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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Mit einem Fang 350 Kilogramm Aale aus der Weser gefischt

Polle (29.12.01). "Einen solchen Fang habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht gemacht. 350 Kilogramm Aal mit einem Fang. Unglaublich." Fritz Köster aus Polle wird diesen Morgen nicht so schnell vergessen. Viele Jahre schon fischt er in der Weser und bereitet die Aale selbst zu. Der bekannte Gastronom hatte vor 17 Jahren das Geschäft von seinem Vater übernommen, mit der er schon vor über 30 Jahren gemeinsam auf der Weser gefahren ist. "Aber dieser Fang ist ein absoluter Rekord." In diesem Jahr kommt Fritz Köster dieser Fischzug entgegen, denn im Weserbergland ist Aal als Silvester- und Feiertagsschmaus immer beliebter geworden. "Es ist halt eine echte Delikatesse."

Doch bevor es als Festtagsessen auf den Tisch kommt, wartet viel Arbeit auf den Fischer aus Polle. "Wenn man Aale fangen will, muss man bestimmte Regeln beachten", erzählt er. Um Vollmond herum habe es keinen Zweck. "Vier Tage vor und zwei Tage nach Vollmond laufen die Aale nicht ins Netz", weiß der erfahrene Petri-Jünger. Ganz besonders wichtig sei auch der Wasserstand der Weser. "Das Wasser muss steigen, dann ist die richtige Zeit da." Köster lässt sich immer aus Bad Karlshafen und Hannoversch Münden die aktuellen Pegelstände der Weser durchgeben. An die Pegelstände seines "Jahrhundertfangs" kann er sich noch gut erinnern. Erst lag die Weser bei 1,92 Meter, dann bei 2,39 und dann bei 2,49. "Da wusste ich, dass die richtige Gelegenheit gekommen ist."
Morgens gegen halb acht hat er sich mit einem Boot auf den Weg zu seinen Netzen gemacht. In der Nähe seiner "Weserterassen" hat er schließlich die Netze eingeholt und sich über den einmaligen Fang gewundert. "Kein Müll, nur Aale." Das habe viel Kraft gekostet die Tiere an Bord zu hieven. Anschließend wurden die Aale frisch verarbeitet.
Seine Räucherkammer hatte der Poller Fischexperte - mit Zertifikat von der Landwirtschaftskammer - vorgeheizt, so dass die Tiere eineinhalb Stunden auf Buchenholz geräuchert werden konnten. Doch nicht nur geräuchert kommen sie auf den Tisch. Gebraten oder als Aal in Gelee erfreuen sich bei den Genießern großer Beliebtheit.
Kreisbrandmeister Otto Wittenberg weiß den Geschmack dieses Fisches zu schätzen. "So mancher muss sich erst einmal überwinden, aber wenn er einmal probiert hat, wird er davon begeistert sein." Diese Meinung vertritt auch Polles früherer Bürgermeister, Franz Krause, der zusammen mit seinem Freundeskreis zum "Aal satt essen" kommt.
Otto Wittenberg und Franz Krause mögen den Aal sowohl gebraten als auch geräuchert.
Für Fritz Köster gibt es allerdings eine Art und Weise des Aalessens, die für ihn ein absoluter Hochgenuss ist. "Am besten nimmt man zum Räucheraal eine einfache Scheibe Graubrot und dazu Pils und Korn. Dann schmeckt Aal so richtig lecker." (fhm)

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