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Dienstag, 18. Mai 2021

Vom Amt bleibt mehr als Kleid, Krone und Schärpe

Das Ende der Amtszeit naht: Kirschblütenkönigin Julia I. zieht Bilanz 

Kreis Holzminden (r/nig). Für Kirschblütenkönigin Julia I. geht allmählich die Amtszeit zu Ende. Nun können sich neue Kandidaten melden, die gerne für ein Jahr den Königstitel und das prächtige Kleid tragen und den Landkreis Holzminden bei vielen Anlässen bundesweit vertreten möchten. Um ihren möglichen Nachfolgerinnen das Amt schmackhaft zu machen und die TAH-Leser an ihrem ereignisreichen Jahr als Königin teilhaben zu lassen, zieht Julia I eine ganz persönliche Bilanz. Hier ihr Bericht:

„Beginnen möchte ich bereits einige Zeit vor dem Kirschblütenfest. Obwohl ich aufgewachsen bin mit Kirschblüte, Kirschblütenfest und natürlich Kirschblütenkönigin, war ich nie auf die Idee gekommen, dass ich einmal Kirschblütenkönigin und damit Botschafterin der Region sein würde. Diese, wie sich herausstellte, großartige Idee kam mir erst Anfang März letzten Jahres, auf dem Weg zum Studium durch die Rühler-Schweiz, als ich mich umsah und mich sehr auf die Zeit freute, in der sich unsere Kirschbäume wieder in ihrer wunderbaren weißen Pracht zeigen würden.

Dazu fielen mir gleich die Kirschblütenkönigin und das Fest ein und ich überlegte, wann man sich wohl als Kirschblütenkönigin bewerben müsste. Am selben Abend rief ich noch bei Organisator Kurt Lammert an und wir machten ein Treffen aus, um mich darüber zu informieren, was auf eine Kirschblütenkönigin so alles zukommt. Deutlich wurde da bereits, dass man bereit sein muss einiges an Zeit, besonders an den Wochenenden, zu investieren. Doch da war ich bereits überzeugt, das Amt übernehmen zu wollen und dafür Partys und andere Aktivitäten für dieses Jahr etwas zurückzustellen.

Von da an ging alles ganz schnell, ich schrieb eine Bewerbung und es wurde nach einem passenden Kleid gesucht. Alles war für eine Wahl im Täglichen Anzeiger Holzminden bereit. Schade, dass ich bis zu zwei Wochen vor dem Kirschblütenfest die einzige Bewerberin blieb und eine Wahl im TAH nicht stattfinden konnte, längst hatte ich mir die Stimmen von Familie, Freunden und Bekannten gesichert. Bei den anderen interessierten jungen Frauen aus unserem Landkreis, welche sicher ebenso gute Königinnen geworden wären, scheiterte es schlicht und einfach an dem erforderlichen hohen Zeitaufwand. Kurz vor dem Kirschblütenfest bekam ich dann aber noch Sabine unterstützend als Prinzessin dazu.

Nun war es also soweit, am 24. April 2015 wurde ich zur Kirschblütenkönigin gekrönt und alles war so aufregend, das erste Mal mit Krone, Kleid und Schärpe auf einer Bühne zu stehen und plötzlich auch noch etwas sagen zu dürfen. Es war so aufregend, dass, als ich dann sprechen durfte, jedes dritte Wort von mir „toll“ war. Das ist mittlerweile nicht mehr so. In diesem Jahr habe ich so vieles gelernt: freies Sprechen, offen auf Menschen zuzugehen und vor allem sie von unserer Region und besonders für das Kirschblütenfest zu begeistern.

Mein allererster Auftritt führte mich direkt nach Hannover in das Gästehaus des Ministerpräsidenten zum Empfang der niedersächsischen Königinnen. Ein sehr wichtiger Auftritt, denn mit dieser Einladung möchte das Land Niedersachsen das Engagement der Königinnen und Könige würdigen.  Diesen Auftritt konnte man sogar in verschiedenen Zeitungen nachlesen und in lokalen Fernsehsendern sehen.

Mein Jahr als Repräsentantin der Kirschblüte war voll mit den verschiedensten Auftritten zwischen Fehmarn und Stuttgart oder der Nordsee und Berlin. Zu meinen liebsten Auftritten gehörten dabei das Blütenfest in Jork, das Vierländer Erdbeerfest, das Rapsblütenfest auf Fehmarn, das Heideblütenfest in Amelinghausen und der Weltkindertag rund um den Maschsee.

Die absoluten Highlights stellten für mich jedoch der Tag der Niedersachsen und die Grüne Woche in Berlin dar. Beim Tag der Niedersachsen war das Besondere für mich zu sehen, was Niedersachsen alles zu bieten hat und mit welchem Herzblut und Engagement sich auch viele andere Menschen für ihre Regionen und ihre Vereine einsetzten. Der Besuch der Grünen Woche in Berlin stellte dann schon allein wegen ihrer Dimension ein Highlight dar. Zum Einen war es etwas Besonderes, weil wir drei Tage auf der Messe am Stand der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Königinnen vertreten waren und zum Anderen, weil unser Aufenthalt durchsetzt war mit Fototerminen, Interviews und zahlreichen Begegnungen von interessierten Besuchern,  anderen Königshäusern, dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meier,  bis hin zum Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt.

Erwähnen möchte ich zudem auch meine beiden letzten Auftritte vor dem Kirschblütenfest und meiner Entthronisierung, welche mir beide sehr am Herzen lagen, weil sie hier in unserer Region stattfanden; nämlich der gemeinsam mit Pastor Bode gestalteten Gottesdienst zum Thema Kirschblüte in der Lutherkirche Holzminden und die „Wer kann Was ?“-Messe im Schulzentrum Bodenwerder am Sonntag vor Ostern (der TAH berichtete).

Ich berichte von diesen Herzensangelegenheiten, um auch den vielen Interessierten hier in unserer Region die Kirschblüte und das Königinnenamt näher zu bringen, ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und auch um vielleicht bei dem ein oder anderem Mädchen, Jugendlichen, jungen oder auch nicht mehr ganz jungen Frau, das Interesse zu wecken, einmal selbst das Amt der Kirschblütenkönigin auszuführen. 

Ich kann nur dazu raten, denn am Ende bleiben nicht nur Kleid, Krone und Schärpe als Erinnerungsstücke übrig. Die Übergabe dieser Dinge hält nämlich auch die Möglichkeit offen, nach der Amtszeit Auftritte wahrnehmen zu können, falls die aktuelle Königin mal verhindert sein sollte. Mir hat das zum Beispiel sehr geholfen, dass ich mich auf Lisa und Sabine im krankheits- oder studienbedingten Ausfall verlassen konnte. So habe auch ich die Möglichkeit, noch einige Male unsere Region vertreten zu dürfen und im August Teil der längsten königlichen Autogrammstunde auf dem 36. Deutschen Königinnentag in Blomberg sein zu können.

Doch noch viel wichtiger als die vielleicht bevorstehenden Auftritte werden für mich die Erinnerungen an eine tolle Zeit sein, in der man regelmäßig über sich selbst hinauswächst, an Persönlichkeit und Selbstsicherheit gewinnt, so vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte, Teil der königlichen Familie geworden ist und ebenso großherzige Menschen wie die Lammerts kennenlernen durfte. 

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