Sonntag, 26. Januar 2020
Samstag, 07. Dezember 2019

TV Stadtoldendorf erkämpft einen Punkt gegen MTV Großenheidorn

Lachende Gesichter und Applaus. Der TV Stadtoldendorf holt einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Foto: tp

Stadtoldendorf. „Willkommen in der Mehrzweckhölle“. So ist der TV Stadtoldendorf am Sonnabend beim MTV Großenheidorn begrüßt worden, und zu Beginn ist es für das Niemeyer-Team tatsächlich die „Hölle“ gewesen. Denn anfangs schien die Partie ein weiteres Oberligadesaster zu werden. Doch die Handballer des TV 87 bewiesen Kampfgeist und haben mit 24:24 (11:15) einen wichtigen Punkt holen können. Damit ist der TV 87 zwar immer noch auf einem Abstiegsplatz, aber gut im Rennen, diesen vor der Winterpause noch verlassen zu können.

„Wir haben hier heute einen wichtigen Punkt gewonnen und keinen verloren“, freute sich TV-Trainer Dominik Niemeyer im TAH-Gespräch. In der Partie gegen den MTV Großenheidorn wurden über die 60 Minuten alle möglichen Szenarien geboten. Die ersten Minuten waren aus Sicht des TV eine reine Katastrophe. Während die Gastgeber mit viel Tempo und hoher Durchschlagskraft starteten, hatte der TV 87 den Auftakt schlichtweg verpennt. Binnen weniger Minuten wurden die Niemeyer-Männer gnadenlos überrollt. Ein 0:5-Rückstand nach nur vier Minuten ließ hier für den Aufsteiger nichts Gutes erahnen. Rund zehn Minuten dauerte es, bis die Homburgstädter langsam besser in die Partie kamen.

Mit etwas mehr als 300 Zuschauern war die kleine Halle in Wunstorf bei Hannover komplett ausverkauft und ein absoluter Hexenkessel. Beide Fanlager sparten nicht an lauten Trommelschlägen, um ihre Teams zu unterstützen. Mitte der ersten Hälfte hatten die Heimfans mehr Grund zur Freude, da der MTV mit 9:5 führte. Danach zeigte sich jedoch, warum der Drittligaabsteiger bisher nur auf dem 8. Platz stand. Denn der MTV machte ebenfalls viele Fehler im Aufbauspiel und konnte den Druck nicht aufrechthalten. Die Niemeyer-Schützlinge wurden dafür besser. Vor allem Rade Radjenovic stach durch erfolgreiche Torabschlüsse immer wieder hervor. Mit seinem Treffer in der 20. Minute verkürzte er auf 8:10. Direkt im Anschluss kam der TV sogar auf ein Tor heran. Die Probleme in der Defensive bekam der Aufsteiger aber nicht in den Griff. Es mangelte an Stabilität und Zugriff im Zweikampf, um den MTV nachhaltig zu stoppen. Ein 11:15-Pausenstand war erst einmal die Folge.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste direkt gut ins Spiel. Zwei schnelle Treffer brachten den TV zurück. Doch in der 33. Minute gab es eine kleine Schrecksekunde, denn nach einem Zweikampf verließ TV-Mann Arnold Schorich schmerzverzerrt die Halle. TV-Trainer Niemeyer sagte nach der Partie dazu: „Sein Daumen sah nicht gut aus. Er ist sofort zum Krankenhaus gefahren. Ich hoffe, dass er nur ausgekugelt war und nicht gebrochen.“

Der Ausfall von Schorich entmutigte den TV jedoch nicht, weiter zu kämpfen. Mitte der zweiten Hälfte wurde dieser Einsatz mit dem 18:18-Ausgleich auch belohnt. Mit diesem Comeback hatte nach dem schlechten Beginn niemand rechnen können. Nach dem Ausgleich gelang durch einen Siebenmeter von Deivas Eidukonis sogar der 19:18-Führungswechsel, und plötzlich schien die riesige Überraschung möglich.

Die Schlussphase sollte nun über dieses völlig verrückte Handballspiel entscheiden. Immer wieder wechselte die Führung, bis es die Hausherren fünf Minuten vor Ende mit 23:21 schafften, den Ein-Tor-Vorsprung auszubauen. Vieles ließ einen jetzt an Spiele erinnern, in denen der TV gut gespielt hatte und am Ende doch verlor. Doch diesmal gehörten die Schlussminuten dem bis dahin torlosen Eimantas Grimuta. Ihm gelangen kurz vor Ende drei Treffer, die erst zum 23:23 und 20 Sekunden vor Schluss zum 24:24-Ausgleich führten. Jetzt war noch Zeit für einen letzten Angriff des MTV Großenheidorn. Doch die TV-Männer standen stabil zusammen und erkämpften sich einen verdienten Punkt beim Drittligaabsteiger. Sichtlich erfreut und fast außer Atem sagte TV-Trainer Dominik Niemeyer: „Heute gebührt der ganzen Mannschaft großer Respekt. Wir sind nach einem verpennten Start gegen einen Drittligaabsteiger bärenstark zurückgekommen. Rade Radjenovic, Eimantas Grimuta, Sven Mevissen und auch viele andere können sich für die Leistung mächtig auf die Schulter klopfen. So kannst du die Konkurrenz beeindrucken und unter Druck setzten. Jetzt heißt es, nicht zu euphorisch sein und gegen Barsinghausen punkten, um ins Mittelfeld zu gelangen.“

TV Stadtoldendorf: Sven Mevissen, Robert Drechsler, Jan-Christoph Ahlers, Rade Radjenovic (5), Christian Raddatz, Antonio Karacic (2), Mats Busse (2), Eimantas Grimuta (3), Andre Michael, Marcel Geese (1), Deivas Eidkonis (9 Tore) und Marcel Krüger. (tp)