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Dienstag, 01. Dezember 2020

Eine Begegnung der faszinierenden Art

Komet „Neowise“ sorgt für schlaflose Nächte auch im Kreis Holzminden

Eschershausen/Ith (15.07.2020). Im Mittelalter galten sie als Schicksalsboten und wurden oft mit verheerenden Ereignissen der Erdgeschichte in Zusammenhang gebracht. Heute weiß man, dass es sich bei Kometen nur um kleine Himmelskörper von einigen Kilometern Durchmesser, meist mit einem leuchtenden Schweif, handelt. Dennoch hat ihr Auftauchen am nächtlichen Himmel nichts von seiner Faszination verloren. Der erst im März entdeckte Komet C/2020 F3 „Neowise“ kommt in diesem Monat der Erde besonders nah und fasziniert Fotografen und Astronomen gleichermaßen. Tobias Bommer aus Eschershausen, Hobbyfotograf mit einer besonderen Vorliebe für Luftfahrt- und Astrofotografie hat sich zwei Nächte auf den Ith begeben, um das nächtliche Spektakel auf den Sensor zu bannen.

Eigentlich ist der 32- jährige Hobbyfotograf aus Eschershausen eher auf nationalen und internationalen Flughäfen unterwegs, um dort als „Planespotter“ interessante Flugzeuge zu fotografieren. Doch seit einiger Zeit fasziniert ihn auch die Astrofotografie. Da kam zum Einstieg „Neowise“ gerade recht. Erst am 27. Mai entdeckt, kommt der Komet nur alle 5.000 bis 7.000 Jahre der Erde so nah, das man ihn mit bloßem Auge am Himmelszelt erkennen kann. Ein Grund mehr, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Zudem versprach das Wetter am Wochenende beste Voraussetzungen zur Sternenfotografie.

Doch am Freitag dann die Ernüchterung. Voraussagen zum Erscheinen des Kometen auf der Nordhalbkugel trafen auf den Ith nicht zu. Um 3.30 Uhr war er schon vorbeigezogen und das frühe Aufstehen umsonst. „Das war ärgerlich, doch glücklicherweise war für Sonnabendnacht noch einmal beste Sicht angesagt“ erinnert sich Tobias Bommer. Und in dieser Nacht war er bereits um kurz nach zwei Uhr auf den Ithwiesen um dort der Lichtverschmutzung zu entgehen und beste Sicht auf den Kometen zu haben. Doch auch dieses Mal erst ein Schock. Eine große Wolke verdeckte den Kometen. Nur ein kleiner Teil des Schweifs war zu erkennen. „Ich habe gedacht, das kann doch nicht war sein. Eine einzige Wolke am Himmel und ausgerechnet in der Flugbahn des Kometen“ berichtet der Hobby-Fotograf. Doch glücklicherweise zog die Wolke schnell vorbei und gab rechtzeitig vor Einsetzen der Dämmerung den Blick auf den Kometen frei.

Jetzt galt es nur noch die optimale Belichtung und den richtigen Fokuspunkt zu finden, denn Autofokus funktioniert bei der Astrofotografie nicht optimal und zu lange Belichtungszeiten bilden die Sterne als weiße Striche am Firmament ab. Doch in dieser Nacht waren die Bedingungen optimal und Tobias Bommer gelangen einige gute Aufnahmen in Richtung Nord-Ost, und werden so die Erinnerung an zwei lange Nächte mit dem Kometen C/2020 F3 „Neowise“ wachhalten. (jbo)

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