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Mittwoch, 1. Juli 2015




Zum Festessen gab es Kalbsfricandeau, Steinbutt und Heidschnucke

„Deo et litteris“ („für Gott und die Wissenschaften“) – dieser Spruch zierte die 1910 erschienene Postkarte zur 150-jährigen Jubelfeier des Holzmindener Gymnasiums.

Holzminden (28.08.2010). Holzminden vor 100 Jahren: Das Herzogliche Gymnasium zu Holzminden feiert JubiläumDie Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Herzoglichen Gymnasiums zu Holzminden, heute Campe-Gymnasium, dauerten im August 1910 volle drei Tage lang. Zahlreiche Veröffentlichungen, Bücher, Kurzberichte oder Ansichtskarten wurden zu diesem Anlass herausgegeben. Ein ganz besonders interessantes Dokument wurde dem TAH aus seinem Privatarchiv von Hartwig Drope zur Verfügung gestellt: Die Speisekarte des Festessens am 4. August 1910. Aus dieser Speisekarte geht hervor, dass die Klosterschule Amelungsborn als Vorläufer des Campe-Gymnasiums schon ab 1459 bestanden hat, bevor sie 1860 nach Holzminden verlegt wurde.
Die Speisekarte ist mit Kupferstichen illustriert. Das Kloster Amelungsborn ist als Ölgemälde von Carl Büttner zu sehen, das bis heute in der Aula des Campe-Gymnasiums hängt. Die Schulgebäude an der Weser und an der Wilhelmstraße in Holzminden sind lithographiert.
In der Speisenfolge erscheinen drei Hauptgänge: Kalbs-Fricandeau, Steinbutt und Heidschnuckenbraten. Die Speisekarte ist von A. Katzenstein, Königlicher Hoflieferant in Berlin, zum Schuljubiläum gewidmet worden. Katzenstein war viele Jahre lang Ehrenbürger der Stadt Holzminden.
„Die Jubiläen des Gymnasiums sind immer groß gefeiert worden. Schulkonzerte fanden statt, Namenslisten der Schülerschaft wurden herausgegeben. Gewiss bereitet das Campe-Gymnasium auch für das 250. Jubiläum der Schule in diesem Jahr einen Festakt vor“, mutmaßt Hartwig Drope, selbst Ehemaliger der Schule, und es schwingt Hoffnung in seinen Worten mit. „Ob wie vor 100 Jahren wieder ein Festessen stattfinden wird und ob dann ,Pommes Schranke‘ auf der Speisekarte erscheinen wird, ist ungewiss…“
Nach der Auskunft von Schulleiter Herbert Keese steht nun fest, dass das Campe-Gymnasium keine Jubiläumsfeierlichkeiten plant. Nach Veröffentlichung der Dokumentation über die Schule und ihre traditionsreiche Geschichte von Klaus Kieckbusch müsse man von ganz anderen Jahreszahlen ausgehen, so Keese auf Nachfrage. Was indes als fester Termin bleibt, ist der „Umzug“ der einstigen Klosterschule und ihre Wiedereröffnung in Holzminden im Jahr 1760. (r/spe)

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Täglicher Anzeiger Holzminden

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