Samstag, 19. Oktober 2019

Unser Geld vor 70 Jahren

Militärgeld der Alliierten war in Deutschland von 1944 bis 1948 gültig

Holzminden (21.11.15). Nur wenigen ist heute bekannt, dass vor 70 Jahren – also am Ende des Zweiten Weltkriegs – drei verschiedene gültige Währungen gleichzeitig in Deutschland im Umlauf waren.

Nach der Inflation war im November 1923 die sogenannte „Rentenmark“ eingeführt worden. Der Name ist entstanden, weil der Wert der Mark auf Rentenerträgen von Grundstücksbeleihungen basierte. Die Rentenmark wurde teilweise schon 1924 wieder durch die Ausgabe von Reichsmark-Geldscheinen im Kursverhältnis von 1:1 ersetzt. Die Reichsmark war wieder durch Goldreserven abgesichert. Sie verlor aber an Wert, weil die Nationalsozialisten zum Aufbau der Wehrmacht ungezügelt Reichsmark nachdruckten. Schon im Jahre 1943 war die Reichsmark auf den internationalen Devisenmärkten faktisch wertlos, da sie mit anderen Währungen nicht mehr konvertierbar war. Neben der Reichsmark war 1924 aber auch die Rentenmark in kleineren Wertstufen und als Pfennigmünzen weiterhin gültig geblieben. Sie blieb gültig bis 1948, als mit der Deutschen Mark (DM) eine neue Währung eingeführt wurde.

Noch während des Krieges wurde 1944 vom Schatzamt der USA sogenanntes „AMC-Geld“ gedruckt, die Allied Military Currency. Die Geldscheine waren gestückelt zwischen 0,50 Mark und 1.000 Mark. Die Scheine wurden sofort ausgegeben, wenn die Alliierten einen Teil des damaligen Deutschen Reiches erobert und besetzt hatten. Entsprechendes Geld in ausländischen Währungen wurde auch in den Ländern eingeführt, die von deutschen Truppen verlassen worden waren.

In Deutschland wurden mit der Einführung der D-Mark am 20. Juni 1948 die Rentenmark, die Reichsmark und die Militär-Mark aus dem Handel gezogen.