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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Mit Manfred Janke auf Pilzwanderung im Solling

Hallimasch ist derzeit sehr oft im Solling zu finden.

Silberborn (09.10.2010). Manfred Janke ist oft im Solling zu finden. Der Silberborner macht sich dann auf die Suche nach Pilzen. „Meine Großmutter ist mit mir früher oft zum Pilze sammeln in den Wald gegangen, und ich habe mir diese Leidenschaft bis heute bewahrt.“ Manfred Janke ist inzwischen ein echter Pilzexperte, der seit zwei Jahren Pilzführungen im Solling anbietet. Wer sich mit Janke auf den Weg macht, der lernt viel über Pilze im Solling, welche giftig und welche genießbar sind und wie man am besten mit ihnen umgeht.
„Pilze sind weder Tiere noch Pflanzen, sie sind eine eigene Gruppe von Lebewesen“, erläutert Janke. Der Solling sei in diesem Jahr aufgrund der Witterung besonders pilzreich und beheimate die verschiedensten Arten von Pilzen. „Pilze gibt es übrigens das ganze Jahr hindurch, nicht nur in dieser Zeit.“ Aktuell sind besonders viele Hallimasch an Baumstämmen zu finden. „Dieser Pilz muss aber unbedingt abgekocht werden, denn er enthält ein wasserlösliches Gift. Danach ist er genießbar.“ Natürlich gebe es im Solling viele Exemplare der klassischen Stein- oder Herrenpilze. „Der Steinpilz heißt übrigens deshalb Herrenpilz, weil er im Mittelalter zum Besitz des Landesherrn gehörte und als Abgabe an die Fürsten zum Steueraufkommen der Menschen zählte.“ Am Wegesrand sei derzeit der Birkenpilz zu finden, der sich aber oft im Dickicht oder unter Gras verstecke. Wenn man ihn kocht oder brät, wird das Fleisch dunkel.
„Die Pilze sind Freunde der Menschen“, weiß Manfred Janke zu berichten. Nicht nur als Speisepilz sei er eine Leckerei und könne auf verschiedenste Art und Weise zubereitet werden. „Was wäre der Mensch ohne Pilze? Hefepilze sorgen für Bier und Brot und Schimmelpilze lassen Penicillin entstehen.“ Sein gewaltiges Wissen über Pilze bringt Manfred Janke bei seinen Pilzführungen zur Geltung. Seit 2008 bietet er diese geführten Wanderungen an, für die man sich bei ihm unter 05536/999505 anmelden kann. Nach Möglichkeit, so Janke, sollten pro Wanderung maximal 25 Leute mitgehen, weil es sonst zu mühselig sei, eine große Gruppe zu führen und Erläuterungen zu geben.
Wer mit Manfred Janke auf Pilzwanderung ist, bekommt zu hören, welche Pilze genießbar, ungefährlich und gefährlich sind. Janke weiß auch so manches über Kräuter zu berichten, die in den Wäldern zu finden sind. Zum Hallimasch-Pilz berichtet Janke, dass er der Bote für den kommenden Frost ist. Wenn dieser Pilz an den Bäumen zu sehen sei, ständen sie ersten Frostnächte vor der Tür.
Wer in der Natur geht, um Pilze zu sammeln, sollte sich auf jeden Fall kundig machen. Wenn man einen Pilz nicht kennt, auf jeden Fall stehen lassen. „Man sollte Pilze nicht einfach zerstören. Alles hat seinen Platz in der Natur und seinen Zweck.“ So sei beispielsweise der hochgiftige Fliegenpilz ein sogenannter Hinweispilz. Denn in der Nähe von Fliegenpilzen sei immer der leckere Steinpilz zu finden. „Generell ist beim Sammeln von Wildpilzen immer größte Vorsicht geboten, damit man nicht doch noch einen Giftpilz mitnimmt.“ Nur wer sich auskennt, sollte als Pilzsammler in den Wald gehen. Wer sich nicht auskennt, sollte die Finger davon lassen. Die Gefahr, Giftpilze und Esspilze zu verwechseln sei zu groß. Die aktuellen Beispiele von Menschen, die Champignons und Knollenblätterpilze verwechselt haben und nach Genuss der Giftpilze gestorben sind, sollten Warnung genug sein.
Das Pilzangebot im Solling sei sehr groß, so der Pilzexperte. Man finde hier auch die Spitzmorchel, die beispielsweise getrocknet gern gegessen wird. Nach den Herbstpilzen wie Birkenpilzen stehen als nächstes die Winterpilze auf dem Programm. Auch in der kalten Jahreszeit sind Pilze aktiv. Im Solling ist beispielsweise der Austernsaitling zu finden. Janke kann sich erinnern, dass er bei einer Sammeltour einmal fünf Kilo dieses Pilzes gefunden und in seinen Korb gepackt hat.
Einige Pilze findet man in besonderen Anordnungen im Wald. Sie bilden große Ringe, die von manchen Menschen als Hexenringe bezeichnet werden. „Da steckt nichts Mystisches und Gefährliches dahinter“, beruhigt der Experte. Der eigentliche Pilz befindet sich in der Erde, das sogenannte Myzel. Dieses Geflecht saugt die Nährstoffe auf und verbindet sich mit Pflanzen und Bäumen. Die sichtbaren Pilze sind die Fruchtkörper dieser Myzel, die dann für die Fortpflanzung sorgen. Manchmal ordnet sich das Myzel so an, dass die Pilze in einem Kreis entstehen. Die Geflechte der Pilze können einen sehr großen Raum im Waldboden einnehmen. In den USA ist beispielsweise eine Hallimasch-Art bekannt, dessen Myzel über eine Fläche von 8,8 Quadratkilometern verteilt ist.
Manfred Janke weiß viel über Pilze und er gibt es auf seinen Pilzführungen gerne weiter. Begonnen hat für ihn alles als Kind, als seine Großmutter ihn immer wieder auf Pilztour mit den Wald genommen hat. Bewahrt hat er sich seine Vorliebe für Pilze, für ihren leckeren Geschmack. „Ich mag sie gern auf die einfachste Art, mit ein bisschen Butter in der Pfanne, damit der schöne Eigengeschmack zu spüren ist.“ (fhm)

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