Freitag, 24. November 2017
Montag, 13. November 2017

Bordellbesuch als Alibi?

Kreis Holzminden. Es geht um Wohnungseinbrüche im großen Stil. Nicht wegen der Beute, sondern wegen der Zahl: 66 einzelne Fälle listet die Anklage der Staatsanwaltschaft Detmold auf. Darunter mehr als ein Dutzend im Weserbergland. Zwei Männer aus Hameln sollen einer albanischen Einbrecherbande bei ihren Taten geholfen haben. Jetzt stehen sie in Detmold zusammen mit einem 33-Jährigen aus dem „Einbruchsteam“ vor dem Landgericht.

Die Tatorte liegen vorwiegend im Weserbergland, im Kreis Lippe und in Altenbeken. Dort soll die Bande im Oktober vergangenen Jahres insgesamt 66 Mal zugeschlagen haben, jeweils von Hameln aus operierend. Allein in Eschershausen, Bodenwerder und Hehlen suchte die Bande 17 Häuser und Wohnungen heim: Die Höhe der Beute dort geht in die Tausende Euro, allerdings zogen die Einbrecher auch mehrere Male ohne Ergebnis ab, weil sie nichts von Wert fanden oder auch in ein paar wenigen Fällen gestört wurden. Als Haupttäter kommt aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein 33-jähriger mehrfach vorbestrafter Albaner in Betracht – er soll zusammen mit zwei weitereren identifizierten, aber noch nicht geschnappten Männern das Einbruchsteam gebildet haben. Der Angeklagte schweigt sich völlig aus. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Bande noch weitaus größer war und weitere Taten auf ihr Konto gehen.

Die beiden Angeklagten aus Hameln sollen selbst lediglich in zwei Fällen als Einbrecher tätig gewesen sein: Am 17. Dezember in Lügde, wo man ihnen zur Last legt, in Firmenhallen eingedrungen zu sein. Mangels Beute hätten sie in einer Halle durch Entleeren eines Feuerlöschers Sachschaden angerichtet. Auch das stimme nicht, ließen sich beide ein. Für die Login-Daten ihrer Handies hatten sie eine sehr phantasievolle Erklärung: Zusammen mit dem Schwiegervater des 28-Jährigen habe man zunächst eine Pizzeria in Bad Pyrmont besucht, dann ein Bordell – allerdings will der Jüngere nur davor im Auto gesessen haben, während der 32-Jährige drinnen eine Zigarette rauchte. „Wir waren dort nur zehn Minuten“, sagte dieser.

Zunächst hat das Landgericht noch weitere zwei Verhandlungstage angesetzt. Sollte der 33-Jährige weiter schweigen, könnte die Beweisaufnahme jedoch wesentlich länger dauern. (Pfaff)

 

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