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Donnerstag, 17. Mai 2012




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„Sydney hat meine Erwartungen übertroffen!“

Kreis Holzminden (09.08.08). Es ist mittlerweile kurz nach Mitternacht. Nach fünf Stunden Busfahrt und vier Stunden Wartezeit am Frankfurter Flughafen ist es endlich so weit: Für eine 50-köpfige Pilgergruppe aus dem Bistum Hildesheim beginnt der Flug nach Australien zum Weltjugendtag in Sydney. Auch Annika Faupel aus Holzminden ist mit von der Partie. Die 22-Jährige fliegt als eine von zwei ausgewählten Stellvertretern des Dekanats Hameln-Holzminden nach „Down Under“, um die Kirchengemeinde St. Josef dort offiziell zu vertreten (der TAH berichtete). „Beim Abflug war ich unheimlich aufgeregt. Ich wollte den Flug so schnell wie möglich hinter mich bringen und endlich Australien erkunden“, berichtet die angehende Studentin der Religionspädagogik.
Gute 22 Stunden später landete die Maschine nach einem kurzen Zwischenstopp in Singapur am Freitag, 11. Juli, um 5 Uhr morgens Ortszeit auf dem Flughafen von Melbourne. Die ersten drei Tage des Australienaufenthalts, die „Days in the Dioceses“ (Tage in der Diözese), sollten die Pilger bei Gastfamilien der Saint Andrews Gemeinde in Melbourne verbringen. „Wir wurden am Flughafen sofort in Empfang genommen und zur Saint Andrews Kirche gefahren, wo wir ein wunderbares Frühstück bekamen“ erinnert sich Annika. „Meine innere Uhr war zwar noch auf 10 Uhr abends eingestellt, aber ein paar Tassen Kaffee halfen mir ganz gut über den Jetlag hinweg.“
Abends fand ein Begrüßungsgottesdienst mit dem Erzbischof von Melbourne statt, zu dem alle Pilger eingeladen waren. Die nächsten beiden Tage wurden damit verbracht, zur Einstimmung auf den Weltjugendtag weitere Gottesdienste zu feiern, Zeit mit der Gastfamilie zu verbringen und Melbourne zu erkunden. „Die Jugendlichen der Gastgemeinde haben uns durch die Stadt geführt und uns alles sehenswerte gezeigt. Besonders schön fand ich die Aussicht von Eureka Tower bei Nacht“, erzählt Annika. „Melbourne hat eine wunderschöne Skyline.“
Mit einem großen Abschiedsgottesdienst endeten am Sonntagmorgen die „Days in the Dioceses“ und die Pilger traten die Weiterreise nach Sydney an. „Man machte sich als Europäer kaum eine Vorstellung davon, wie groß und dünn besiedelt Australien doch ist“, so Annika. „Wir fuhren zwölf Stunden mit dem Bus nach Sydney und rechts und links von der Straße gab es außer ein paar Bäumen und roter Erde nichts. Wir in Europa fliegen eine Stunde und sind in einem anderen Land, die Melbourner fliegen sieben Stunden und sind immer noch über Australien. Während der ganzen Zeit hat man den Jugendlichen deutlich angemerkt, wie dankbar sie waren, dass ein Weltereignis wie der Weltjugendtag zu ihnen nach Australien gekommen ist.“
In Sydney begann der Weltjugendtag am Dienstagabend, 14. Juli, mit einem Eröffnungsgottesdienst. „Es war von Beginn an eine tolle Stimmung unter den Pilgern. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit war sehr stark. Egal, wen man getroffen hat, man hatte sich immer etwas zu erzählen, weil alle aus demselben Grund da waren: katholische Jugendliche treffen und zusammen Gottesdienst feiern“, berichtet Annika. „Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass das Christentum wirklich eine Weltkirche ist - und sich Deutschland international großer Beliebtheit erfreut.“
Die folgenden drei Tage fanden Katechesen mit deutschen Bischöfen statt. „Die Papstankunft am Donnerstag habe ich leider verpasst, weil mich die Zeitumstellung und das kalte Klima für zwei Tage völlig aus der Bahn geworfen haben und ich das Bett hüten musste“, schildert Annika mit Bedauern. „Erst am Freitag haben mich die Betreuer wieder vor die Tür gelassen. Ich habe die Katechese von Kardinal Meissner besucht und abends den Kreuzweg Jesu mitverfolgt. Das war für mich persönlich der erste Höhepunkt des Weltjugendtages.“ Die schauspielerische Darbietung zog sich durch die ganze Stadt und wurde auf Großbildleinwänden übertragen. „Die Leistung der Schauspieler war sehr überzeugend und die Stimmung wurde von allen Zuschauern mitgetragen“, so Annika.
Am nächsten Morgen nahmen die Jugendlichen den Pilgerweg zum Randwick Racecourse in Angriff. „Es wurden Fahnen geschwenkt und viel gesungen. Das Weltjugendtagslied ‚Receive the Power‘ wurde oft angestimmt und alle haben mitgesungen“, erinnert sich Annika. Die Vigilmesse mit vielen Kerzen und dem Papst sei für die 22-Jährige am stimmungsvollsten gewesen: „Die Dunkelheit hat uns alle näher zusammengeführt.“ Beeindruckend sei auch die Begeisterung der Jugendlichen für den Papst gewesen, die immer wieder durch „Benedetto“-Rufe deutlich hörbar gewesen sei. Die anschließende Übernachtung auf dem Racecourse sei aufgrund der „gefühlten 0 Grad“ eine Herausforderung, aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil des Weltjugendtages gewesen.
„Der Abschlussgottesdienst am nächsten Morgen war sehr toll“, erzählt Annika begeistert. „Etwa 300.000 Pilger waren gekommen, die alle die Eucharistiefeier miterleben wollten.“
Doch damit war der Australienaufenthalt für die 50 Pilger noch nicht beendet. Eine weitere Woche verbrachten sie in Cairns: „Dort waren wir mehr Touristen als Pilger und haben auch alle typischen Touristenziele aufgesucht.“ Mit einem Glasbodenboot ging es zum Great Barrier Reef, wo die Jugendlichen zunächst die Unterwasserwelt betrachten und dann auch mit Schnorcheln ausgestattet, selbst erkunden konnten. Mit der Kuranda Railway ging es durch den Regenwald nach Kuranda. „Überall war verschlungenes Grün, ganz unberührt. Es war toll“, schwärmt Annika von ihrer Tour durch den australischen Regenwald. Beim Crocodile Watching kam die Reisegruppe den exotischen Tieren ganz nah und beim Besuch eines Aborigine-Centers lernten sie etwas über die Ureinwohner dazu. Am Strand konnten sich die Jugendlichen von den anstrengenden Tagen in Melbourne und Sydney erholen, bevor am Freitag, 29. Juli, die Heimreise angetreten wurde.
„Sydney war wunderschön“, resümiert Annika ihre Reise. „Viele aus der Gruppe wollen den nächsten Weltjugendtag als freiwillige Helfer mitgestalten. Wir wollen alle nach Madrid!“
Für alle, die mehr über die Australienreise erfahren wollen, hält Annika Faupel am Donnerstag, 21. August, um 19 Uhr im Gemeindehaus St. Josef einen Vortrag mit Bildpräsentation (ks).

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