Mittwoch, 21. August 2019

Von Holzminden einmal um die ganze Welt

Adrian Klie und Christoph Streicher haben schon über 100 Länder bereist und betreiben jetzt ihren eigenen Podcast

Hamburg/Barcelona (16.02.19). Manche Leute sammeln Fußballsticker, andere Flaschenöffner oder Konzertkarten. Für Adrian Klie und Christoph Streicher aus dem Landkreis Holzminden ist das nichts. Sie sammeln Länder, Abenteuer und unvergessliche Erlebnisse. In ihrem Reisepodcast „Welttournee” erzählen sie seit Jahresbeginn von ihren unterhaltsamsten Trips.

Rund um die Welt mit 30 Tagen Urlaub

„Mein Reisepass hat schon so Einiges mitgemacht. Langsam wird es wohl Zeit für einen neuen”, lacht der gebürtige Holzmindener Christoph Streicher, der inzwischen Barcelona sein Zuhause nennt und dort im Online-Marketing beschäftigt ist. Zusammen mit dem Wahl-Hamburger Adrian Klie aus Bevern hat er schon über 100 Länder bereist – dementsprechend viele Stempel haben die Beiden im Pass. Grund genug für die Freunde, die Welt an ihren teils skurrilen Reiseerlebnisse teilhaben zu lassen. Im Podcast „Welttournee” berichten sie zweiwöchentlich davon, wie sie ihr Reisepensum mit 30 Tagen Urlaub, Vollzeitjobs und kleinem Budget stemmen können.

Aber warum startet man eigentlich einen Podcast? Erst recht, wenn es online schon etliche gibt? Weil sie, da sind sich die langjährigen Freunde sicher, erfrischend anders sind. Ehrlicher, unabhängiger, frecher. „Immer wieder haben uns Freunde angesprochen, wir sollten unsere teils wirklich durchgeknallten Reisegeschichten endlich aufschreiben. Durch unsere ‘Fern-Freundschaft’ hat sich der
Podcast als bestes Medium erwiesen – und wir haben einfach mal angefangen”, so Adrian Klie. Wurde die erste Folge noch auf der Diele des Beveraner Elternhauses aufgenommen, laufen die Aufnahmen heute deutlich professioneller ab.

Durch subjektive Einblicke Spaß und Neugier vermitteln

Das Konzept jeder Folge ist verlässlich und bestechend einfach. Jede Folge behandelt nur ein Land, hält dafür aber auch jede Menge Insidertipps und unterhaltsame Anekdoten bereit. Schnöde Informationsweitergabe darf man bei der „Welttournee” nicht erwarten, lieber möchten die Vielflieger durch ihre subjektiven Einblicke Spaß und Neugier vermitteln. Ihre Art zu reisen ist, auch darin unterscheiden sie sich von ihren Mitstreitern, so simpel wie möglich. Das beginnt beim Handgepäck, welches schon mal für eine dreiwöchige Asienreise reichen muss, und endet bei Unterkünften und gastronomischen Betrieben, die meilenweit von Sternebewertungen entfernt sind.

Denn auch wenn eine gute Vorbereitung das A und O ist, versuchen Christoph Streicher und Adrian Klie immer, ihren treuen Begleiter – Glück oder auch Schicksal genannt – mit an Bord zu holen. Oft geht es für die Beiden spontan in einen Ort, um dort dann bei Einheimischen zu wohnen. „In Pristina, im Kosovo, hat uns mal ein 92-jähriger Herr am Busbahnhof mit seinem alten Opel eingesammelt und zu seinem Haus gefahren. Wo bitte erlebt man so etwas noch?”, erzählt Adrian Klie im Gespräch mit dem TAH. „In Costa Rica sind wir per Anhalter auf der Ladefläche eines Bananentransporters mitgefahren, weil wir den letzten Bus verpasst haben. Hin und wieder ist auch mal das Glück und der Zufall gefordert, aberbislang haben wir ausschließlich positive Erfahrungen gemacht.” Diese Zufälle gehen sogar soweit, dass Christoph Streicher an einem schönen irischem Herbst-Samstag seinen alten Freund und TAH-Sportchef Uwe Engelhardt zufällig in einem berühmten Pub in Dubliner Altstadt-Viertel Templebar traf, der dort mit Freunden ein Wochenende verbrachte. „Die Freude war natürlich riesengroß und wir mussten auf dieses unglaubliche Erlebnis natürlich erstmal mit einem Guiness anstoßen”, erinnert sich Streicher mit einem Augenzwinkern.

Abgelegene Dschungel-Wasserfälle in Guatemala, ein Mittagsmenü in der Kantine vom Atomkraftwerk in Tschernobyl oder ein Volleyballmatch in den albanischen Alpen: Die Jungs, übrigens beide Anfang 30, reisen immer abwechslungsreich, kostengünstig und abenteuerlich. „Unsere Tagebücher sind Gold wert. Eine Notiz über den Aufenthalt auf einer Kokosnuss-Farm bei einer vietnamesischen Familie ist meist stärker als alle Fotos, die wir auf der Reise gemacht haben”, fassen die Abenteurer ihre Erinnerungen zusammen.

Doch trotz aller Weltoffenheit bleiben die beiden Jungs lokalverbunden. Interessierten Einheimischen werden da fix Fotos vom Weserbergland auf dem Handy gezeigt. Ausländische Biersorten werden gerne mit dem “Gold des Weserberglands” verglichen. Allzuoft haben sie auf Flughafentoiletten schon den Hand-Trockner des großen Holzmindener Unternehmens benutzt und auch im Vanilleeis am Surfer-Strand von El Salvador steckte mit Sicherheit ein Stück Holzminden.

Bereits unter den Top 5

Diese humorvolle und selbstironische Art, über Reisen zu berichten, kommt gut an. In den Charts findet sich „Welttournee” bereits unter den Top 5 aller deutschen Reisepodcasts wieder. Pro Woche hören bereits jetzt 1.000 Fans zu, Tendenz steigend.

Für die nötige Urlaubskasse arbeiten Adrian Klie und Christoph Streicher auch weiterhin in ihren Fulltime-Jobs. 30 Tage Urlaub sind schließlich mehr als genug, um nach und nach die ganze Welt zu sehen – man muss nur wissen, wie. (r)

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