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Montag, 01. Mrz 2021

Winterfütterung erhöht Naturverständnis

NABU: November optimale Zeit, sich zu informieren und Futtergeräte zu bauen / Drei goldene Regeln zur Winterfütterung retten Vogelleben

Kreis Holzminden (20.11.2017). Es ist November, und damit hängen vermehrt wieder Nebelschwaden über dem Land – der Übergang in den „grauen Herbst“ ist endgültig vollzogen. Die Natur bereitet sich auf eine Ruhepause vor. Wo das Herbstlaub noch nicht gefallen ist, treiben Novemberfröste die Blätter von den Bäumen. „Die Kälte der letzten Tage hat Konsequenzen für die Tier- und Pflanzenwelt Niedersachsens. Der einkehrende Winter bedeutet für viele Vögel einen Mangel an Nahrungsquellen“, sagt Britta Raabe vom Naturschutzbund. „Wer den gefiederten Freunden Nahrung anbieten will, sollte beim Füttern von Wildvögeln im Winter einige Ratschläge beherzigen, um den Tieren nicht zu schaden“.

Die Frage, ob Vögel im Winter überhaupt gefüttert werden dürfen, beantwortet die Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland mit einem klaren „ja“, denn: „Wer Vögel füttert, kann sie optimal beobachten und wird mit spannenden Naturerlebnissen belohnt.“ Gleichzeitig sollte klar sein, dass die Vogelfütterung die Probleme der Vogelwelt nicht löst. Einen naturnahen Garten, eine giftfreie Landwirtschaft und ein reiches Angebot an Nistmöglichkeiten kann man nicht durch ein paar Futterhäuschen ersetzen.

Erste goldene Regel

Keine Speisereste vom menschlichen Speisen verfüttern – am gefährlichsten sind gesalzene Speisen!

Zweite goldene Regel

Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden: Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet. Dazu zählen unter anderem Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen. Ganz wichtig: Die Mischung macht’s! Damit zum Beispiel Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte frei sein von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze.

Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an ihrer Futterstelle. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.

Die häufigsten Körnerfresser an der Futterstelle sind Meisen, Finken und Sperlinge. Bei uns überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen.

Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.

Dritte goldene Regel

Keine Massenfutterplätze einrichten – sie begünstigen die Verbreitung von Krankheiten! Besser als große Futterhäuser sind Futtersäulen und Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist. Mehrere Futtersäulen und -trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern. Für Fasane, Rebhühner etc. können so genannte „Bodenschütten“ aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können. An ihnen sammeln sich oft auch Mäuse – eine willkommene Nahrung für die hungernden Greifvögel und Eulen.

„So mancher Naturschützer hat als Kind den ersten Bezug zur Natur bekommen, weil Eltern und Großeltern im Garten die Vögel fütterten“, sagt Raabe, „und dabei die Neugierde weckten, sich weiter mit Natur zu beschäftigen.“ Dieses sei heute umso wichtiger, da „ganze Generationen kaum mehr über Artenkenntnis verfügen – eine gesellschaftliche Zeitbombe, denn nur was ich kenne, kann ich auch schützen!“ Deshalb sei es mehr als erfreulich, dass die winterliche Fütterung der Vögel seit Jahren einen deutlichen Zuwachs in Deutschland erlebe.

Mehr im Netz unter niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/. Futterhäuschen selber bauen: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung/11771.html.

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