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Mittwoch, 24. Februar 2021

Wohltuend analog von A bis Z

Anna Soecknick legte mit ihrem Nachlass den Grundstein für die Einrichtung des Glas- und Heimatmuseums Silberborn

Silberborn (22.01.18). Im Dezember letzten Jahres ist das Glas- und Heimatmuseum Silberborn nach dreieinhalbjähriger Vorbereitung und fast 1.000 in Eigenleistung der Vereinsmitglieder erbrachten Arbeitsstunden eröffnet worden. Die Idee, einen solchen Hort Hochsollinger Heimatgeschichte zu schaffen, der auch an die Glasmacherzeiten des Sollingdorfes erinnert, ist noch viel älter. Möglich wurde die Umsetzung durch den Nachlass der ehemaligen Silberborner Lehrerin Anna Soecknick (1902 bis 1997) und die Überlassung eines historischen Fachwerkhauses aus der frühen Glashüttenzeit Silberborns zu einem günstigen Kaufpreis. Eigens war der Heimatmuseumsverein Hochsolling Silberborn gegründet worden. Ab 27. Januar wird das „Anna-Soecknick-Haus“ an der Ecke Sollinger Landstraße/Angerstraße, zunächst bis April, jeweils sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr regelmäßig geöffnet sein. Auf dieser Seite möchte der TAH einige Impressionen aus dem Glas- und Heimatmuseum Silberborn zeigen und neugierig auf einen Besuch machen.

Das Museum gliedert sich in mehrere Ausstellungsbereiche, aufgeteilt in die verschiedenen Räume der ehemaligen Wohnebene. In der Küche sind Möbel, Küchengerätschaften und -utensilien zu sehen: Zentrifugen, Schöpflöffel, Waagen, Tongefäße aus heimischen Töpferwerkstätten. Einen Raum weiter hängen Trophäen an den Wänden, präparierte Tiere dokumentieren den Wildreichtum der Sollingwälder. Unversehrte Gläser der Silberborner Glashütten in den Vitrinen lassen staunen, welche Fertigungsvielfalt und -reinheit mit den damaligen Mitteln bereits möglich waren. Zu sehen sind Trinkgläser, filigrane Stielgläser und rustikale Henkelbecher, daneben Medizinflaschen und Tintenfläschchen.

Werkzeuge von Waldarbeitern wie Äxte, Hämmer, Sägen, Kluppen, Loheisen und Reißhaken, belegen, wie schwer die Arbeit in der Forst einst gewesen ist, nämlich reine Handarbeit. Viele historische Photographien dokumentieren das überdies anschaulich. Einen Wurzelstock zu roden, gelang vor 100 Jahren nur mit Flaschenzug und vereinten Kräften. Schwere Waffen zeugen von der Bedeutung des Waidwerks im Solling. Auch die Munitionsherstellung wird dokumentiert. Die Wilddieberei war für viele Menschen in schweren Zeiten eine Lebensgrundlage. Der Wilde Jäger Hackelberg hat es in dieser Disziplin zu Respekt einflößendem Ruhm gebracht.

Silberborn (22.01.18). Es gibt viel zu entdecken im Museum, und auch ein Wiederkommen lohnt. Liebevoll zusammengetragen und präsentiert, ist das Museum eine kleine neue Attraktion im Hochsolling – nicht multimedial und interaktiv, vollgestopft mit Technik, sondern ganz im Gegenteil: wohltuend analog von A bis Z. Gerade das hat etwas herrlich Entschleunigendes und ist eben ein Spiegel des Gestern. Die Ausstellung in diesem kleinen Museumshaus steht in Beziehung zur Vergangenheit eines jeden Besuchers.

Dabei ist das Glas- und Heimatmuseum nicht fertig: Der Dachboden wartet noch auf die Ausstellung einer großen Trophäensammlung, im Stall soll später landwirtschaftliches Großgerät gezeigt werden, auch der Gewölbekeller ist noch ungenutzt. (spe)

Kontakt

Telefon: 05531/9304-0
E-Mail: info@tah.de

 

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag:
8.00 bis 16.00 Uhr
Samstag:
8.00 bis 11.00 Uhr