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Montag, 01. März 2021

Ganz klein und ganz dicht am Original

Buch „Die Stadtoldendorfer Gipsbahn und ihr Vorbild“ vergleicht historische Fotos mit Modell-Nachbauten

Stadtoldendorf (06.01.2018). Es ist wie früher: Ein leerer Abraumzug wartet am Gipssilo auf seine Abfahrt, während sich von hinten ein Zug mit Kastenkippern nähert. In der Werkstatt mit Schmiede repariert ein Arbeiter einen Dampfbohrhammer, auch am Masten der Freilandleitung in der Nähe des Transformatorenhauses wird gewerkelt. Szenen, wie sie sich vor einigen Jahrzehnten an der Gipsbahn in Stadtoldendorf abgespielt haben, hat Helmut Walter im Miniaturformat eingefangen – auf seiner Gipsbahn im Modellbaumaßstab 1:45.

Wie sehr sein Nachbau dem Original gleicht, veranschaulicht er in seinem Buch „Die Stadtoldendorfer Gipsbahn und ihr Vorbild“.

Auf 48 Seiten stellt Helmut Walter historische Originalaufnahmen den aktuellen Fotos seiner Gipsbahn gegenüber. So zeigt der direkte Vergleich, mit wie viel Liebe zum Detail der Stadtoldendorfer die Gipsbahn wieder zum Leben erweckt hat. Im Mittelpunkt stehen nicht unbedingt die Lokomotiven und ihre Anhänger, sondern die vielen Gebäude und Szenen am Rande der Gleise. Siloturm, Werkstätten mit Maschinenraum, der ganze Straßenzug Mühlenanger – das alles hat der Stadtoldendorfer Modellbauer Stück für Stück nachgebaut und mit Leben gefüllt, indem er auch die passenden Menschen und Situationen am Rande gestaltete. Holzhacker am Straßenrand am Mühlenanger, Arbeiter beim Beladen von Güterwagen und Handwerker, die in ihrer Mittagspause Skat spielen – das alles ist auf Walters Gipsbahnlandschaft zu entdecken. Es lohnt sich also, sein Modell etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

Und in Buchform kommen die Details noch einmal besonders zur Geltung. So lernt der Betrachter einiges über die Funktionen und Abläufe des damaligen Bahnbetriebes rund um die Stadtoldendorfer Gipswerke und kann sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen.

Wie in seiner Modellanlage geht es allerdings nicht nur um die Stadtoldendorfer Bahn, sondern auch um die Erweiterung zur Calenberger Industriebahn (CIB), einer Fantasielandschaft, die aber mit realen Gebäuden bestückt ist. Auch diese Details stellt Walter in seinem Buch näher vor, zum Beispiel ein alter Speicher am „Haltepunkt Steinweg“. Er stand früher in Eschershausen, Steinweg 15. Bevor der Fachwerkbau und der dazu gehörige Hof abgerissen wurden, haben ihn Studenten der Holzmindener Fachhochschule noch „verformungsgetreu“ vermessen. Diese Unterlagen erlaubten Walter die Nachbildung selbst kleinster Details. Vor dem Speicher sind vier Herren damit beschäftigt, ein zünftiges südniedersächsisches Kartoffelbraten vorzubereiten. Eine Brägenwurst von der Steingräpe ist dabei als Stärkung willkommen, selbst diese ist im Miniaturformat zu entdecken. Übrigens halten Helmut Walter und seine Freunde diese Tradition immer noch aufrecht – ganz in echt.

Das Buch „Die Stadtoldendorf Gipsbahn und ihr Vorbild“ ist erhältlich direkt beim Verfasser Helmut Walter in Stadtoldendorf (05532/4255), bei Büro direkt in Stadtoldendorf und bei Modellbahn Streicher in Holzminden. (nig)

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