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Dienstag, 18. Mai 2021

„Einmal Paradies und zurück, bitte“

Eschershäuserin tourt für zwei Monate mit dem Rucksack durch Thailand

Eschershausen (19.07.16). „Taxi? Tuk-Tuk?“ Willkommen in Bangkok, Thailand. Nach einem langen Flug und einer Fahrt mit dem Zug ins innere Bangkoks waren das die ersten Worte, die wir hörten. Wir? Das sind mein Freund Finn Schällig, unsere zwei Rucksäcke und ich, die für zwei Monate lang durch Thailand reisten.

Wir hatten weder viele Erwartungen, noch einen Plan, wie unsere Reiseroute aussehen sollte und blieben die ersten Tage in Bangkok, um uns zu orientieren. Bangkok kann zuerst ziemlich einschüchternd sein, der Verkehr ist chaotisch, tausende Menschen laufen auf den Straßen umher, dazwischen Straßenhunde und Katzen, Massagesalons, Märkte und Essensstände, Anzugverkäufer und Tuk-Tuk-Fahrer, Tempel und Mönche, laute Musik mit feierwütigen Touristen und zugleich Bars mit entspannter Atmosphäre. Doch wenn man genauer hinguckt, merkt man, dass Bangkok eigentlich eine entspannte Stadt ist mit einer riesigen Vielfalt. Dort treffen so viele unterschiedliche Nationen aufeinander: Thailänder, Chinesen, Deutsche, Engländer, Spanier, Israelis, Franzosen oder Australier  – und auch Tradition und Moderne überschneiden sich in Bangkok andauernd. Es gibt viele Tempel, aber auch haufenweise moderne Gebäude, die eher an eine europäische Großstadt erinnern.

Meistens fuhren wir mit dem Boot auf dem Chao Praya umher, auch wenn das Anlegen der Schiffe echt gewöhnungsbedürftig ist. Zuerst fahren die Bootsführer am Anleger vorbei, um dann rückwärts gegen ihn zu fahren, was wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass einige Anleger mittlerweile nicht mehr genutzt werden können.

Wir besuchten einige Tempel, wie den Wat Pho oder den Wat Arun. Neben den Tempeln erkundeten wir  aber auch andere Stadtteile wie China-Town, wo haufenweise Autoersatzteile an den Straßen lagen, probierten unsere erste Thai-Massage aus und erkundeten die Khoa San Road und die umliegenden Straßen, die deutlich gemütlicher sind als die Khoa San Road selbst.

Nach ein paar Tagen hieß es dann „Tschüss Bangkok, hallo Meer!“ Die ersten kleinen Reisen Richtung Meer und von Ort zu Ort waren sehr unkompliziert, denn egal ob mit Zug, Bus oder Minivan, wir wurden immer zum richtigen Bus- oder Bahnsteig verwiesen und sogar im Zug wies der Schaffner uns persönlich daraufhin, dass wir bei der nächsten Haltestelle aussteigen müssten.

Unsere erste spannende Reise war dann von der Westküste Thailands aus zu einer kleinen Insel, zu der wir über zwei Stunden mit einem kleinen Holzschiff mit Automotor fuhren. An Bord waren neben uns noch ein paar andere Touristen, mehrere Säcke an Lebensmittel und über meinem Kopf sah ich zum Glück auch einige Schwimmwesten von der Deckel baumeln.

Als wir endlich die Insel sehen konnten staunte ich nicht schlecht. Es sah wirklich aus wie im Paradies, so unberührt und ruhig, nur das laute knattern des Motors trübte das Bild. Beim Ausstieg stand ich dann gleich bis zur Hüfte im Wasser und trug meinen Rucksack über Kopf ans Land, wo wir uns direkt einen einfachen Bungalow mieteten.

Das hieß: Ein Bett, eine Toilette ohne Klospülung und ein Gartenschlauch als Dusche, waren alles, was wir hatten und brauchten. Nicht zu vergessen natürlich die Spinnen, Kröten und Hundertfüßler, die uns ab uns zu einen Besuch abstatteten. Auf der Insel gab es keine Autos und nur wenige Roller, die zum Vorschein kamen, wenn ein Boot anlegte und die Nahrungsmittel ablieferte.

