Dienstag, 22. Oktober 2019

275 Jahre Schott Grünenplan

Von der Spiegelmanufaktur zum Dünnstglas-Weltmeister

Grünenplan (27.04.19). Am heutigen 27. April jährt sich die Gründung der Spezialglasfabrik von Schott in Grünenplan zum 275. Mal. Damit ist das Werk eine der ältesten Glasfabriken in Deutschland. Gegründet wurde sie 1744 als fürstliche Spiegelmanufaktur. Heute stellt Schott  in Grünenplan High-Tech-Gläser für verschiedenste Anwendungen her. Dazu gehört unter anderen das dünnste Glas der Welt, das nur 0,025 Millimeter dick ist. Es ist so flexibel und zugleich mechanisch so fest, dass es als Displayglas für biegsame Smartphones und Tablets eingesetzt werden kann, die derzeit von namhaften Elektronikgeräteherstellern entwickelt werden. Grünenplan ist einer von sechs deutschen Standorten der Schott  AG mit Hauptsitz in Mainz, einem international führenden Technologiekonzern auf den Gebieten Spezialglas und Glaskeramik.

Neben modernsten Schmelz-, Zieh-, Beschichtungs- und Veredelungsverfahren für Spezialgläser setzt Schott in Grünenplan auch noch das traditionelle Gießverfahren ein, das um 1750 für die Herstellung von Spiegelglas eingeführt wurde. Mit seinem breiten Portfolio hochwertiger Produkte mit den unterschiedlichsten Eigenschaften ist Schott  Grünenplan ein innovativer Partner für viele Branchen, insbesondere für die Optik, Elektronik, Medizintechnik, Architektur und Innenarchitektur.

Dünngläser mit Dicken von 0,1 bis 0,7 Millimeter finden Anwendung als Filter- oder Coverglas von Kameraoptiken und Sensoren in Smartphones und anderen Elektronikgeräten, ebenso als Abdeckglas in der Mikroskopie und als Schutzglas für Solarzellen in der Raumfahrt. Ultradünngläser mit Dicken von 0,025 bis 0,1 Millimeter werden seit 2015 als Fingerprintsensoren in hochwertigen Smartphones eingesetzt und ermöglichen ebenso die weitere Miniaturisierung von Prozessoren und Speicherchips in der Halbleiterindustrie sowie von Mikrobatterien. Das für Endverbraucher spektakulärste Innovationspotenzial bieten die Ultradünngläser aus Grünenplan für Smartphones und Tablets, denn sie ermöglichen die nächste Evolutionsstufe - biegsame Endgeräte.

Strahlenschutzgläser schützen vor Gamma- und Röntgenstrahlen durch den Einsatz in technischen Analysegeräten und bildgebenden medizinischen Geräten sowie in Beobachtungsfenstern und Türverglasungen in Krankenhäusern.

Spezialgläser mit Antireflexbeschichtung kombinieren Entspiegelung mit einem Schutzfilm gegen störende Fingerabdrücke, Schmutz und Wasser. Sie finden Anwendung vor allem in Displays, Touchdisplays und in der Beleuchtungstechnik.

Ein weiterer Schwerpunkt im Grünenplaner Produktportfolio sind Gläser für die Architektur und Innenarchitektur. Durch spezielle Entspiegelungsbeschichtungen reduzieren sie Reflexionen bei Gebäudefassaden, Ausstellungsvitrinen und Bildverglasungen in Museen und Galerien und sorgen so für einen klaren Durchblick. Andere Gläser erzeugen gewünschte Farbeffekte. Wieder andere werden zur originalgetreuen Restaurierung historischer Baudenkmäler unterschiedlicher Epochen genutzt.

Als Gründungsdatum von Schott  in Grünenplan gilt der 27. April 1744. An diesem Tag gab Herzog Karl I von Braunschweig-Wolfenbüttel den Auftrag, eine „Fürstliche Spiegelglashütte auf dem Grünen Plan im Hils“ zu errichten. 1830 ging diese staatliche Spiegelmanufaktur in Privatbesitz über, 1871 erfolgte die Umwandlung in die Aktiengesellschaft „Deutsche Spiegelglas AG“ (DESAG). Seit 1930 gehört die Glasfabrik in Grünenplan zum Schott  Konzern, nachdem das „Jenaer Glaswerk Schott & Gen.“ 80 Prozent des Aktienkapitals übernommen hatte.

In den ersten 150 Jahren war Spiegelglas das dominierende Produkt von Schott  Grünenplan. Mit der Entwicklung der Technik und Wissenschaft änderten sich seitdem die Schwerpunkte des Produktportfolios mehrfach. Immer wieder entwickelte das Unternehmen innovative Spezialgläser für neue Anwendungsfelder. So wurde Brillenrohglas gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend bedeutender. Als Tochtergesellschaft von Schott  kamen ab 1930 weitere Spezialgläser für Nischenmärkte hinzu. Basierend auf der Beschichtungskompetenz rückten seit den 1960er Jahren Autorückblickspiegel stärker in den Vordergrund. In den letzten 20 Jahren gewannen Spezialgläser für die Architektur und Innenarchitektur sowie entspiegelte und kontrastanhebende Gläser für technische Anwendungen immer größere Bedeutung. Seit den 1990er Jahren wurde Grünenplan schließlich zum Kompetenzzentrum für Dünngläser. Diese Entwicklung gipfelte in einem neuen Weltrekord, als Schott 2013 Ultradünngläser mit einer Dicke von nur 0,025 Millimeter in den Markt einführte. Das dünnste Glas der Welt ist dünner als ein menschliches Haar und zugleich extrem stabil und flexibel.

Schott  ist ein international führender Technologiekonzern auf den Gebieten Spezialglas und Glaskeramik. Mit der Erfahrung von über 130 Jahren herausragender Entwicklungs-, Material- und Technologiekompetenz bietet das Unternehmen ein breites Portfolio hochwertiger Produkte und intelligenter Lösungen an. Damit ist Schott  ein innovativer Partner für viele Branchen, zum Beispiel Hausgeräteindustrie, Pharma, Elektronik, Optik, Life Sciences, Automobil- und Luftfahrtindustrie. Schott  hat das Ziel, mit seinen Produkten zu einem wichtigen Bestandteil im Leben jedes Menschen zu werden. Das Unternehmen setzt auf Innovationen und nachhaltigen Erfolg. Mit über 15.500 Mitarbeitern an Produktions- und Vertriebsstandorten in 34 Ländern ist der Konzern weltweit präsent. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erzielte Schott  einen Umsatz von 2,08 Milliarden Euro. Die Muttergesellschaft Schott AG hat ihren Hauptsitz in Mainz und ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung. Diese ist eine der ältesten privaten und eine der größten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Als Stiftungsunternehmen nimmt Schott  eine besondere Verantwortung für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt wahr.