Samstag, 16. Februar 2019
Montag, 11. Februar 2019

Funkstille in 23 Dörfern

Kein Netz : In mindestens 23 Orten im Landkreis Holzminden gibt es Probleme beim Mobilfunk. Foto: bs

Kreis Holzminden. In mindestens 23 Orten im Landkreis Holzminden gibt es beim Thema Mobilfunk Funkstille. Teilweise kann noch nicht einmal ein Notruf abgesetzt werden. Das ist das Ergebnis der Umfrage, die das niedersächsische Wirtschaftsministerium gestartet hat. Für die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt ist das nicht hinnehmbar: „Ich erwarte, dass das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung die von den Bürgerinnen und Bürger gemeldeten ,weißen Flecken‘ ernst nimmt.“
Im vergangenen Jahr hat es seitens des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung eine Abfrage zum Thema Mobilfunkversorgung gegeben. Alle Bürger Niedersachsens hatten dabei die Gelegenheit, Meldungen darüber abzugeben, ob an ihrem Wohnort die Abdeckung mit Mobilfunk gewährleistet ist oder nicht. Die Ergebnisse dazu liegen inzwischen vor. Aus dem Landkreis Holzminden hat es insgesamt Mitteilungen aus 23 Orten gegeben, die besagten, dass keine oder nur eine sehr eingeschränkte Mobilfunkanbindung vorhanden sei. Die Meldungen kamen aus dem ganzen Kreisgebiet. Orte wie Kirchbrak, Brökeln, Polle, Wangelnstedt, Deensen, Kaierde und Lauenförde sind dabei. Sabine Tippelt: „Die Dunkelziffer kann hierbei natürlich noch höher liegen“.
„In einigen Orten, wie etwa in Mühlenberg im Solling, ist nicht einmal das Absetzen eines Notrufes im Ernstfall möglich. Dies ist so natürlich absolut nicht zumutbar“, so die Landtagabgeordnete, die sich in der Zwischenzeit schon mehrfach persönlich an Minister Althusmann gewandt und dabei eine schnelle Lösung der Problematik gefordert hat.
„Die großen Mobilfunkanbieter sehen keinen Nutzen darin, kleine Ortschaften zu erschließen, das wird wieder einmal ganz deutlich. Aufgabe von Seiten des Ministeriums muss es dann aber sein, Druck zu machen. Wir haben so viel Geld für Digitalisierung im Landeshaushalt stehen, da kann es nicht sein, dass um den ländliche Raum ein großer Bogen gemacht wird. Erst vergangene Woche haben wir in einer Unterrichtung des SPD-Arbeitskreises für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitales erfahren, dass die Region Südniedersachsen die schlechteste Mobilfunkanbindung in unserem ganzen Bundesland hat. Dies kann so nicht bleiben “, so Tippelt weiter.
Noch im ersten Halbjahr 2019 wünscht sich Tippelt präzise Aussagen aus Hannover. „Wir können es den Menschen doch nicht erklären, dass wir zunächst eine Abfrage machen und sagen wir kümmern uns und dann passiert doch nichts. Wenn wir sagen, Breitband muss es bis an die letzte Milchkanne geben, dann muss dies meiner Meinung nach so auch für das Handynetz gelten“, so Tippelt abschließend.

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