Die nächsten Inseln, die wir bereisten, wie beispielsweise Koh Lanta oder Koh Tao, waren hingegen sehr viel mehr erschlossen und dort mieteten wir uns Roller, um die Insel zu erkunden, denn das ist die einfachste und günstigste Möglichkeit sich in Thailand eigenständig fortzubewegen, auch wenn es erst mal viel Konzentration benötigt, nun links anstatt rechts zu fahren.

Auf Koh Tao haben wir die meiste Zeit mit Schnorcheln verbracht, die Unterwasserwelt dort war die Schönste, die wir auf unserer Reise gesehen haben. Dafür ist die „Schildkröteninsel“ schließlich bekannt, auch wenn wir die Namensgeber der Insel leider nicht zu Gesicht bekamen. Zwischen dem lauten Knabbern der Fische und der Leichtigkeit, wie sich die Korallen bewegen, hat man unter Wasser das Gefühl in einer anderen Welt zu sein.

Nach etwas über einem Monat beschlossen wir dann, in den Norden zu fahren, denn dort wollten wir in Chiang Mai das Songkran-Fest feiern. Songkran ist das thailändische Neujahrsfest, was doch sehr anders als bei uns gefeiert wird. Ganz Chiang Mai verwandelte sich in dieser Zeit in eine einzige Wasserschlacht zwischen lauter Musik, traditionellen Umzüge, Autos, Essensständen, Bars, Restaurants und den ganzen Menschen. Mit einer Wasserpistole oder einem Eimer Wasser bewaffnet ziehen alle durch die Straßen und machen sich gegenseitig nass.

Teilweise war das Wasser so kalt, dass es richtig schmerzte, wenn man mal wieder einen Eimer abbekam. Während des dreitägigen Festes war es fast unmöglich, mehr als die Altstadt von Chiang Mai zu sehen, weshalb wir erst danach wirklich was von der Umgebung sahen. Wir fuhren mit unserem Roller zum Wat Phra That Doi Suthep, dem Wahrzeichen von Chiang Mai. Außerdem besuchten wir auch einen Rescue-Park, wo misshandelte Elefanten aufgenommen werden. Dort durften wir die Elefanten füttern und sie beobachten, wie sie im Fluss baden oder sich mit Erde bewarfen.

Im Geschichtspark von Sukhothai radelten wir dann bei über 42 Grad im Schatten mit unseren geliehen Fahrrädern zwischen den alten Ruinen des UNESCO-Weltkulturerbes umher. Ein sehr schöner Park mit vielen alten Wassergräben, Palmen und guten Straßen, sodass man mit dem Fahrrad wirklich einfach voran kommt. Oder wir liefen zwischen den alten Ruinen in Ayutthaya umher. Dort findet man auch ein sehr besonderes Bildmotiv, einen eingewachsener Buddah-Kopf im Wat Mahathat.

Am Ende unserer Reise hieß es wieder wie so oft: „Taxi? Tuk-Tuk?“. Für die letzten Tage waren wir zurück nach Bangkok gereist, da es uns dort am Anfang so gut gefallen hatte und wir noch ein paar Sachen sehen wollten, für die wir beim ersten Mal keine Zeit hatten. Dazu zählten der Floating Market und der Große Palast.

Der Floating Market ist ein typisches, thailändisches Postkartenmotiv. Mit einem Boot fährt man in den Kanälen zwischen den ganzen Verkäufern auf ihren Booten umher. Vom Boot aus kann man dann Tücher, Souvenirs, Essen, Trinken, Bilder, Gewürze und vieles mehr kaufen.

Wie schon am Anfang gesagt, viele Erwartungen hatte ich im Voraus nicht, deswegen war ich umso beeindruckter von der Erfahrung und jeden Tag aufs neue völlig begeistert. Auch davon, dass ich alles, was ich brauche, in meinem Rucksack mit mir herumtragen und jeden Tag neu entscheiden konnte, an welchem Ort ich heute sein will.  (Larissa Jäger)

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