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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Spaß und Spiel, Blaulicht und Martinshorn

Laura Koch und Jennifer Kumlehn (von links) fühlen sich in den Reihen der Jugendfeuerwehr richtig wohl.

Holzminden (21.07.2007). „Was heißt das, Mehrzweckstrahlrohr?”, Matthias Stiefel blickt in die Runde. Er steht am HLF 20/16. Die Finger gehen hoch. Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort, während wenige Meter entfernt das Kommando laut und deutlich über den Platz schallt: „Saugleitung hoch! Saugleitung ins Wasser!” 20 junge Blauröcke wieseln über den Hof in der Wallstraße. Mittendrin steht an diesem Tag Ortsbrandmeister Manfred Stahlmann. „Für uns”, sagt er, „ist das Zukunft zum Anfassen”. Denn aus der Jugendfeuerwehr schöpft die Freiwillige Feuerwehr Holzminden die Aktiven der Zukunft für den Dienst in der Wehr. Christian Einwohlt zum Beispiel. Der 16-Jährige ist Jugendfeuerwehrmann mit Leib und Seele. „Ich möchte anderen Menschen helfen”, sagt er. Deshalb ist für ihn klar, nach den Sommerferien wechselt der junge Mann, der die Altersgrenze erreicht hat, in die aktive Wehr. „In die Gruppe vier wahrscheinlich mit dem Schwerpunkt technische Hilfeleistung”. „Die Kameraden, die in die aktive Wehr wechseln, haben die freie Wahl. Wir wollen die Motivation erhalten”, erklärt Manfred Stahlmann das Wechsel-Procedere. „Für die jungen Menschen, die im Idealfall sechs Jahre lang in der Jugendfeuerwehr ausgebildet wurden, ist das schon ein großer Schritt. Sie sollen sich in der aktiven Wehr wohlfühlen”. Michael Nolte, stellvertretender Ortsbandmeister, ist dann auch stolz auf die Bereitschaft des Nachwuchses, in die aktive Wehr zu wechseln: „Es ist ganz selten, dass die Jugendfeuerwehrleute nicht den Schritt in die aktive Wehr gehen. Wer den Feuerwehr-Virus intus hat, geht der Wehr nicht verloren. Es sei denn, er verlässt Holzminden…”
Christian Einwohlt ist einer der Jungs und Mädchen, die das Feuerwehr-Gen in sich tragen. Sein Vater ist Feuerwehrmann, sowohl bei der Stadt als auch bei der Werkfeuerwehr Symrise. Ganz klar, dass Christian schon sehr früh mehr wissen wollte von den roten Autos mit den blauen Lichtern auf dem Dach. „Rund ein Drittel der Mitglieder in der Jugendfeuerwehr sind vorbelastet durch die Eltern oder Geschwister”, nickt Christian Willeke, der Leiter der Jugendfeuerwehr Holzminden. Lukas Schwingel gehört auch dazu. „Mein Bruder war bei der Jugendfeuerwehr”, erklärt er, „das hat mich auch interessiert. Es macht Spaß im Team und die Technik interessiert mich”, erklärt der Zwölfjährige, der seit zwei Jahren dabei ist.
In drei Gruppen teilt sich die Jugendfeuerwehr Holzminden auf, alle drei üben jeweils montags auf dem Gelände des Gerätehauses in der Wallstraße in Holzminden. Unter der Leitung von Jugendfeuerwehrwart Christian Willeke und seinem Stellvertreter Carsten Schwannecke kümmern sich fünf Betreuer um die jungen Menschen, die zwischen Blaulicht und Martinshorn feuerwehrtechnisches Wissen, aber auch Team- und Sportsgeist vermittelt bekommen.
Was trocken heißt „Ausbildung nach der Feuerwehrdienstvorschrift” ist genau das, was die Jungs - und inzwischen auch die Mädchen - an der Jugendfeuerwehr lieben: Sie blicken hinter die Kulissen und in die Fahrzeuge. Doch das allein macht die Jugendfeuerwehr nicht aus. Spieleabende sind selbstverständlich, das Stadtzeltlager auch - oder ein Segeltörn auf der Nordsee. Und natürlich auch die Teilnahme an den Jugendfeuerwehrwettkämpfen, in der sowohl die Feuerwehrtechnik beherrscht als auch mit Allgemeinwissen geglänzt wird. Die Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung, die die Jugendfeuerwehrleute mit Staffellauf und Kugelstoßen, Schlauchstafette und Löschangriff erringen können.
Ganz nebenbei übernehmen sie früh und ganz selbstverständlich Verantwortung. Bei der Jugendfeuerwehr gibt es einen Jugendausschuss und einen Jugendsprecher - bis zum Herbst ist das Christian Einwohlt, sein Stellvertreter ist Christoph Helm. Die jungen Feuerwehrleute wählen ihren Schriftführer (Lukas Schwingel) und ihren Kassierer (Tom Kumlehn) und reden mit, wenn’s ums Team geht. „Das ist eine richtige kleine Selbstverwaltung”, nickt Manfred Stahlmann stolz, „Eigenverantwortung tragen”, das ist ein ganz wichtiger Aspekt, die zunächst noch am Strahlrohr endet. Den Hahn umlegen dürfen sie erst als aktive Feuerwehrleute - der Wasserdruck der draufliegt, ist zu hoch.
Aber mit dabei sind sie bei den Übungen, der Jahreshauptübung zum Beispiel. Und dabei spielen die älteren Mitglieder der Jugendfeuerwehr oft eine ganz wichtige Rolle. Sie mimen die Verletzten. Und stellen ihre Kameraden der Zukunft dabei manchmal vor ganz große Aufgaben (bs).

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