Schorborn (16.01.2010). Die bevorstehende Dorferneuerung bewegt und beschäftigt seit Monaten die Dorfgemeinschaften in Schorborn und Schießhaus. Aber wie das zum Auftakt eines solchen Mammut-Projektes immer so ist: Geduld ist gefragt. Denn bevor die erste Maßnahme tatsächlich in Angriff genommen werden darf, müssen Ideen gesammelt, Pläne erstellt und schließlich die Genehmigungen abgewartet werden.
Im Punkto Ideen und Pläne haben sich der eigens gegründete Schorborner Arbeitskreis gemeinsam und der Planer Dipl-Ing. Andreas Jürgens schon mächtig ins Zeug gelegt. Zahlreiche Vorschläge sind nicht nur in den Köpfen entstanden, sondern mittlerweile auch zu Papier gebracht und öffentlich präsentiert worden. Darunter einige sehr vielversprechende und realisierbare Maßnahmen, die beide Dörfer nicht nur schöner machen, sondern auch den Dorfgemeinschaften zu Gute kommen.
„Die unverwechselbare Eigenart der Dörfer Schorborn und Schießhaus soll dabei bewahrt werden, zugleich soll die Dorferneuerung die beiden Orte als wertvollen Lebensraum den künftigen Erfordernissen anpassen“, heißt es in der Zielsetzung der Dorferneuerung.
Eine der ersten Maßnahmen, die 2010 in Angriff genommen werden soll, ist der Ortseingang bei Schießhaus. Hier ist eine Neubefestigung und Neugestaltung der Ortseinfahrt vorgesehen. Der vorhandene Parkplatz wird etwas verlegt, das bisherige Buswartehäuschen soll durch einen schönen, geräumigen Pavillon ersetzt werden, der auch von den Ausflüglern, die Schießhaus gerne als Startpunkt für schöne Solling-Wanderungen wählen, genutzt werden kann. Zugleich ist eine neue Info-Tafel geplant, auf der die Wanderwege und viele weitere nützliche Hinweise zu sehen sind.
Um die Verkehrssituation zu entschärfen, sollen sowohl Schießhaus als auch Schorborn als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden. Ein neues Gesicht sollen die Straßen „Lange Grund“ und „Am Falle“ in Schorborn bekommen. „Hier herrscht dringender Handlungsbedarf“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Ullmann, der gemeinsam mit Arbeitskreis-Leiter Dieter Helmer die geplanten Projekte vorstellt.
Ein weiterer Bereich, der durch die Dorferneuerung einen völlig neuen Charakter erhalten soll, ist der Dorfplatz in Schorborn. Die bisherige Rasenfläche mit kleinem Parkplatz, Buswendeschleife und Wartehäuschen soll gänzlich anders aufgeteilt werden: Das Bus-Häuschen wandert auf die gegenüberliegende Seite und wird in Form eines schicken, vielseitig nutzbaren Pavillons neu aufgebaut. An der alten Stelle des alten Wartehäuschens wird dann der Platz frei für einen neuen Parkplatz.
Der bisherige Parkplatz wird dem Dorfplatz angegliedert, so dass eine größere zusammenhängende Fläche als bisher zur Verfügung steht, die teils mit Pflaster, teils mit Rasen neu angelegt wird. Außerdem wird eine Info-Tafel aufgebaut. „Das wird das herausragende Projekt unserer Dorferneuerung“, schätzt Dieter Helmer.
Der Dorfgemeinschaft zu Gute kommen auch die geplanten Maßnahmen in und am Dorfgemeinschaftshaus. Dies soll saniert werden, vor allem in energetischer Hinsicht mit neuen Fenstern und neuer Dämmung. Der Eingangsbereich soll großflächig überdacht werden, das neue Dach seitlich verlängert werden und bis auf die „Bürgerwiese“ reichen. So steht für Feiern unter freiem Himmel dennoch eine Überdachung zur Verfügung. Bei der Gelegenheit soll übrigens ein Fußweg vom Dorfgemeinschaftshaus bis zum Friedhof angelegt werden.
Optisch aufgewertet werden soll schließlich noch der Ortseingang am Mühlteich. Der Entwurf sieht vor, die bisherige asphaltierte Straßenkreuzung mit einer Pflasterung zu versehen, die wie ein kleiner Kreisverkehr wirkt. Der Blick auf den Teich soll dabei freigelegt, Büsche und Bäume entfernt werden. Dann wäre auch genug Platz für einen weiteren Gehweg, der mit einer Sandstein-Stützmauer von Teich und Straße abgegrenzt wäre. „Die Dorferneuerung bietet eine einmalige Gelegenheit für solche Vorhaben“, zeigt sich Dieter Ullmann begeistert von den Plänen. Immerhin werden öffentliche Maßnahmen zu fast 50 Prozent aus den Dorferneuerungs-Mitteln bezuschusst.
Und auch für private Verschönerungsmaßnahmen ist der Zeitpunkt günstig. Hier locken Förderungen von rund 30 Prozent. Wichtig bei allen Vorhaben: Erst die Genehmigung abwarten, bevor die Arbeiten beginnen. Sonst ist die Förderung in Gefahr. Details beantworten gerne Bürgermeister Ullmann oder der Arbeitskreis-Vorsitzende Dieter Helmer.
Alle Pläne und öffentlichen Maßnahmen der Dorferneuerung in Schorborn und Schießhaus sind übrigens auch im Internet veröffentlicht. Unter www.schorborn-schiesshaus.de gibt es eine Bereich, der ausschließlich der Dorferneuerung gewidmet ist. (nig)

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