Donnerstag, 18. April 2019
Dienstag, 12. Februar 2019

Stadt Holzminden meldet: „Es handelt sich nicht um eine Fundsache“

Die ehrliche Flüchtlingsfamilie, von links: Ismat Hajji, Finderin Tehan Abdullah, Sohn Muhammad Hajji und seine Frau Zaloukh Ahmad. Foto: pd

Holzminden. Die „Fundsache Tafel“ ist entschieden: Das Rechtsamt der Stadt Holzminden hat seine Prüfung abgeschlossen und ist zu einer juristischen Bewertung der Angelegenheit gekommen: „Es handelt sich nicht um eine Fundsache.“ Das teilt die Stadt Holzminden am Dienstagnachmittag in einer kurzen Pressemitteilung mit. Die betroffenen Parteien seien darüber informiert worden.

Im Mai 2017 hatte Tehan Abdullah aus einer kurdischen Flüchtlingsfamilie aus Syrien in einem bei der Holzmindener Tafel gekauften Stück Bettzeug daheim 14.000 D-Mark in Scheinen gefunden. Die Familie war zur Polizei gegangen und hatte das Geld abgegeben. Von dort gelangte es in Verwahrung des Fundbüros der Stadt Holzminden. Im November 2017 hatte der Vorstand der Holzmindener Tafel Anspruch auf den Fund im Namen der Tafel-Klientel angemeldet. Seitdem prüfte das Rechtsamt der Stadt und prüfte und prüfte und prüfte – fast 14 Monate lang. Wiederholt fragten in dieser Zeit Presse und Politik nach, ob die Prüfung abgeschlossen sei und mit welchem Ergebnis. Am 24. Januar machte Bürgermeister Daul Hoffnung: Die juristische Prüfung sei abgeschlossen, und er kündigte eine Pressemitteilung an.

Am frühen Dienstagnachmittag schickte nun das Vorzimmer des Bürgermeisters die angekündigte Pressemitteilung mit folgendem Wortlaut hinaus in die Medienwelt: „Im Jahr 2017 wurden bei der Stadt Holzminden 14.000 DM in Form von 14 Geldscheinen zu je einem Nennwert von 1.000 DM als Fundsache abgegeben, die eine Familie in einem Bettbezug, den diese vorher käuflich erworben hatte, gefunden hatte. Die Stadt Holzminden ist bei ihrer Prüfung in der Funktion als Fundbehörde zu dem Ergebnis gelangt, dass es sich bei den Geldscheinen nicht um eine Fundsache handelt. Über dieses Ergebnis wurden die betroffenen Parteien unterrichtet.“

Was passiert nun mit dem Fundgeld, immerhin 7.158 Euro? Die Finderin hat nach dieser Auslegung keinen Anspruch darauf und wohl auch nicht auf einen Finderlohn. Fällt also das Geld an die Tafel? Was wird mit dem Geld passieren? Gibt es einen Kontakt zwischen Tafel und Finderin? Der TAH hätte gestern Nachmittag gern nachgefragt bei Tafel-Vorstand und in der Stadtverwaltung, bekam aber spontan leider keinen kompetenten Ansprechpartner an die Strippe. Die Redaktion bleibt am Ball. (spe)

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