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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Von Wetten, Politikern und scharfen Hunden

Hier zeigt ein Polizeischutzhund, was er im Ernstfall kann - auch zufassen.

Altendorf/Berlin (17.01.09). „Das Beste waren die Hunde“, sagt Julia (12). „Und die Pferde“, fügt ihre 13-jährige Namensvetterin hinzu. Die beiden Turnerinnen aus Altendorf lehnen sich im Bussitz zurück. Dass es kalt war in der Reithalle der Reiterstaffel Hannover, vergessen. Dass kaum Zeit zum Essen blieb und der Magen knurrt, nicht der Rede wert. Die Tour nach Hannover aber, die ist wirklich spitze, sind sich nicht nur die Mädchen einig. Sie ist die Belohnung dafür, dass die Sportjugend des MTV Altendorf einerseits und die Altendorfer Schützen andererseits beim Altendorfer Sommerfest als Wettkönige aus dem Zelt gingen. Damals, im Sommer 2008, hatten Innenminister Uwe Schünemann und Polizeichef Uwe Lange ihre Wetten verloren. Mit Politikern hautnah, scharfen Polizeihunden und großen Pferden lösen die beiden Prominenten ihre Wetten ein.
Am letzten Maiwochenende im letzten Jahr war es eine Premiere. Die Arbeitsgemeinschaft Altendorfer Vereine mit Johanna Speitling an der Spitze hatte das Programm des Altendorfer Sommerfestes umgekrempelt, dem Traditionellen - wie dem Kommers - Neues hinzugefügt. Mit Erfolg. „Altendorf wettet“, diese Mixtur aus „Wetten dass“ mit prominenten Wettpaten, Wetteinsätzen und dem Wettstreit der Vereine, hat begeistert. Noch heute wird von dem Altendorfer Sommerfest gesprochen.
Haben die meisten Wettpaten ihre Wetteinsätze noch vor Ort einlösen müssen, standen zwei noch aus - bis zum Mittwoch: Die Sportjugend des MTV Altendorf hat einen Besuch im niedersächsischen Landtag gewonnen, die Altendorfer Schützen einen Besuch bei der Diensthund- und Reiterstaffel der Polizei Hannover. Und weil‘s ein Weg ist, gibt‘s erst Politik und dann Tierisches.
Zur Politik: Hier trifft Altendorf - wieder einmal - auf Prominenz. Auf der Freitreppe, während Ministerpräsident Wulff ein Interview gibt, werden die Wettkandidaten von Innenminister Uwe Schünemann und Umweltminister Hans-Heinrich Sander begrüßt. Später sagt auch die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt noch Hallo.
Die Gruppe aus Holzminden fällt auf - positiv. „So eine bunt gemischte Gruppe hatte ich noch nie“, registriert eine Landtags-Mitarbeiterin. „Die Jugendlichen waren aber erstaunlich aufmerksam und ruhig“, findet ein Mitarbeiter im Plenarsaal lobende Worte. Kein Wunder. Im Landtag - nach der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zum Konjunkturprogramm - fallen klare Worte. Was für die Älteren spannend ist, ist für die vom Unterricht befreiten Kids politische Bildung - und hoch interessant.
Doch noch interessanter sind Hunde und Pferde, wie sie bei der Polizeidirektion in Hannover zu finden sind. Mitten in der Stadt liegt das Dienstgebäude, das bis 1869 als Kaserne für die reitende Artillerie genutzt wurde. Heute trainieren dort die Polizeireiter mit ihren Pferden. 30 sind es. Die Polizeipferde sind allesamt kapitale Burschen (der Größte hat ein Stockmaß von 1,84 Metern) - denn sie sollen Eindruck schinden. Allesamt Wallache, denn sie müssen Ruhe bewahren auch im hektischen Einsatz. Bei Demonstrationen und Fußballveranstaltungen sind Ross und Reiter in Uniform unterwegs. Auch beim Holzmindener Schützenfest-Umzug machen sie einen guten Eindruck.
In Hannover, in der kalten Reithalle, geben die Polizisten mit ihren Dienstpferden einen Einblick in Ausbildung und Alltag. Ebenso wie die Diensthundeführer mit ihren quirligen Vierbeinern. Verspielt müssen die Hunde - Deutsche und Belgische Schäferhunde und Rottweiler - sein, dazu lernwillig, mutig und wachsam. Denn die Suche nach Rauschgift zum Beispiel begreifen sie als Spiel. „Süchtig gemacht wird hier niemand“, räumt eine Ausbilderin mit einem alten Gerücht auf.
„Dürfen wir den streicheln?“, bordet die Begeisterung vor allem bei den Jüngeren über. „Lieber nicht“, kommt die Antwort. Diensthund ist halt ein Hund im Schutzdienst, der im Ernstfall auch einmal zuschnappen muss. Streicheleinheiten gibt es dann doch, für einen achteinhalb Monate alten Rottweiler. Sein Papa ist bereits im Dienst der Polizei. Und der junge Kerl befindet sich bereits in der Ausbildung. „Mit dem Klicker-System“, erklärt das Herrchen, macht es gleich einmal vor. Und tatsächlich, der temperamentvolle Kleine gehorcht.
Da fällt es schließlich schwer, Abschied zu nehmen von den Tieren. „Toll war es“, fasst schließlich Johanna Speitling, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Altendorfer Vereine, für alle Mitreisenden den Tag zusammen. (bs)

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