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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Was machen die Möpse im Museum der Porzellanmanufaktur?

Höxter (23.07.2011). Loriot hat es auf den Punkt gebracht. „Ein leben ohne Mops ist vorstellbar – aber sinnlos.“ Der große deutsche Humorist ist bekennender Mopsfreund. Als solcher offenbart sich auch Museumsleiter Thomas Krueger in Fürstenberg. Der Macher und Kurator des Museums im Schloss der Porzellanmanufaktur ist zusammen mit seiner Frau Christine nicht nur stolzer Besitzer dreier Möpse, sondern auch ein echter Mopsfan, der diesem besonderen Hund jetzt eine besondere Ausstellung widmet. Die Grundidee zu dieser Schau, bekennt Krueger, stamme von seiner Frau.
Im Museum ist derzeit die Sonderausstellung „Mops – eine kleine Kulturgeschichte“ zu sehen, die klar vor Augen führt, welch magische Wirkung von diesem Vierbeiner ausgeht. Wie kein anderer Hund hat sich der Mops in den vergangenen vier Jahrhunderten nachhaltig in die Bilder- und Kunstwelt der Menschen eingegraben. Im 17. und 18. Jahrhundert war er nicht nur begehrter Begleiter für Adels- und Königsfamilien, sondern auch Modell für wertvolle Kunstobjekte und Darstellungen. Auch die Manufaktur in Fürstenberg widmete Figuren diesem kleinen Freund, die sich beim Publikum einer großen Beliebtheit erfreuten.
Die Ausstellung hat natürlich Fürstenberger Stücke im Angebot, allerdings ist sie eine komplette Kulturgeschichte dieses Tieres. So erfährt man, wie sehr der Mops später als Familientier gehalten wurde, Gegenstand von literarischen und musikalischen Versuchen war und es sogar als Bilderbuch „Möpschen hat Zahnschmerzen“ in die Kinderzimmer schaffte. In vielfältiger Weise rutsche im 20. Jahrhundert die Wertigkeit der Tiere in andere Bereiche, bis Loriot und weitere Kunstschaffende ihn wieder in ein anderes Licht rückten. Das besondere am Mops ist seine immer wieder neue entfachte Aktualität.
Selbst in modernen Kinoerfolgen wie „Men In Black“ ist der Mops Hauptdarsteller. Der Auftritt von Agent Frank („Hast Du Kinder? Nein? Willst Du noch welche haben?“) ist einer der Höhepunkte des Films. Ganz moderne Künstler und Karikaturisten benutzen das Tier als Vorlage für spitze Zeichnungen. So findet sich auch ein mopsähnliches Bild der aktuellen Bundeskanzlerin in der Ausstellung.
Bemerkenswert ist die Abteilung über die Mopsorden des 18. Jahrhunderts. In dieser Zeit erlebten Freimaurer und Geheimgesellschaften eine Blüte. Adelige und Bürgerliche, die nicht in einem solchen Geheimbund aufgenommen wurden und nicht wollten, machten sich über Freimaurer und Konsorten lustig, in dem sie Mopsorden gründeten und damit die Gebräuche der Geheimgesellschaften lächerlich machten.
Die Ausstellung ist nicht nur eine Hommage an den Mops, sondern auch eine Kulturgeschichte Europas der vergangenen 300 Jahre aus einem ganz besonderen Blickwinkel. Mit viel Liebe, Kenntnisreichtum und Einsatz hat Thomas Krueger eine Ausstellung zusammengetragen, die Hundebesitzer und Nicht-Hundebesitzer erfreut und sogar inspiriert. Thomas und Christine Krueger erfreuen sich an drei Möpsen: Anna, Bella und Quinlin. Alle drei, so Krueger, haben schon mit Interesse an der Ausstellung teilgenommen und schätzen besonders die goldene Sitzecke.
Besonders sehenswert in der Ausstellung (und im Begleitbuch) sind die Texte und Zeichnungen von Emanuel Eckardt. In der gleichen Güte wie Loriot zeigt sich dieser Journalist, Literat und Künstler als perfekter Mopsfreund. Zu der Ausstellung ist im Verlag Jörg Mitzkat ein Begleitbuch erschienen. In „Mops! Eine kleine Kulturgeschichte“ hat Thomas Krueger nicht nur seine Erkenntnisse über den Mops zusammengefasst, sondern ein allgemeingültiges Brevier zum Thema Mops geschaffen. Egal ob Hundefreund oder nicht, egal ob Katzenliebhaber oder Mensch, der ohne Tiere auskommen möchte – die Ausstellung in Fürstenberg ist ein Muss. Sie ermöglicht Einblicke in das deutsche Seelenleben und ein bisschen auch in die eigene Befindlichkeit. Und sie macht ganz einfach Spaß. (fhm)

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