Dienstag, 22. Oktober 2019
Montag, 05. August 2019

Tour der Erinnerung führt durch den Kreis Holzminden

Die Tour der Erinnerung führt auch auf den Friedhof in Holzen. Foto: Landkreis Holzminden

Kreis Holzminden. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. begeht in diesem Jahr sein 100 jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hat sich Rainer Grygiel, langjährig engagierter Unterstützer der Friedensarbeit des Volksbundes entschlossen, in diesem Sommer 100 Kriegsgräberstätten in ganz Niedersachsen zu besuchen. Bisher erkundete er bereits viele Friedhöfe im Weser-Ems Gebiet und im Lüneburger Land.
Am Dienstag, 6. August, startet Rainer Grygiel seine Rundtour durch den Landkreis Holzminden. Auf seiner „Tour der Erinnerung“ wird er bis zum 10. August Gräber von Soldaten, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen, Bombentoten und DPs (Displaced Persons) besuchen. Damit lenkt er die Aufmerksamkeit auf die oft vergessenen, oft verdrängten Spuren, die die beiden Weltkriege hinterlassen haben. Sein Weg wird ihn durch die malerische Landschaft des Landkreises führen, vorbei unter anderem an den Friedhöfen in Polle, Brevörde, Bodenwerder, Holzen, Holenberg und Golmbach. Er wird auf Menschen aus Lokalpolitik, auf ehrenamtliche und hauptamtliche Unterstützer und auch auf Passanten treffen. Diese wissen entweder gar nichts über die Gräber vor Ort und sie registrieren sie erstmalig oder aber sie berichten aus ihren Erinnerungen selber Interessantes und Spannendes aus der Vergangenheit.
Mit der „Tour der Erinnerung“ möchte Rainer Grygiel an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnern und den Wert des friedlichen Zusammenlebens in unserer Zeit hervorheben. In vielen Dörfern und Städten in Niedersachsen gibt es Gräber von Opfern von Krieg und Gewalt. Überall gibt es Denkmäler zu sehen mit aufgelisteten Namen von Gefallenen. Diese Orte zeigen: Krieg und Gewalt, einmal entfesselt, kommt bis vor die eigene Haustür. Das sollte allen Menschen zu denken geben.
Die 100-jährige Geschichte des Volksbundes ist untrennbar mit der deutschen Geschichte in diesem Zeitraum verbunden. Gegründet im Dezember 1919 als privater Verein zur Pflege der Soldatengräber des Ersten Weltkrieges, übernahm er im Laufe des 20. Jahrhunderts zunächst die Aufgabe, sich um die Gräber der gefallenen deutschen Soldaten und um die Betreuung der Angehörigen zu kümmern.
Er hat das Gefallenengedenken nach den beiden Weltkriegen maßgeblich geprägt und den Wandel der deutschen Erinnerungskultur mitgestaltet. Heute umfasst die Kriegsgräberfürsorge die Sorge um die Gräber aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft, das öffentliche Gedenken und Mahnen für den Frieden sowie eine auf Friedensfähigkeit und Verständigungsbereitschaft zielende Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit.