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Sonntag, 5. Februar 2012




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Wie ein V driftet St. Johannis auseinander

Echte „Hingucker“ sind die Schlusssteine in luftiger Höhe. Foto: ta

Bevern (14.08.2010). Die neue Helligkeit, die wunderschön bemalten Säulen und Bögen sowie  die strahlenden Farben der restaurierten Fenster – sie fallen beim Betreten der „Baustelle“ St. Johannis in Bevern sofort ins Auge. Doch die wichtigsten Arbeiten, die hier in den letzten Monaten erledigt wurden, sind erst auf den zweiten Blick erkennbar – und so soll es auch sein. Unscheinbare weiße Stahlbänder verbinden die tragenden Elemente und sollen sie im wahrsten Sinne „zusammenhalten“. Eine Rettungsaktion, denn die 1893 geweihte evangelische Kirche zu Bevern driftet im oberen Teil wie ein V auseinander.
„Das ist eine Besonderheit fast aller Hase-Bauten“, weiß Kirchenvorstandsmitglied Jürgen Fraedrich. Hase – das war der Architekt, der neben St. Johannis in Bevern einst noch viele weitere Kirchen, aber auch die Marienburg und den Bahnhof in Nordstemmen, plante. Sein „Statikfehler“ ist es, der jetzt nach über einem Jahrhundert einen immensen (finanziellen) Kraftaufwand erfordert. Zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre hat sich die Beveraner Kirche im Frühjahr 2010 in eine Baustelle verwandelt. Das, was in diesem Jahr getan wurde und noch wird, sollte eigentlich schon viel früher geschehen. Es ist der ursprünglich „zweite Bauabschnitt“, dem allerdings 2008 die aufwändige Restaurierung der wertvollen Kirchenfenster „dazwischenkam“. Auch die Fensterschäden waren übrigens – neben anderem „Pfusch“ der Vorfahren – Folgen des V-Effekts. Durch die Stahlbänder sowie die Beseitigung großer Risse, auch in den Gewölbekappen („zum Teil konnte man bis zum Dachboden durchgucken“, so Fraedrich) wurde nun die Bausubstanz gesichert. Mittlerweile setzen die Maler ihre bereits im ersten Bauabschnitt begonnene Arbeit fort. Kaum zu glauben, was aus dem jahrzehntelang düster wirkenden Kirchenschiff geworden ist. Auch ohne künstliche Beleuchtung wirkt sie wunderbar hell und dank der warmen Farben besonders freundlich. Wenn voraussichtlich zu Erntedank am 3. Oktober hier wieder Gottesdienst gefeiert wird, dürfte so mancher Blick der Gemeindeglieder durch das Kirchenschiff schweifen und von den vielen schönen Details „abgelenkt“ werden.
150.000 Euro haben die Arbeiten in diesem Jahr übrigens gekostet. Pastorin Wargel und der Kirchenvorstand sind dankbar für die Unterstützung des Amtes für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover (vor allem in Person von Dipl.-Ing. Christian Skibbe) sowie dem Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder, der 125.000 Euro von der Bausumme zunächst „vorgestreckt“ hat. 25.000 Euro für die Innenbemalung hat die Kirchengemeinde ganz allein aufgebracht – auch das eine tolle Leistung. rei

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