Montag, 21. Oktober 2019

Das Hooptal ist sein Tal des Himmels

Wilfried Klages aus Negenborn geht hier regelmäßig mit der Kamera „auf Pirsch“

Negenborn (22.06.15). Um mit John Steinbeck zu sprechen: Das Hooptal ist sein Tal des Himmels. Der Negenborner Wilfried Klages ist hier oft mehrmals in der Woche unterwegs mit Elektrofahrrad und zu Fuß, geht „auf Pirsch“ mit seiner Kamera. Es ist das Hobby des 59-Jährigen, Naturerleben und Fotografie zu verbinden. Er kennt jeden Winkel des Hooptal, nahezu jeden Farn und jeden Stein. Neben der einmaligen Landschaft mit ihrer scheinbar unberührten Flora und Fauna und der typisch verwunschenen Hooptal-Atmosphäre hier, ist es das kleine Glück, das Klages empfindet, wenn er Nilgans, Eisvogel, Feuersamalander, Schwarzspecht, Wasseramsel oder Eichhörnchen vor die Linse bekommt. Dann wieder sind es die feinen Details, denen Klages in seinen Bildern zu einem großen Auftritt verhilft: Er fängt die durch das Blätterdach der Bäume brechenden Sonnenstrahlen ein, das verwitternde Pestwurzblatt, die kleinen Landschaften aus Pilzen, Flechten und Moosen. Es ist ein Universum, und Wilfried Klages sein Erforscher.

Das Hooptal ist ein Paradies aus Wasser, Stein und Grün, ein Ort mit besonderer Magie mit ganz eigener Flora und Fauna. Es ist ein in weiten Teilen durch menschlichen Einfluss entstandenes Tal, gelegen zwischen Negenborn und Stadtoldendorf, zu Füßen des Klosters Amelungsborn, durchflossen vom Forstbach, der hier idyllisch mäandern darf.

Hier wurde über Jahrhunderte der für den Landkreis Holzminden typische rote Buntsandstein abgebaut und der durch das Tal fließende Bachlauf zum Betrieb von Mühlen aufgestaut. Der Sandstein aus dem Hooptal wurde für Mauern, Dacheindeckungen, Bodenbeläge oder Zäune verwendet und weit über die Grenzen der Region exportiert. Vom ehemals bedeutenden Abbau des Buntsandsteins zeugen heute noch die Steinbrüche und Stützmauern der Abraumhalden im Hooptal, die sich die Natur im Laufe der Zeit zurückerobern konnte. Unterhalb des Klosters Amelungsborn, über einen Fußweg auch von dort zu erreichen, liegt der Grundmühlenteich, heute ein von Menschenhand weitgehend unberührtes Biotop. Nur noch ein beschrifteter Mühlstein erinnert an die Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörte und später gänzlich abgerissene Grundmühle.

Das Hooptal bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Es ist durchzogen von Wald- und Wanderwegen, bietet Naherholung für den Menschen in der Natur. (spe)