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Donnerstag, 17. Mai 2012




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Was macht die Solling-Wildkatze in Portugal?

Neuhaus (16.07.05). „Was haben der Landkreis Holzminden und Portugal gemeinsam?“ Fällt auf Anhieb nichts Plausibles ein, kommt ein beliebter Scherz zum Zuge: „Zum Beispiel das o!“. Doch Scherz bei Seite: Nicht gerade naheliegend, doch wer sich auskennt, weiß, dass auch in Portugal die Wildkatze, eine der interessantesten Besonderheiten unserer heimischen Tierwelt, vorkommt.

Wie im TAH bereits berichtet, gehört der Solling mit zu den wenigen Gebieten in ganz Deutschland, in denen die Wildkatze (wieder) eine stabile Population aufweist. Als eher Wärme liebende Art kommt sie allerdings auch in großen Teilen des Mittelmeergebietes vor. Ihr derzeitiges europäisches Verbreitungsgebiet erstreckt sich neben einer „Exklave“ in Schottland von Portugal, Spanien, Bereichen Frankreichs und Italiens, der Slowakei, Ungarn und Rumänien, sogar den größeren Mittelmeerinseln, über die Balkanstaaten mit Griechenland bis zur westlichen Türkei. Aber nirgends ist sie häufig. In Belgien, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und Polen sind nur sehr geringe Vorkommen bekannt.
Der gesamte skandinavische Raum ist nicht von der Wildkatze besiedelt. Die weite Verbreitung der Art, aber auch die Gefährdung ihrer Lebensräume bringen es mit sich, dass über die Wildkatze nicht nur im Solling, sondern europaweit geforscht wird. Internationale Symposien, auf denen sich Wildkatzenforscher zum Informationsaustausch treffen, finden abwechselnd in verschiedenen Ländern statt.
Im April 2000 organisierte der Bodenfelder Wildkatzenforscher Karsten Hupe zusammen mit dem Tierfotografen Jürgen Borris und der Fachbehörde für Naturschutz des Landes Niedersachsen (Autorin) eine solche internationale Veranstaltung. Hier wurden unter anderem auch die nationale und internationale Bedeutung des Sollings und der angrenzenden Wälder für die Wildkatze dargestellt und grundlegende Kenntnisse, wie über Reviergrößen und -ansprüche, vermittelt.
Auf dieser Veranstaltung kam es auch zu der „Grundsteinlegung“ eines „internationalen Projektes“, das die Forschung, und in diesem Fall speziell die Dokumentation Holzmindener Wildkatzen, nach Portugal brachte! Die portugiesische Wildkatzenforscherin Margarida Fernandes und Jürgen Borris aus Neuhaus beschlossen, gemeinsam ein „Paper“ über die Wildkatze in Portugal mit den Wildkatzenfotos von Borris zusammenzustellen und herauszugeben.
Nach nunmehr fünf Jahren ist aus dem „Paper“ ein stattliches Buch geworden, das jetzt vorliegt (leider nur in portugiesischer Sprache). Das Buch kann bei Jürgen Borris bezogen werden. Einige der zahlreichen hervorragenden Fotos sind hier wiedergegeben. Ein sehr erfreuliches Beispiel internationaler Zusammenarbeit zum Wohle einer bedrohten Tierart! Natürlich weiß man auch hierzulande die hervorragenden fotografischen Fähigkeiten von Jürgen Borris zu schätzen. Wichtig ist ihm, natürlich auch aus Artenschutzgründen, jegliche Störungen für das abgelichtete Tier zu vermeiden.
Auch bei der Wildkatze ist er „am Ball“. So sind seine Katzenfotos in diversen regionalen und nationalen Zeitschriften und Büchern zu finden, die Untersuchungsergebnisse der Fachbehörde zur Verbreitung und Ausbreitung der Art in Niedersachsen werden durch seine Fotos zum Hingucker. Außerdem hat er eine Fotodokumentation der Forschungsarbeiten von Karsten Hupe durchgeführt. Der Spruch „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“ wird hiermit offenkundig widerlegt!
Es ist zu wünschen, dass Jürgen Borris die Region auch weiterhin mit seinen gekonnten, einfühlsamen und wunderschönen Fotos „made in Holzminden-area“ bereichert und seine Arbeiten auch dem Wissen um seltene und bedrohte Arten zugute kommen! (Pott-Dörfer).

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