Holzminden (05.05.09). Nach der erfolgreichen Konzertreise im Jahr 2006 folgte die Big-Band Holzminden erneut der Einladung des Bundesstaates Quintana Roo zu einer weiteren Tour auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko. Dank der Unterstützung durch das Goethe Institut (Auswärtiges Amt) war es den Holzmindener Musikern erneut möglich, mit ihrer Swing-Musik das fremde Land zu bereisen.
Der seit 1993 bestehende Kulturaustausch konnte fortgesetzt werden. Obwohl die Konzertreise aufgrund der internationalen Finanzkrise drei Tage vor Abflug von mexikanischer Seite her noch abgesagt wurde, ist es in gemeinschaftlicher Anstrengung der Gastgeber in Mexiko gelungen, einen erlebnisreichen Aufenthalt zu organisieren: Acht Konzerte, viele Kilometer im Bus durch den gesamten Staat Quintana Roo, warmherzige Begegnungen und ein strahlendes Wiedersehen mit den Mexikanern, die schon zwei Mal in Holzminden waren. Ganz nah am wirklichen, familiären Leben in Mexiko konnten die deutschen Gäste über einige Gewohnheiten nur so staunen. Ob es die Geburtstagstradition ist, bei der das Geburtstagskind ohne Ankündigung mit dem Gesicht in die Sahnetorte gedrückt wird oder die Selbstverständlichkeit in Hängematten zu übernachten, wenn nicht genug Betten da sind. Auch das improvisierte TV-Interview auf der Straße oder die spontane Einladung des ehemaligen Bürgermeister zu einem Essen in seiner Tacobude hat von den Reisenden viel Beweglichkeit und Spontaneität abverlangt. Beeindruckt von den Farben des Meeres, den überwältigenden Pyramidenanlagen der Maya und dem Geschmack von gutem Tequila, schien auf dieser Reise jedoch kein Hindernis zu groß. Musikalische Begegnungen mit Herzblut vergießenden Mariachis und den jungen, talentierten Schülern der Gruppe „Exodo“ aus Chetumal haben das Erlebnis abgerundet.
Das neunte und abschließende Konzert der Reise fand wieder in Deutschland statt. Direkt nach der Rückkehr hat die Big-Band die Kulturmühle in Buchhagen gut gefüllt. Die 18 Musiker zählende Big-Band bot mit ihrem Repertoire und dessen Ausgestaltung genau das, was sie in den zurückliegenden zwei Wochen bei acht Open-Air-Konzerten quer durch den mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo zu erfreulicher Spielsicherheit und -freude perfektioniert hatte: Einen zielsicheren und nuancenreichen Mix aus hell-schmetternden, spritzig-funkigen und bisweilen auch mit einem Hauch Melancholie weit ausholendem Swing, dessen solistische Einsprengsel beim Publikum einfach zwangsläufig gute Laune und Mitwippen hervorrief. Mit Titeln wie „In the Mood“ oder „Watermelon Man“ – dem deutschen Publikum goldene Evergreens, dem mexikanischen so wie Big Band-Musik überhaupt nahezu unbekannt – rollte die Holzmindener Band hier wie da einen schwungvollen, satten Klangteppich aus, auf dem brillierende Soli in Szene gesetzt wurden. Dass beim Song „Tequila“ nicht nur das mexikanische, sondern auch das deutsche Publikum – wenn auch erst etwas verhalten – seinen Einsatz treffen konnte, lag nicht zuletzt an der freundlich instruierenden und in deutscher wie spanischer Sprache gleichermaßen anregend kurzweiligen Moderation von Bandleader Alexander Käberich. In lockerer Weise gab er zwischen den Stücken Informationen über die zurückliegende Tournee zum Besten, als deren Abschluss und Ankommen am heimischen Gestade das Kultur-mühlen-Konzert gesehen werden konnte. (TAH)

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