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Montag, 01. März 2021

Bauerndorf zwischen Sollingrand und Holzberg

Das nächste Ortsjubiläum Heinades rückt schon in Reichweite

Heinade (27.07.18).  In vier  Jahren wäre es wieder soweit, ein rundes Datum zu feiern: 750 Jahre Heinade. In der „Ortschronik“ zu 700 Jahre Heinade von Hans Hahne aus dem Jahr 1972 heiĂźt es: „still und verträumt liegt unser Ort in einem Tal zwischen Solling und Holzberg eingebettet. Er liegt zwar abseits vom groĂźen Verkehr, aber viele Autos durchfahren ihn auf dem Weg zwischen Einbeck und Stadtoldendorf oder Holzminden. Keiner  denkt darĂĽber nach, welche Geschichte wohl so ein kleiner Ort haben mag.“

Unverändert präsentieren sich der  hĂĽgelige Solling und der ausladende Holzberg mit den Quellen, die die SpĂĽlig entstehen lassen. Zu den damals vielen Autos haben sich unzählige hinzu gesellt,  ein Tribut an die sich ändernde Zeit. Geblieben ist die Geschichte und so bezieht sich das Datum der  ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 1272 auf die RĂĽckgabe eines  Lehen von 7 Hufen Land der  Grafen von Woldenberg an das Reichsstift Gandersheim. Es dĂĽrften einhundert bis einhundertund vierzig Morgen „Rottländerey“ gewesen sein, was auf eine bäuerliche Rodesiedlung schlieĂźen lässt.

Noch 1580 wurden alle Ackerflächen als Rottländerei bezeichnet. Dieser Stillstand der Dorfentwicklung wird verständlich, wenn man weiß, dass Heinade spätmittelaltrig wüst gefallen war. Der vor vierhundert Jahren im Jahr 1618 ausgebrochene Dreißigjährige Krieg traf Heinade besonders schwer.

Am Ende im Jahr 1648 schreibt der Deenser Pastor Stachius, Heinade war eine „filia“ von Deensen, folgendes: „Weil das Dorf hier ganz ruiniert und devastiert (verwĂĽstet), die Leute teils verstorben, teils an den betrĂĽbten Bettelstab geraten und noch im Elend  herumwallen gehen und deren Häuser wĂĽste stehen teils schon gar heruntergefallen  sind ... die Kirchenländereien liegen öde und wĂĽst, träget  Diestel und Dornen.“

Aus der Generalvermessung des Landes Braunschweig Mitte des 18. Jahrhunderts erfahren wir: „Der Ort hat seine Nahrung auĂźer dem Ackerbau noch durch Fahren fĂĽr die Eisen- und GlashĂĽtten, Garten und Obstbau ist schlecht wegen der Höhenlage. Flachsanbau wird hier nicht stärker betrieben, als zur Notdurft nötig ist. Der Leinsamen wird hier nicht reif, weil er wegen der  gemeiniglichen kalten FrĂĽhjahre später gesät werden muĂź.“ Da Heinade ĂĽber keine eigenen Holzungen verfĂĽgte, aber Holzgerechtsame besaĂź, konnte gegen entsprechende Zahlungen Brennholz aus den Waldungen geworben werden. Das Jagdrecht auf dem gesamten Feld ĂĽbte die Familie Campe in Deensen aus, hierzu waren die Bauern als Treiber dienstverpflichtet.

„Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen“ besagt ein altes Sprichwort – und sind  zur Mitte des 18. Jahrhunderts auĂźer zwei Schmieden und einem Leineweber keine Handwerker bekannt, so finden sich in der Aufzeichnung von Heinrich-Dieter Ohrmann aus der Handwerksrolle bis in die jĂĽngste Vergangenheit von Bäcker bis Zimmermeister  neunzehn Handwerks- und  Gewerbebetriebe in Heinade vermeldet.

Die Landwirtschaft wird bis auf den Betrieb von  Karl Specht  im Nebenerwerb durchgefĂĽhrt, die gepflegte Landschaft um Heinade ist beredetes Beispiel. Die besondere Rolle der Dorfkirche spiegelt das Ortswappen wider, eine grĂĽne Kirchenglocke in Gold mit einem dreiährigen KornbĂĽndel. Das TĂĽrportal, Epitaph und eine Glocke der 1624 von Conrad Schoppe erbauten Vorgängerkirche zierten sein Wappen, ein Ă„hrenbĂĽndel, das nun fĂĽr den gesamten Ort steht.

Neben dem Kirchenchor sind die Freiwillige Feuerwehr, der FuĂźballverein TSV Heinade sowie zwei SchĂĽtzenvereine, eine Rot-KreuzGruppe und der Heimat- und Geschichtsverein der Motor und Garant  fĂĽr  ein  lebenswertes Dorf und eine intakte Dorfgemeinschaft. (rcl)

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