.
Im 25. Jahr des Bestehens ist das Projekt Begegnung ein großes, starkes und sehr erfolgreiches Unternehmen. Zudem ein Unternehmen, das sich durch die hohe Qualität seiner Arbeit einen sehr guten Namen über die Landesgrenzen hinaus gemacht hat. Tätig sind die über 100 Mitarbeitern (60 Angestellte und über 40 Honorarkräfte) in drei Bundesländern. Dort arbeiten sie in den unterschiedlichsten Bereichen. Angefangen von Gastelternprojekten bis hin zu Familienzentren, Schulsozialarbeit und Offene Ganztagsschulen sind die Mitarbeiter des Projekts Begegnung in vielen Städten der Kreise Holzminden, Höxter und Kassel zu finden. Was vor einem Vierteljahrhundert als kleine, ehrenamtliche Initiative engagierter Frauen und Männer begonnen hat und zuerst mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme an den Start ging, ist heute ein erfolgreiches Projekt, das vielen Menschen gute Dienste leistet. Das Projekt Begegnung hat sich so in den vergangenen Jahren zu einem positiven Botschafter des Landkreises Holzminden entwickelt. (fhm)

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