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Montag, 01. März 2021

Skandinavien wäre noch ein Wunschziel

Jochen Droste hat in zehn Jahren schon an 15 Förderer-Workcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge teilgenommen

Kreis Holzminden (17.07.17). „Im letzten Jahr haben wir nur die Hälfte geschafft, jetzt ist alles fertig,“ berichtet Jochen Droste stolz. Erst vor kurzem ist er von einem weiteren Arbeitseinsatz im Dienste des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge heimgekehrt – im dritten Jahr in Folge verbrachte er mit seiner engagierten Freiwilligen-Truppe arbeitsame Tage in Lettland. Förderer Workcamps nennen sich diese Einsätze auf Soldatenfriedhöfen in ganz Europa. Es gibt sie seit nunmehr zehn Jahren – und Jochen Droste ist von Anfang an dabei. 15 von insgesamt 17 Workcamps hat er mitgemacht, einen Großteil sogar selbst geleitet.

Schon mehrfach hat Droste dem TAH von seinem Engagement auf den Soldatenfriedhöfen erzählt. Jahr für Jahr hat er neue Erfahrungen gesammelt – und doch sind die Aufenthalte nie richtig Routine geworden. Zu unterschiedlichen waren und sind Land und Leute, der Zustand der Kriegsgräberstätten oder die Anforderungen an ihn und seine Mitstreiter.

Auch diesmal reiste Jochen Droste mit einem Team von 22 Leuten nach Kalnciems in der Nähe von Riga. Mit dabei ist seit einigen Jahren stets auch seine Frau, die für eine gute und reichliche Verpflegung nach der anstrengenden Arbeit sorgt. Das Bau-Team besteht aus Fachleuten verschiedenster Branchen – vom Architekten bis zum Maurer ist alles vertreten. Fast alle sind schon im Ruhestand, das Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren. Der älteste Teilnehmer diesmal war Jahrgang 1938.

Doch sie alle könnten am Einsatzort nicht viel bereißen, wenn Jochen Droste nicht perfekte Vorbereitungen getroffen hätte. Vor allem in Ländern wie Litauen und Lettland ist eben die kurzfristige Beschaffung von Material meistens immer noch ein Problem. Und so wird fast alles mitgenommen...

Vorteil des Sommer-Camps 2017 war natĂĽrlich, dass alle das Terrain schon vom letzten Jahr kannten. Der deutsche Soldatenfriedhof neben der Klieveskirche erinnert an die sogenannten „Weihnachtskämpfe“ 1917. Circa 400 deutsche und einige unbekannte russische Soldaten sind hier begraben. Die Grabkreuze waren allerdings in einem erbärmlichen Zustand. Sie alle mussten hoch genommen, gereinigt und dokumentiert sowie am Ende wieder in  geraden Reihen gesetzt werden.

In diesem Jahr bekam Drostes Truppe dabei unerwartet Hilfe von rund 30 Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern, Weißrussland, Lettland, Polen und Russland. Sie alle haben Bauberufe gelernt und pflegen Schulpartnerschaften untereinander, die im Sommer 2017 für einige Zeit nach Lettland führten. Einen Tag lang packten sie tatkräftig mit zu. „Dadurch hatten wir am zweiten Tag schon alle Arbeiten fertig, die eigentlich erst für Donnerstag geplant waren,“ berichtet Droste begeistert. So blieb diesmal auch noch ein bisschen Zeit, um einmal an die Ostsee zu fahren.

Damit kein falscher Eindruck entsteht, fügt der Campleiter aber gleich an: „Wir haben acht Stunden am Tag gearbeitet, das war kein Zuckerschlecken.“

Nach zehn Jahren ist natürlich die Frage nach den eindrucksvollsten oder schönsten Einsätzen erlaubt. Jochen Droste antwortet spontan: „Das war Eysselsteyn 2012, da gab es so ein großes Gemeinschaftsgefühl wie selten danach.“ Am anspruchsvollsten jedoch waren die Camps im Osten, weil viele der Friedhöfe dort in einem echt katastrophalen Zustand waren (oder noch sind). Nach drei Jahren Lettland hintereinander wünscht sich Jochen Droste für 2018 aber mal eine andere Himmelsrichtung. Skandinavien wäre noch ein Wunschziel, hierhin führte ihn bisher kein Workcamp.

Wer mehr über die Arbeit von Jochen Droste und den anderen Freiwilligen erfahren möchte, kann auf der Homepage des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unter „Förderer Workcamps“ nachschauen. (Gudrun Reinking)

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